Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

EU: Teilverbot für Cadmium in Batterien

Die EU-Umweltminister haben sich am Montag darauf geeinigt, Akkus und Batterien mit dem gesundheitsschädlichen Stoff Cadmium teilweise zu verbieten. Unter das Verbot fallen Batterien, die in Handys, Spielzeugen, elektrischen Zahnbürsten und Camcordern enthalten sind. Mit der Zustimmung des Parlaments wird das Verbot in zwei Jahren wirksam. Greenpeace begrüßt die Entscheidung, kritisiert jedoch, dass schnurlose Elektrowerkzeuge für vier Jahre von der Richtlinie ausgenommen sind.

20 Jahre nachdem der Rat beschlossen hat, Cadmium zu ersetzen, stellt diese Entscheidung nur einen zögerlichen Schritt in die angestrebte Richtung dar. Einige Minister haben dem Druck der rückschrittlichen Power-Tool-Firmen nachgegeben und damit die eigentlichen Ziele der Richtlinie untergraben, sagt Jorgo Riss, Sprecher vom EU-Büro Greenpeace.

Der urprüngliche Entwurf des Präsidenten sollte ein komplettes Verbot von Cadmium in portablen Batterien erzielen, Power-Tools eingeschlossen. Aber der Rückzug einiger Mitgliedsstaaten in letzter Minute, besonders Deutschlands aber auch Frankreichs, Großbritanniens, Polens und Italiens verhinderte eine Einigung.

Der Kompromiss stellt zwar eine Verbesserung dar, aber das eigentliche Ziel: einen hohen Schutz für Umwelt und Gesundheit zu gewährleisten, bietet er nicht. Ohne die Power-Tools deckt das Verbot weniger als ein Viertel des Cadmiumgebrauchs in Batterien. Cadmium ist ein gefährliches Umweltgift, das Krebs erzeugen kann. Außerdem kann es Nieren, Knochen und Leber schädigen. Die Anwendung von Cadmium ist in den meisten Produkten schon seit Jahren verboten. (ang)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Wegwerfware Retouren

Die Deutschen bestellen immer mehr im Netz – und schicken immer häufiger Pakete zurück. Kaum jemand weiß allerdings, dass ein großer Teil der Retouren nicht wieder verkauft wird, sondern im Müll landet. Nur Einer von Zehn ist sich dieser Verschwendung bewusst, zeigt die Greenpeace-Umfrage zum Online-Kaufverhalten 2018.

Mehr zum Thema

Weg mit dem Müll

Was tun mit seinem Müll, wenn man ihn nicht selbst entsorgen will? Recherchen zeigen: Reiche Länder exportieren Hunderttausende Tonnen nach Malaysia ­– zum Schaden des Landes.

Mach was!

Während der Handel mit Rabattschlachten zum Massenkonsum ruft, trafen sich am Wochenende Kreative und Künstler, die auf Reparieren, Selbermachen, Tauschen setzen statt auf Kaufen.

Pakete bis zum Mond

2017 wurde so viel online bestellt, dass die Pakete fast bis zum Mond und zurück reichen würden. Was die Verbraucher nicht wissen: Große Teile der Retouren landen im Müll.