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Greenpeace-Aktion zeigt Wirkung

Ägypten stoppt Asbest-Schiff vor dem Suez-Kanal

Ägypten verwehrt dem asbestverseuchten Flugzeugträger Clemenceau die Einfahrt in den Suez-Kanal. Frankreich solle zuerst die Rechtmäßigkeit des Transports des Schiffes nachweisen, so der Chef der ägyptischen Umweltbehörde. Damit reagiert Ägypten auf eine Greenpeace-Protestaktion 90 Kilometer vor seiner Küste. Im Mittelmeer sind am Donnerstag zwei Greenpeace-Aktivisten an Bord des ausrangierten französischen Kriegsschiffes geklettert und haben auf dem Mast ein Banner mit der Aufschrift Asbestos Carrier: Stay out of India ausgerollt

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Das Schiff befindet sich auf dem Weg in das indische Alang, wo es unter Gefährdung von Arbeitern und Umwelt verschrottet werden soll. Nach Meinung des an der Asbestentfernung beteiligten Unternehmen Technopure befinden sich allerdings noch mindestens 500 Tonnen an Bord des Schiffes. Ein Komitee des Obersten Gerichtshof in Indien hatte daher bereits am 7. Januar erklärt, dass es ein klarer Verstoß gegen die Basler Konvention sei, wenn die Clemenceau in indische Gewässer einliefe.

Die Basler Konvention regelt den Transport von gefährlichen Abfällen und will verhindern, dass Entwicklungsländer von reichen Nationen als Müllhalden missbraucht werden. Sollte der Transport der Clemenceau den Anforderungen der Basler Konvention nicht entsprechen, wird Ägypten das Schiff zurück in seinen Heimathafen schicken.

Es gibt mehr als genügend Beweise dafür, dass die französische Regierung in ihrem Bemühen das Schiff zu dekontaminieren gescheitert ist, sowohl nach den Standards, denen sie zuvor zugestimmt hatte, erst recht nach internationalen Standards, sagt Jacob Hartman, einer der Aktivisten an Bord der Clemenceau. Wir können einfach nicht zulassen, dass das Schiff seinem Ziel näher rückt. Indien hat bereits gesprochen: Es will dieses Schiff nicht.

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