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Bhopal: Union Carbide lügt

Interne Dokumente von Union Carbide belegen, dass der Konzern die Öffentlichkeit systematisch über die Folgen der Chemiekatastrophe in Bhopal 1984 belogen hat. Die Papiere wurden am Freitag von der Internationalen Kampagne für Gerechtigkeit in Bhopal veröffentlicht. Union Carbide, inzwischen von Dow Chemical übernommen, hat jahrelang behauptet, das Gelände sei sauber, obwohl Boden und Grundwasser hochgradig verseucht sind. Die Bevölkerung wurde nicht über die Gefahren aufgeklärt geschweige denn vor ihnen geschützt.

Die vertraulichen Papiere, in den Jahren nach dem Desaster erstellt, wurden von US-Gerichten anlässlich einer Gemeinschaftsklage gegen Union Carbide und dessen Hauptgeschäftsführer Warren Anderson freigegeben. Sie werfen ein deutliches Licht auf eine Unternehmensstrategie des Abwiegelns, Verschleierns und Lügens. Der Chemiemulti hatte 1989, fünf Jahre nach der Katastrophe, Untersuchungen durchführen lassen und hochtoxische Substanzen in großen Mengen gefunden. Alle Wasserproben waren so vergiftet, dass kein Fisch mehr darin hätte überleben können.

Ananthapadmanabhan, Geschäftsführer von Greenpeace Indien, bezeichnete die Papiere als schockierendes Beispiel für ein Unternehmensverbrechen, das nicht nur dazu diente, eine Regierung zu manipulieren, sondern auch die Menschenrechte einer ohnehin schon traumatisierten Gemeinde mit Füßen zu treten. Zur Lüge von Union Carbide kommt kalte Verweigerung von Dow Chemical hinzu. Der Chemiemulti weigert sich, die Verantwortung für die seit 18 Jahren andauernde Katastrophe zu übernehmen. (sit)

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