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Lagerung von Kohlendioxid in der Tiefsee

Greenpeace lehnt die Speicherung von Kohlendioxid in der Tiefsee der Ozeane und jede weitere Entwicklung dieses Konzepts kategorisch ab. Das Konzept wird von einigen Regierungen als Möglichkeit gesehen, Kohlendioxid, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas freigesetzt wird, aufzufangen und in die Tiefen der Ozeane zu verbringen. In den Ozeanen, so wird argumentiert, sei das Kohlendioxid Hunderte bis Tausende von Jahren der Atmosphäre entzogen und trage damit nicht zum Klimawandel bei. Die Vorteile des Klimaschutzes werden damit über die der Zerstörung mariner Ökosysteme gestellt.

Die Denkweise ist aus folgenden Gründen bedenklich:

  • Ozeane sind Schatzkammern, die auch kommenden Generationen erhalten bleiben müssen. Jede Aktion, die marine Ökosysteme heute oder zukünftig in Gefahr bringt, sollte mit größter Vorsicht behandelt werden. Es gibt andere Optionen zum Umgang mit Emissionen von Kohlendioxid, die das Ökosystem Tiefsee nicht unnötig in Gefahr bringen.
  • Ozeane sind verhältnismäßig wenig untersucht und verstanden. Biologische Einwirkungen sind nur schwer zu kalkulieren. Der als Lagerungsort für Kohlendioxid vorgesehene Tiefseeboden wird zunehmend als Ort facettenreicher biologischer Vielfalt wahrgenommen. Die Deponierung von Kohlendioxid in konzentrierter Form, wie in und über den Sedimenten der Tiefsee, wird lokal massive Auswirkungen auf das Ökosystem haben. Auch im regionalen Maßstab kann das sich langsam im Meerwasser lösende Kohlendioxid zu gefährlicher Versauerung mit extrem niedrigen pH-Werten führen - tödlich für dort lebende Organismen.
  • Die Speicherung von Kohlendioxid in Ozeanen widerspricht lang etablierten internationalen Gesetzen, wie der London-Konvention, der UN-Konvention des Gesetzes auf See und anderen regionalen Konventionen wie zum Beispiel der OSPAR.
  • Der Hinweis auf eine sichere und langfristige Rückhaltung von Kohlendioxid in den Ozeanen überzeugt nicht. Ozeanische Strömungen und Transportmuster sind schwierig vorher zu bestimmen und könnten sich ihrerseits durch klimatische Änderungen verschieben. Auf der Basis von Pilotprojekten allein lassen sich die Bereiche möglicher langzeitlicher Verschiebungen, deren Kenntnis für großräumige Lagerung von Kohlendioxid notwendig wären, unmöglich genau voraus kalkulieren.
  • Pilotprojekte zur Speicherung von Kohlendioxid in Ozeanen tragen nicht dazu bei, die wirklich wichtigen Kernfragen der biologischen Auswirkungen und der langfristigen, großräumigen Verweilzeiten von Kohlendioxid in Ozeanen zu klären. Sie sind daher eher Hürden als Hilfen einer möglichen Bestätigung dieses Konzepts.
  • Pilotprojekte zur Speicherung von Kohlendioxid in Ozeanen vermitteln den Eindruck einer bereits fertigen Lösung und lenken damit von anderen umweltfreundlichen Technologien und Möglichkeiten ab. Die Reduktion der Emissionen von Kohlendioxid befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Der Ausschluss inakzeptabler Konzepte - wie der Lagerung von Kohlendioxid in den Ozeanen - bietet jetzt den Raum für nachhaltige Optionen.

Greenpeace und das Climate Action Network Europa fordern auf Grund der genannten Bedenken ein Ende der andauernden Bestrebungen, Pilotprojekte und Pläne zu entwickeln, die letztendlich zur Speicherung von Kohlendioxid in Ozeanen führen werden. Stattdessen sollten Maßnahmen in Richtung effektiver, ökologisch sicherer Reduktion von Kohlendioxid ergriffen werden.

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