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Baikalsee: Es ist noch einmal gut gegangen

In der russischen Baikalsk Papier- und Zellulosefabrik (BPPM) ist Medienberichten zufolge Chlor aus einer durchgerosteten Leitung ausgetreten. Feuerwehr und Werkschutz konnten das Leck offenbar abdichten, bevor größere Mengen des giftigen Gases austraten. Die erlaubten Grenzwerte seien nicht überschritten worden.

Die Fabrik liegt an einem einzigartigen und ökologisch äußerst sensiblen Standort: dem Ufer des Baikalsees. Die so genannte blaue Perle Sibiriens wurde in den neunziger Jahren nach intensiven Bemühungen von Greenpeace Russland zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Der See ist durchschnittlich 1.500 Meter tief. Er enthält rund 20 Prozent des gesamten auf der Erde vorkommenden flüssigen Süßwassers.

Das Zellulosewerk ist eine ständige Gefahr für den Baikalsee. Seit 40 Jahren leitet BPPM täglich hunderttausende Kubikmeter ungeklärte Abwässer in das glasklare Wasser. Neben Chlor, Phenolen und Phosphaten wurden um das Gelände herum auch schon erhöhte Dioxinwerte gemessen. Hinzu kommt, dass die technische Ausrüstung mittlerweile bedrohlich überaltert ist.

Das betrift viele Anlagen in der Region Irkutsk. Das russische Katastrophenschutzministerium hat bereits vorhergesagt, dass sich die Zahl der Industrieunfälle in den Jahren 2003 bis 2005 drastisch erhöhen werde. Die Ausrüstung der wichtigsten Anlagen in der Region Irkutsk erreiche dann einen kritischen Punkt. Für den Baikalsee könnte der kritische Punkt bei BPPM eine Katastrophe bedeuten.

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