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Flucht vor giftigem Brandqualm in Indien

Rund 30.000 Menschen haben am Dienstag ihre Häuser auf der Insel Eloor im südindischen Bundesstaat Kerala fluchtartig verlassen. Grund: In einem Chemiewerk der Firma Hindustan Insecticides Ltd. (HIL) war es zu einem Großbrand gekommen. Die dabei entstanden giftigen Gase hüllten die gesamte Insel ein. Die Menschen litten unter Augen- und Hautreizungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit. Folgen des Kontaktes mit den freigesetzten Chemikalien Endosulfan und Toluol.

Das Industriegebiet auf Eloor am Ufer des Periyar-Flusses beherbergt über 250 Fabriken, darunter mehr als ein Dutzend große Chemiewerke. Greenpeace erklärte das Gebiet bereits 1999 und 2000 zu einem Gift-Hotspot. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Eloor schwer mit organischen Dauergiften und Schwermetallen verseucht ist. Einige dieser Giftstoffe haben sich bereits über die ganze Erde ausgebreitet. Eine 2003 von Greenpeace in Auftrag gegebene Gesundheitsstudie stellte fest, dass die Menschen in Eloor unter einer Reihe von Krankheiten leiden, die von der Kontamination des Bodens, der Luft und des Wassers herrühren. Außerdem wurde eine erhöhte Sterberate festgestellt.

Wie wenig die Behörden und Unternehmen gelernt haben, machte der Brand deutlich. Die Reaktion der staatlichen Stellen auf unsere Anfragen über die Gefährlichkeit der verbrannten Chemikalien kann man im besten Fall als apathisch bezeichnen, sagte Greenpeace-Sprecher VJ Jose vor Ort. Die Unternehmen und ihre Management-Etagen ignorieren vollkommen die Ansprüche der Bevölkerung. So mussten die Menschen hier in den vergangenen drei Jahren mehrmals Unfälle und Gas-Austritte über sich ergehen lassen.

Die Forderungen der Bevölkerung, die von Greenpeace unterstützt werden, sind klar: Unverantwortliche und rücksichtslose Unternehmen wie die HIL müssen sofort dichtgemacht werden, erklärt Jose. Die Fabriken müssen auf saubere Produktionsverfahren umstellen und den Ausstoß von Giftstoffen auf Null reduzieren. (mir)

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