Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Clemenceau: Macht Indien nicht zur Müllhalde!

Eine Greenpeace-Delegation hat am Donnerstag den indischen Umweltminister in Neu-Delhi erklärt, warum die Clemenceau die internationale Baseler Konvention über das Verschiffen von Müll verletzt. Der Transport des ehemaligen französischen Flugzeugträgers nach Indien sowie das Einlaufen in indische Gewässer ist danach illegal. Die Clemenceau befindet sich zurzeit im Mittelmeer auf ihrem Weg zum indischen Abwrackplatz in Alang und wartet auf die Durchfahrt durch den Suez-Kanal.

  • /

Der Minister empfing die Greenpeacer, nachdem sie sechs Stunden eine Mahnwache vor dem Ministerium abgehalten hatten. Mit Giftfässern und einem Transparent mit der Aufschrift: Macht Indien nicht zur Müllhalde! hatten die Aktivisten auf die Gefahren hingewiesen, die von dem asbestverseuchten Schiffsrumpf der Clemenceau für die Arbeiter in Alang ausgehen. An Bord befinden sich noch einige hundert Tonnen Asbest. Sie würden in Alang von Arbeitern ohne Spezialausbildung oder Schutzbekleidung entsorgt. Am Ende des Gespräches erklärte der Minister, man müsse die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in der Angelegenheit abwarten, die für den 13. Februar erwartet wird.

Vergangenen Sonntag hatten die ägyptischen Behörden für die Benutzung des Suez-Kanals Grünes Licht gegeben. Doch am Dienstag meldete sich das Parlament des afrikanischen Landes zu Wort und forderte die Regierung auf, den Kanal für das Schiff zu sperren, bis das Thema im Parlament zu Ende diskutiert wurde. Daraus ist der Kompromiss erwachsen, dass nun ein Team von ägyptischen Experten die Clemenceau unter die Lupe nehmen soll.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Wegwerfware Retouren

Die Deutschen bestellen immer mehr im Netz – und schicken immer häufiger Pakete zurück. Kaum jemand weiß allerdings, dass ein großer Teil der Retouren nicht wieder verkauft wird, sondern im Müll landet. Nur Einer von Zehn ist sich dieser Verschwendung bewusst, zeigt die Greenpeace-Umfrage zum Online-Kaufverhalten 2018.

Mehr zum Thema

Weg mit dem Müll

Was tun mit seinem Müll, wenn man ihn nicht selbst entsorgen will? Recherchen zeigen: Reiche Länder exportieren Hunderttausende Tonnen nach Malaysia ­– zum Schaden des Landes.

Mach was!

Während der Handel mit Rabattschlachten zum Massenkonsum ruft, trafen sich am Wochenende Kreative und Künstler, die auf Reparieren, Selbermachen, Tauschen setzen statt auf Kaufen.

Pakete bis zum Mond

2017 wurde so viel online bestellt, dass die Pakete fast bis zum Mond und zurück reichen würden. Was die Verbraucher nicht wissen: Große Teile der Retouren landen im Müll.