Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Aktivisten bei Schlecker in Graz

Greenpeace-Aktivisten haben am Freitagvormittag aus den Regalen der Grazer Filiale der Drogeriekette Schlecker Kosmetika geräumt, die mit gefährlichen Chemikalien belastetet sind. Auf einem Transparent forderten sie Risiko-Chemie raus aus den Regalen!. Unter den sichergestellten Produkten befinden sich auch die MDGN-haltige Penaten Babycreme für Gesicht und Körper, die beiden Triclosan-haltigen Zahnpastasorten Blend-a-med complete plus und Mentadent 3-fach Schutz plus sowie einige Produkte der Schlecker-Eigenmarke Rilanja.

Greenpeace hatte Anfang der Woche auf die Belastung der Kosmetik-Artikel mit dem umstrittenen Methyldibromo Glutaronitril (MDGN) und Triclosan hingewiesen. Den Herstellern und dem österreichischen Handel wurde eine Frist von 48 Stunden eingeräumt. Schlecker ist die einzige der großen Handelsketten, die darauf in keiner Weise reagiert hat. Auch am Freitag ließ Schlecker jede Gesprächsbereitschaft vermissen. Die Umweltaktivisten wurden aus dem Geschäft gewiesen, setzten die Protestaktion aber vor dem Drogeriemarkt fort.

MDGN gilt als der am häufigsten Kontaktdermatitis verursachende Konservierungsstoff. Laut einer aktuellen dänischen Studie können bereits 0,015 Prozent MDGN in Cremes Kontaktdermatitis auslösen. Die von Greenpeace beauftragten Laboranalysen ergaben 0,03 Prozent MDGN. Triclosan führt nachweislich zur Bildung resistenter Keime und wird derzeit als ein medizinisches Mittel gegen Tuberkulose eingesetzt. Dies könnte bald nicht mehr möglich sein.

Was die Kollegen festgestellt haben, trifft mit Sicherheit auch auf den deutschen Markt zu, sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace Deutschland. Die belasteten Produkte müssen sofort vom Markt genommen werden.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten von Greenpeace Österreich (http://www.greenpeace.at/). (mir)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.