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Dioxinfabrik Spolana vor Gericht

Die umstrittene Chemie- und Dioxinfabrik im tschechischen Spolana an der Elbe beschäftigt nun die Gerichte. Die Klage auf Schadensersatz haben Grundbesitzer aus der Nachbarschaft der Fabrik angestrengt. Angeklagt ist neben den Vertretern der Fabrik auch der staatliche Fonds für Nationalbesitz. Der war bis zum Verkauf an das polnische Unternehmen PKN Orlen Haupteigentümer der Fabrik.

Greenpeace versucht bereits seit Frühjahr 2001, die Aufmerksamkeit staatlicher Stellen auf das unverantwortliche Verhalten des Fabrikmanagements zu lenken. Laboranalysen zeigten die hochgradige chemische Verseuchung von Boden, Hühnereiern und Entenfleisch in der Region. Als der staatliche Veterinärdienst im Juni 2003 eigene Analysen der Eier anstrengte, führte das lediglich zu einem Verbot für die Hühnerhaltung im nahe gelegenen Libis. Im Februar dieses Jahres fanden dann staatliche Gesundheitsstellen, dass die Dioxin-Blutwerte bei den Menschen rund um Spolana doppelt so hoch waren wie in einer Vergleichsgruppe.

Auswirkungen auf die Fabrik hatten diese Funde jedoch nicht. Offenbar gab man sich mit der zynischen Erklärung der Spolana-Manager zufrieden: Die Belastungen stammten von gestohlenen Pestiziden, die von ehemaligen Mitarbeitern gleich sackweise entwendet worden sein sollten. Eine Verseuchung der Umgebung durch den Normalbetrieb der Fabrik schloss man aus.

Das ist ungeheuerlich!, kommentiert Dr. Miroslav Suta, Chemieexperte bei Greenpeace Tschechien. Es scheint der Versuch zu sein, die Spolana-Manager von jeglicher Verantwortung freizusprechen. Dabei ließ man hochgefährliche Chemikalien jahrzehntelang ungesichert herumstehen, so dass sie Überschwemmungen ausgesetzt waren und in die Luft und ins Grundwasser entweichen konnten.

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