Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

EU will mit schärferen Gesetzen Giftmülltransporte verhindern

Der europäische Umweltkommissar Stavros Dimas hat am Donnerstag den Gifttanker Probo Koala im Hafen von Paldiski, Estland, besichtigt. Das Schiff ist von den estnischen Behörden festgesetzt worden und wird derzeit wegen Verschmutzung estnischer Gewässer untersucht. Es hatte im August eine Ladung Giftmüll in die ivorische Hauptstadt Abidjan gebracht und sich ihrer illegal entledigt. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Tallinn mitteilte, würden Ähnlichkeiten mit der jetzigen Ladung bestehen.

  • /

Bis Mittwoch hatten Greenpeace-Aktivisten im Hafen von Paldiski gegen die Probo Koala protestiert.Greenpeace hat auf die gesetzlichen Lücken beim Giftmülltransport aufmerksam gemacht, sagte Dimas an Bord des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise. Er versprach künftig für schärfere Giftmüllgesetze zu sorgen. Bruno Rebelle, Kampagnendirektor von Greenpeace International begrüßte den Besuch des Kommissars: Für die Zukunft hoffen wir, dass die europäischen Aufsichtsbehörden und Strafverfolgungsbehörden Tragödien wie dieser vorbeugen.

Etwa 581 Tonnen Müll hatte der von einer niederländischen Firma gecharterte Frachter in der Nacht vom 19. auf den 20. August in der Elfenbeinküste illegal abgeladen. An den entweichenden giftigen Gasen starben acht Menschen, etwa 80.000 der vier Millionen Einwohner zählenden Metropole Abidjan mussten einen Arzt aufsuchen. Die Aufräumarbeiten auf den betroffenen 14 Deponien in Abidjan begannen erst am Dienstag. Sechs Wochen lang fühlten sich weder EU-Behörden, noch die ivorische Regierung für den Fall verantwortlich.

(Autorin: Cindy Roitsch)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

The smart supermarket

Wie könnte er aussehen, der Supermarkt der Zukunft? Welche Möglichkeiten gibt es, die Unmengen an Plastik zu vermeiden, in denen waren heute eingepackt sind?

Mehr zum Thema

Eine selbstverschuldete Krise

Was passiert mit einer halben Milliarde unverkaufter Kleidungsstücke? Auf keinen Fall dürfen sie vernichtet werden, fordert Greenpeace und wendet sich an die zuständigen Behörden.

Stiller Skandal

Erneut ist eine Entscheidung über das Lieferkettengesetz vertagt worden. In Berlin protestierten Greenpeace-Aktive deswegen für Umweltschutz und Menschenrechte.

Unter Beobachtung

Das TV-Magazin "Panorama" deckt die weitreichende Überwachung von Amazon-Beschäftigten auf – und stützt sich dabei auch auf Greenpeace-Recherchen.