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CO2-Abscheidung: Weitermachen wie bisher

Was macht Kohlestrom klimafreundlich? CO2-Abscheidung - sagen die Kohlestromerzeuger. Eine neue Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung (TAB) des Bundestags bestätigt, wie unglaubwürdig diese Behauptung ist: Bis die neue Technologie zur Verfügung steht, ist es für den Klimaschutz zu spät.

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Die CO2-Abscheidung (CCS) wird derzeit als eine Art Zaubermittel gehandelt. Sie soll dem schmutzigen Kohlestrom ein sauberes Mäntelchen umhängen und so den Bau neuer Klimakiller gerechtfertigt erscheinen lassen.

Bei der CO2-Abscheidung (CCS) wird das Kohlendioxid nicht mehr aus dem Kraftwerksschornstein in die Atmosphäre geblasen. Es wird größtenteils aus den Abgasen herausgefiltert, komprimiert und in unterirdische geologische Hohlräume gepumpt.

Das Verfahren ist äußerst energieintensiv und verringert den Wirkungsgrad des Kraftwerks. Für die gleiche Menge Strom muss also mehr Kohle abgebaut und verfeuert werden als bisher - laut TAB rund 40 Prozent. Hinzu kommt, dass die unterirdische Lagerung des Kohlendioxids nicht ohne Risiko ist.

Die neue Technologie ist noch weit von der Serienreife entfernt. Experten rechnen frühestens in 15 bis 20 Jahren mit einer möglichen Anwendung. Noch ist nicht einmal klar, ob die CO2-Abscheidung überhaupt funktioniert. Wenn sie kommt, wird sie den Kohlestrom immens verteuern. Das TAB geht von einer Verdoppelung des Kohlestrompreises aus.

CO2-Abscheidung heißt vor allem: mindestens bis 2023 weitermachen wie bisher. Nach dem Willen der Bundesregierung muss Deutschland seinen CO2-Ausstoß bis dahin allerdings bereits um 40 Prozent reduziert haben. Dass diese Rechnung nicht aufgehen kann, liegt auf der Hand.

Konzernpolitik am Beispiel Moorburg

Offensichtlich ist Klimaschutz mit unseren Energiekonzernen nicht machbar - jedenfalls nicht auf freiwilliger Basis. So will Vattenfall in Hamburg-Moorburg eine CO2-Schleuder mit 1640 Megawatt Leistung bauen. Das Steinkohlekraftwerk würde jährlich rund 8,5 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen und damit die Treibhausgasemissionen der Hansestadt auf einen Schlag um 70 Prozent erhöhen.

Das Kohlekraftwerk Moorburg und die Vereinbarungen zwischen der Hansestadt und Vattenfall sind ein Paradebeispiel für die Untauglichkeit der CO2-Abscheidetechnik, sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.

Im Erörtungstermin haben die Vattenfall-Ingenieure abgelehnt, konkrete Angaben zur Technik zu machen, während Vattenfall-Chef Josefsson mit unverbindlichen Absichtserklärungen ohne Substanz versucht, den Hamburger Senat über den Tisch zu ziehen. Vattenfall werde das Kohlekraftwerk Moorburg nicht durchdrücken können. Die Aussagen des Unternehmens zur CCS-Technik entbehrten jeder Grundlage.

So behauptet Vattenfall-Vorstand Cramer, der Konzern baue eine Demonstrationsanlage zur CO2-Abscheidetechnik. Dabei handelt es sich um eine Oxyfuel-Anlage, wie Vattenfall sie derzeit am Standort Schwarze Pumpe in der Lausitz als Pilotanlage baut. Cramer verschweigt, dass diese Technik in Hamburg gar nicht zum Einsatz kommen kann. Sie muss beim Kraftwerksbau von vornherein mit eingeplant sein, was in Hamburg nicht der Fall ist.

Manche Politiker fallen auf solche großspurigen Ankündigungen herein, uns wird Vattenfall nicht hinters Licht führen, so Smid. Die TAB-Studie ist ein weiterer Beleg für die Widersprüche, in die sich die Konzerne verstricken. Wer wissenschaftliche Politikberatung ernst nimmt, muss aus der Studie Konsequenzen ziehen, statt leichtfertig leeren Versprechungen in Sachen CO2-Abscheidung zu glauben.

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