Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Chemiefabrik Thailand - Neugier unerwünscht

Krebs beginnt hier (Cancer starts here) prangte es am Donnerstag vom großen kugelförmigen Lagertank der thailändischen Chemiefabrik TPC in Samut Prakan, südlich von Bangkok. Greenpeacer hatten oben auf dem Tank ein Banner entfaltet, um auf den Krebs erregenden Inhalt aufmerksam zu machen. Sie forderten die Schließung des Werks, das giftige Abwässer in den Fluss Chayo Praya einleitet.

Greenpeace hatte im Mai 2003 auf dem Fabrikgelände Proben genommen und nach Großbritannien geschickt. Dort stellten Wissenschaftler der Greenpeace Research Laboratories an der Universität Exeter fest, dass das Abwasser eine ganze Reihe giftiger Chemikalien enthielt. Darunter das hochgiftige und Krebs erregende Vinylchloridmonomer (VCM) in einer Konzentration, die beispielsweise in den USA nicht erlaubt wäre.

TPC (Thai Plastics and Chemicals Public Company Ltd) ist der größte PVC-Hersteller Thailands. Die Firma wurde schon 1994 verdächtigt, ungeklärte Abwässer in den Chayo Praya einzuleiten. Als Greenpeace 2003 einen Fragebogen an mehr als 900 in Thailand aktive Unternehmen schickte, kam von TPC keine Antwort. Das Unternehmen war offensichtlich nicht bereit, die thailändische Öffentlichkeit über seine Verwendung giftiger Chemikalien zu informieren.

Freiwillig übernimmt TPC keine Verantwortung zum Schutz von Mensch und Umwelt, sagt darum Tara Buakamsri von Greenpeace Thailand. Wir fordern die thailändische Regierung auf, eine verbindliche Bestandsaufnahme durchzuführen. Unternehmen müssen verpflichtet werden, jeden Transport und jede Freisetzung giftiger Chemikalien im Land offen zu legen. (sit)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

The smart supermarket

Wie könnte er aussehen, der Supermarkt der Zukunft? Welche Möglichkeiten gibt es, die Unmengen an Plastik zu vermeiden, in denen waren heute eingepackt sind?

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Mehr zum Thema

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

Die Welt ist nicht genug

Heute, am Earth Overshoot Day, ist Schluss: Wir haben der Natur mehr genommen, als die Erde übers Jahr erneuern kann. Wie wäre es also, wenn wir ihr ab jetzt etwas zurückgeben?

Post ist da!

Mit einer eigenen Paketlieferung protestieren Greenpeace-Aktivisten vor dem „Prime Day“ auf einem Amazon-Logistikzentrum gegen die sinnlose Zerstörung neuwertiger Waren.