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Agent Orange noch nach 30 Jahren gefunden

Das im Vietnamkrieg von den USA eingesetzte Entlaubungsmittel Agent Orange verseucht bis heute den Vieh- und Fischbestand Vietnams. Das ergab ein am Montag herausgegebener Bericht des Journal of Occupational and Environmental Medicine. Er basiert auf einer im Jahr 2002 in der Stadt Bien Hoa durchgeführten Studie.

Bien Hoa liegt nur knapp 32 Kilometer nördlich von Ho Chi Minh City (ehemals Saigon) entfernt. Von 43 Bewohnern sind Blutproben entnommen worden. Bei rund 95 Prozent der Untersuchten fand man erhöhte Werte von 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-Dioxin (TCDD). Agent Orange enthält insgesamt 210 Dioxinverbindungen, als das giftigste Dioxin gilt jedoch TCDD: Es ist krebserregend und führt bei Kindern zu Missbildungen sowie Herz- und Hirnschäden.

Obwohl Agent Orange das letzte Mal vor über dreißig Jahren gespritzt worden ist, wird in bestimmten Teilen Vietnams täglich immer noch Dioxin von Agent Orange über Nahrung aufgenommen, stellt die Studie fest. Sechs der 16 getesteten Lebensmittelproben von Hähnchen bis Fisch zeigten einen deutlich erhöhten Dioxinanteil. Die Proben stammen vor allem aus der Stadt Bien Hoa, dem Fluss und dem nahe gelegenen Luftstützpunkt, wo Agent Orange gelagert worden war.

Von 1962 bis 1971 ist das umstrittene Entlaubungsmittel von den USA in Vietnam eingesetzt worden, um den kommunistischen Soldaten sowohl den Schutz durch die Blätter als auch die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Dabei waren mehr als eine Millionen Vietnamesen dem Gift ausgesetzt. (nic)

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