Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Europa entsorgt seine Giftschiffe in Asien

Greenpeace hat am Mittwoch eine neue Studie vorgelegt, in der die Folgen des EU-Verbotes von Einhüllentankern unter die Lupe genommen wurden. Besorgnis erregende Erkenntnis: Ausgemusterte europäische Schiffe, die mit Tonnen von Altöl, Giftstoffen und Asbest belastet sind, werden in Asien abgewrackt. Das Risiko für Gesundheit und Umwelt tragen die Menschen dort.

Die EU hat sich für das weltweite Ausmustern der Einhüllentanker entschieden, sagt Marietta Harjono von Greenpeace International. Sie muss nun auch für eine saubere Umsetzung dieser Entscheidung sorgen. Das Problem darf nicht einfach dorthin exportiert werden, wo sich die Arbeiter kaum wehren können.

Allein aus der EU werden in den nächsten 13 Monaten 334 Tanker zur Abwrackung anfallen, weltweit wird die Zahl auf 1.200 geschätzt. Sie werden voraussichtlich auf einem Abwrackplatz am Strand beispielsweise der Türkei oder Indiens enden. Greenpeace fordert deshalb von der EU, sofort dafür zu sorgen, dass bestehende internationale Bestimmungen streng eingehalten werden.

Außerdem sollen sich die Europäische Kommission und die EU-Verkehrsminister, die sich diese Woche in Brüssel treffen, umgehend darauf verständigen, dass die Giftlast der EU-Schiffe auf keinen Fall an asiatischen Stränden landet. (mir)

Die 27-seitige Studie Destination Unknown: European Single Hull Tankers: No Place to Go (PDF, 705 kB; auf Englisch)

Publikationen

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.