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Dow Chemical will Bhopal-Opfer verklagen

Der Chemiekonzern Dow Chemical hat letzte Woche eine Klage gegen die Teilnehmer einer friedlichen Bhopal-Demonstration vor einem indischen Gericht eingereicht. Überlebende der weltweit größten Chemie-Katastrophe und ihre Unterstützer hatten Anfang Dezember vor dem Hauptquartier von Dow Chemical in der westindischen Hafenstadt Mumbai (früher Bombay) protestiert. Für den angeblich entstandenen Produktionsausfall verlangt der Konzern rund 10.000 Euro Schadensersatz. Außerdem fordert Dow Chemical schärfere Gesetze, um weitere Proteste zu erschweren.

Am 3. Dezember 1984 war aus der Pestizid-Fabrik in der indischen Stadt Bhopal tödliches Gas entwichen. Seit 18 Jahren müssen die Menschen dort mit vergiftetem Trinkwasser und Boden sowie chronischen Krankheiten und Schmerzen leben. Der für das Unglück verantwortliche Konzern Union Carbide ist heute Teil von Dow Chemical, einem der reichsten Chemieunternehmen der Welt.

Von der Dow-Klage ist auch Greenpeace als ein Unterstützer der Bhopal-Opfer betroffen. Mittellose Opfer zu verklagen ist nicht der richtige Weg, um den Menschen aus Bhopal entgegenzukommen, kritisiert Greenpeace-Sprecher Von Hernandez. Wir haben eigentlich erwartet, dass Dow Chemical mit seinem neuen Geschäftsführer die Mitschuld an der Katastrophe nicht länger leugnet und endlich Verantwortung übernimmt. (abu)

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