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Reaktion auf Greenpeace-Kampagne

Burberry bestätigt giftfreie Produktion

Weichmacher oder krebserregende Stoffe – viele Verbraucher gehen davon aus, dass allenfalls billig produzierte Bekleidung schädliche Chemikalien enthält. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus. Die giftigen Substanzen kommen auch bei teuren Marken wie zum Beispiel Burberry vor.

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Burberry will jedoch bis zum Jahre 2020 komplett auf den Gebrauch gefährlicher Chemikalien in der gesamten Produktionskette verzichten. Für den Weg dorthin sind konkrete Zwischenziele und Zeitpläne benannt worden. Eine entsprechende Erklärung veröffentlichte die britische Luxusmarke als Reaktion auf die Detox-Kampagne von Greenpeace.

Greenpeace macht Druck - Burberry reagiert

Der Entscheidung von Burberry war wochenlanger öffentlicher Druck von Greenpeace und Zehntausenden Unterstützern weltweit vorausgegangen. In Europa und Asien protestierten Greenpeace-Aktivisten vor den Burberry-Läden. Auf Facebook, Twitter und Instagram erreicht Burberry ein Millionenpublikum – und wurde dort von kritischen Konsumenten tausendfach dazu aufgefordert, seine Kleidung zu entgiften.  Burberry ist eine von 18 Marken, die mittlerweile den Verzicht auf gefährliche Chemikalien unterzeichnet haben.
"Mit der Detox-Verpflichtung zeigt die britische Marke nun wahre Führungsqualität im Luxussektor. Nun liegt es bei Burberry, die Verpflichtung auch umzusetzen. Burberry muss Daten über Lieferketten und Abwasser veröffentlichen und die gefährlichen Chemikalien verbannen", sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace.

Burberry hat als ersten Schritt eingewilligt, die Bekleidung zu entgiften, danach sollen bis zum Jahr 2020 alle weiteren Produkte der Marke folgen. Außerdem sollen bereits bis Juni 2014 die Abwasserdaten der Zulieferer – mit Mengenangaben zu allen gefährlichen Chemikalien - offengelegt werden. Bis Juli 2016 will Burberry alle per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) aus seiner Lieferkette eliminiert haben. Mit diesen wird Kleidung wasser- und schmutzabweisend gemacht, sie gelten jedoch als hormonell wirksam und krebserregend.

Einige PFC können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen. Viele dieser Chemikalien finden sich bereits in der Umwelt rund um den Globus wieder, nachdem sie jahrelang weltweit in Flüsse, Seen und Meere eingeleitet wurden – sowohl am Ort der Produktion als auch durch die Verbraucher beim Waschen.
Der Schritt von Burberry setzt neue Maßstäbe für die Mitbewerber. Marken wie Gucci, Versace und Louis Vuitton müssen aufpassen, dass sie nicht abgehängt werden. Egal, ob günstige Mode oder High Fashion: Jeder hat das Recht auf Kleidung ohne gefährliche Chemikalien. Die Marken sind dafür verantwortlich, dies zu garantieren.

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