Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Fünf Jahre nach der Baia Mare-Katastrophe

Am Abend des 30. Januar 2000 ereignete sich in Rumänien die größte Umweltkatastrophe Osteuropas nach Tschernobyl: Nach schweren Regenfällen brach in der Stadt Baia Mare der Damm einer Golderz-Aufbereitungsanlage. 100.000 Kubikmeter Zyanidlauge gelangten über Zuflüsse in die Theiß und verursachten ein gigantisches Fischsterben.

Innerhalb weniger Tage wurden auf einer Länge von 700 Kilometern nahezu die gesamte Flora und Fauna zerstört. Mehrere hundertausend Menschen in den betroffenen Regionen mussten über Tankwagen mit Trinkwaser notversorgt werden. Der Zyanidanteil von 120 Tonnen allein hätte ausgereicht, eine Milliarde Menschen zu töten.

Die Betreiberfirma der Golderzanlage Transgold arbeitet zwar weiterhin mit hochgiftigem Zyanid, doch die Sicherheit der Anlage wurde zwischenzeitlich verbessert. Ein Grund zur Entwarnung ist das nicht. Leider gibt es in Rumänien noch zahlreiche Risikostandorte, sagt Herwig Schuster von Greenpeace Österreich. Rumänien braucht dringend internationale Unterstützung, schließlich geht es um grenzüberschreitende Umweltprobleme. Ein schwerer Unfall in Rumänien kann das Ökosystem der Donau vernichten. (bes)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Wegwerfware Retouren

Die Deutschen bestellen immer mehr im Netz – und schicken immer häufiger Pakete zurück. Kaum jemand weiß allerdings, dass ein großer Teil der Retouren nicht wieder verkauft wird, sondern im Müll landet. Nur Einer von Zehn ist sich dieser Verschwendung bewusst, zeigt die Greenpeace-Umfrage zum Online-Kaufverhalten 2018.

Mehr zum Thema

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

Die Welt ist nicht genug

Heute, am Earth Overshoot Day, ist Schluss: Wir haben der Natur mehr genommen, als die Erde übers Jahr erneuern kann. Wie wäre es also, wenn wir ihr ab jetzt etwas zurückgeben?

Post ist da!

Mit einer eigenen Paketlieferung protestieren Greenpeace-Aktivisten vor dem „Prime Day“ auf einem Amazon-Logistikzentrum gegen die sinnlose Zerstörung neuwertiger Waren.