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Feinstaub-Werte sprengen die Skala

Peking zählt seit Jahren zu den Städten mit der größten Luftverschmutzung. Am Sonntag hat die Stadt wegen der in den letzten Tagen extremen Smogbelastung die Alarmstufe Orange verhängt. Das ist erst die zweithöchste Alarmstufe, obwohl die Messwerte die bestehende Skala schon längst gesprengt haben.

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Seit dem Wochenende ist die Feinstaubbelastung in Chinas Hauptstadt auf Rekordhöhe gestiegen. Messungen der US-Botschaft ergaben einen Air Quality Index (AQI) von über 700. Der von der US-Umweltbehörde entwickelte Index reicht allerdings nur bis 500 und Werte ab 300 gelten bereits als höchste Gefahrenstufe. Lediglich bis zum Wert 50 gilt die Luft als gut.

Um den AQI zu ermitteln, werden Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser kleiner als 2,5 Mikrometern erfasst. Das ist der Feinstaub, der tief in die Lunge gelangen kann. Er führt akut zu Atemwegsreizungen und Kopfschmerzen und erhöht langfristig das Risiko für Herzinfarkte oder Lungenkrebs.

Pekings Krankenhäuser melden einen rapiden Anstieg von Atemnot und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Menschen versuchen, sich mit Atemschutzmasken zu behelfen. Mit der Alarmstufe Orange wird nun der Notfallplan umgesetzt. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua müssen 54 Fabriken ihre Produktion herunterfahren, um die Schadstoffemissionen um 30 Prozent zu reduzieren. Auch 30 Prozent der Autos der öffentlichen Verwaltung sollen nicht mehr fahren. Den Menschen wird geraten, sich so wenig wie möglich im Freien aufzuhalten.

Bereits im Dezember veröffentlichte Greenpeace China in Zusammenarbeit mit der Universität Peking eine Studie, derzufolge die Sterblichkeitsrate in Abhängigkeit von der Feinstaubbelastung zunimmt. In den vier größten Städten Chinas kommt es so jährlich zu geschätzten 8500 zusätzlichen Todesfällen durch die Luftverschmutzung. Hinzu kommt eine Vielzahl chronischer Erkrankungsfälle. Die Studie schätzt die daraus resultierenden Kosten für das Gesundheitssystem auf 1,08 Milliarden US Dollar.

Während Peking einen Plan zur Verbesserung der Luftqualität vorgelegt hat und eine Umsetzung bis 2030 verspricht, bleiben andere Städte einen solchen konkreten Ausstiegsplan schuldig. Solange aber die benachbarten Städte und angrenzenden Regionen nicht ebenfalls die Kohleverbrennung deutlich reduzieren, wird es zu keiner Verbesserung für die Menschen in Peking kommen.

"Die Verbrennung von Kohle ist die Hauptursache der Luftverschmutzung in China. Die chinesische Regierung hat mitgeteilt, dass die entsprechenden Gesundheitsstandards in 20 Jahren erreicht sein werden. Die Menschen in Peking und anderen chinesischen Städten können aber nicht zwei weitere Jahrzehnte diesen gesundheitsgefährdeten Luftschadstoffen ausgesetzt werden. Der wichtigste Schritt ist, rasch den Kohleverbrauch zu verringern und auf Erneuerbare Energien umzusteigen.", erklärt Niklas Schinerl, Energie-Experte von Greenpeace.

Der Energiebedarf im Zuge des starken Wirtschaftswachstums Chinas wird vor allem durch Kohlekraftwerke gedeckt. Zudem ist das Verkehrsaufkommen in den letzen Jahren enorm gestiegen. Die geografische Lage Pekings begünstigt den Smog: Die Südwestwinde wehen die verschmutzte Luft in die Stadt, wo sie durch die Berge im Norden nicht abziehen kann. Die Menschen warten nun auf Wind aus dem Norden, der die Lage zumindest etwas abmildern soll.

Peking ist nur ein Beispiel extremer Luftverschmutzung. Auch 32 andere Städte in China verzeichneten an diesem Wochenende Feinstaub-Höchstwerte.

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