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Britischer Asbest in asiatischen Gewässern

An den Stränden Südostasiens tragen Arbeiter asbestverseuchte Schiffsüberreste an Land - ohne Schutzkleidung, ohne Ausrüstung. Sie verschrotten Schiffe aus den Industriestaaten. Greenpeace fordert jetzt gemeinsam mit der größten britischen Gewerkschaft GMB und dem ehemaligen Industrieminister Peter Mandelson, die Schiffe dort zu verschrotten, wo sie herkommen.

Bislang ist es an der Tagesordnung, die Schiffe zur Demontage zu verfrachten. An den Stränden von Bangladesch, Indien und Pakistan werden sie dann in Handarbeit auseinander genommen. Nicht selten sind Kinder unter den Arbeitern. Der Verdienst pro Tag: weniger als ein Pfund.

Besonders problematisch ist die Belastung der Schiffe mit Asbest. Da keine Sicherheitsstandards bestehen, kommen die Arbeiter ohne Schutz mit dem giftigen Stoff in Berührung. Neben anderen Atemkrankheiten löst Asbest auch Lungenkrebs aus. Noch 40 Jahre nach dem Einatmen der gefährlichen Partikel kann er zur Bildung von Geschwüren führen. Weniger als zwölf Monate nach der Diagnose sterben etwa 75 Prozent der Erkrankten.

Doch nicht nur Asbest stellt eine tödliche Gefahr für die Arbeiter dar. Die Schiffe enthalten oft entzündliche Schweröle, Blei und PCBs. Explosionen bei der Demontage sind alltäglich.

Es ist absolut skandalös, dass Schiffe zur Verschrottung nach Indien geschickt werden, so Greenpeace-Experte Simon Reddy. Die Arbeiter in Indien wissen nicht einmal, was Asbest ist.

In Großbritannien dagegen gibt es das nötige Fachwissen und die Ausrüstung, um die Schiffe umweltgerecht und ohne Gefahr für Menschen zu verschrotten. Die Greenpeace-Kampagne hat zum Ziel, dass dort, und in einem weiteren Schritt europaweit, eine Industrie zur Demontage von Schiffen aufgebaut wird.

Hintergrundinformationen: Gefahren bei der Schiffsabwrackung

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