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Denkmal aus Schiffswrackteilen

Mit einem Kunstwerk überraschte Greenpeace am Montag die Delegierten bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) in London. Eine zwei mal fünf Meter große Skulptur aus Wrackteilen von Schiffs-Abwrackungsplätzen in Indien schmückten den Konferenzort. In dem Kunstwerk wurden auch Teile der Amina verarbeitet, die beim Zerlegen explodierte. Neun Arbeiter kamen dabei ums Leben und über ein Dutzend wurden schwer verletzt. Greenpeace erinnert mit der Aktion an die hohen Kosten, die durch die derzeitige Abwrackpraxis von Menschen und Umwelt gezahlt werden muss.

Die IMO hat beratende Funktion in der UNO und beschäftigt sich mit Fragen der zivilen Seeschifffahrt. Zugleich arbeitet sie an zahlreichen Übereinkommen zur Schiffsicherheit und zum maritimen Umweltschutz.

Mit der Skulptur wollen wir klar machen, dass das tödliche Geschäft, verseuchte Schiffe nach Asien zu schicken, sofort beendet werden muss, erklärte Ramapati Kumar von Greenpeace Indien. Die derzeit von der IMO vorgeschlagenen freiwilligen Maßnahmen schützen die Menschen in Asien nicht. Zudem haben Schiffsbesitzer und Vertreter der Schiffsindustrie Greenpeace gegenüber geäußert, dass sie offiziele Vorschriften bevorzugen, damit die Ausgangsbasis für alle Beteiligten gleich sei. Wir fordern die IMO auf, rechtlich verbindliche Regeln für die Schiffsabwrackung zu schaffen. Denn zurzeit ist das Geschäft eher eine Art Giftmüllverschiebung.

Der Chef der Greenpeace-Delegation, Paul Horsman, ging auf eine mögliche Reaktion der IMO wegen der fortgesetzten Greenpeace-Arbeit und -Aktionen gegen die heutige Abwrackungspraxis ein: Anstatt zu versuchen, Greenpeace aus der IMO zu werfen, sollten sich die Delegierten um die wahren Probleme kümmern. Dazu zählen der Schutz des Lebens und der Umwelt vor den schlimmsten Auswirkungen der Schiffsindustrie. (mir)

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