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Fünf Jahre nach der Baia Mare-Katastrophe

Am Abend des 30. Januar 2000 ereignete sich in Rumänien die größte Umweltkatastrophe Osteuropas nach Tschernobyl: Nach schweren Regenfällen brach in der Stadt Baia Mare der Damm einer Golderz-Aufbereitungsanlage. 100.000 Kubikmeter Zyanidlauge gelangten über Zuflüsse in die Theiß und verursachten ein gigantisches Fischsterben.

Innerhalb weniger Tage wurden auf einer Länge von 700 Kilometern nahezu die gesamte Flora und Fauna zerstört. Mehrere hundertausend Menschen in den betroffenen Regionen mussten über Tankwagen mit Trinkwaser notversorgt werden. Der Zyanidanteil von 120 Tonnen allein hätte ausgereicht, eine Milliarde Menschen zu töten.

Die Betreiberfirma der Golderzanlage Transgold arbeitet zwar weiterhin mit hochgiftigem Zyanid, doch die Sicherheit der Anlage wurde zwischenzeitlich verbessert. Ein Grund zur Entwarnung ist das nicht. Leider gibt es in Rumänien noch zahlreiche Risikostandorte, sagt Herwig Schuster von Greenpeace Österreich. Rumänien braucht dringend internationale Unterstützung, schließlich geht es um grenzüberschreitende Umweltprobleme. Ein schwerer Unfall in Rumänien kann das Ökosystem der Donau vernichten. (bes)

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