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BASF macht mit Gesundheitsschäden ihr Geld

Die BASF treibt ein falsches Spiel, sagt Ulrike Kallee, Chemie-Expertin von Greenpeace. Auf der Hauptversammlung rühmt sie sich ihrer Rekordumsätze. Dabei verschweigt sie, dass sie das Geld auf Kosten unserer Gesundheit verdient. Ulrike Kallee nimmt während der BASF-Jahreshauptversammlung in Mannheim am Donnerstag kein Blatt vor den Mund.

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Giftige Chemikalien der BASF lassen sich in der Muttermilch, im Blut und sogar am Ursprung des Lebens, in der Nabelschnur, nachweisen, erklärt Kallee. Der weltgrößte Chemiekonzern ist einer der führenden Hersteller von gesundheitsschädlichen Phthalaten (Weichmachern), die unter anderem in Regenkleidung, T-Shirts, Kosmetik, Kontaktlinsen, Duschvorhängen, Infusionsschläuchen und Farben eingesetzt werden. In den Körper gelangen Phthalate über die Atmung, die Nahrung und die Haut.

Messungen von Muttermilchproben haben in Deutschland Rückstände von bis zu 160 Mikrogramm des BASF-Phthalats DEHP pro Kilogramm Körpergewicht ergeben. Ein drei Monate altes Baby nimmt damit viermal mehr DEHP zu sich, als das Bundesinstitut für Risikoberwertung für akzeptabel hält.

Mega-Nuckelflasche erwartet Aktionäre

Unter dem Motto Meine Milch soll sauber bleiben! demonstriert Greenpeace am Donnerstag vor der BASF-Versammlung mit stillenden Müttern gegen die Belastung durch Chemikalien. Vor dem Kongresszentrum Rosengarten haben die Aktivisten eine drei Meter hohe Nuckelflasche aufgebaut mit der Forderung Kein BASF-Gift in Muttermilch.

Neueste Studien zeigen, dass DEHP auch die Fruchtbarkeit von Männern schädigen und bei Frauen zu Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut führen kann. Greenpeace fordert die BASF auf, die Produktion dieser Stoffe zu stoppen. Der Konzern soll auch seinen Widerstand gegen eine verbraucherfreundliche Chemikalienpolitik in der EU aufgeben.

Wie die Chemie-Industrie REACH stoppen will

In Brüssel soll demnächst eine neue Chemikalienverordnung auf den Weg gebracht werden. Die heftig umstrittene Regelung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) bietet die Chance, Männer und Frauen besser vor fruchtbarkeitsschädigenden Stoffen zu schützen.

Doch die heute von Greenpeace veröffentlichte Studie Toxic Lobby - How the chemicals industry is trying to kill REACH (Die Giftlobby - Wie die Chemieindustrie REACH verhindern will) zeigt, dass die chemische Industrie - allen voran die BASF - REACH in Brüssel massiv bekämpft.

Die einflussreiche Industrie führt den Kampf mit aller Macht. Und auch vor leicht durchschaubaren Scheinargumenten schreckt die BASF nicht zurück, wenn es um die Verteidigung des Shareholder-Values geht. So bemüht die BASF die Allzweckwaffe Kosten. Die Chemikalienreform sei zu teuer. Das sagt ausgerechnet der Chemiekonzern, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von 42,7 Milliarden erzielt hat.

Zum Vergleich: REACH kostet die gesamte europäische Chemieindustrie etwa 200 Millionen Euro jährlich über die nächsten elf Jahre. REACH entspricht also nicht einmal 0,5 Prozent des Jahresumsatzes der BASF. Den gesellschaftlichen Nutzen von REACH schätzt die EU-Kommission dagegen auf mindestens 50 Milliarden Euro - weil weniger Menschen weniger Giften ausgesetzt wären, also weniger Menschen Schäden erlitten.

Werden Sie aktiv! Schreiben Sie dem Präsidenten der EU-Kommission und fordern Sie Schutz vor den Giften der chemischen Industrie und ein verbraucherfreundliches REACH! Nutzen Sie den Link zu ChemicalReaction.org unten.

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