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18 Fässer Bhopal-Gift für 18 Jahre Leid

Greenpeace-Aktivisten haben am Dienstagmorgen Fässer mit Giftmüll aus Bhopal vor der Schweizer Europa-Zentrale des Chemiemultis Dow Chemical abgeladen. Mit der Aktion forderten sie den Konzern auf, seiner Verantwortung für die Entsorgung des gefährlichen Mülls und die Sanierung des verseuchten Geländes um Bhopal nachzukommen. Die Einfuhr einer zweiten Ladung wurde vom Basler Zoll verhindert. Ein bemannter Greenpeace-Heißluftballon mit der Aufschrift Clean up toxic mess! (Entsorgt das Gift!) wurde von der Polizei am Aufsteigen gehindert.

In 18 Fässer war der Sondermüll aus Bhopal sicher verpackt worden, den die 30 Umweltschützer direkt vor dem Gebäude von Dow abluden. Jedes Fass steht für ein Jahr der mittlerweile 18-jährigen Leidensgeschichte der Opfer von Bhopal. 1984 ereignete sich dort die größte Chemiekatastrophe der Welt. 3000 Menschen starben sofort, und bis heute hat der Unfall mehr als 20.000 das Leben gekostet. Rund 150.000 Überlebende sind chronisch krank. Inzwischen ist schon die dritte Generation von dem Unheil betroffen.

Der Giftcocktail schädigt Nervensystem, Nieren und Leber. Er kann von schwangeren Frauen auf ihre ungeborenen Kinder übergehen. 'Konfisziert mit Verdacht auf Sondermüll' lautete denn auch die Begründung des Zolls für die Einfuhrverweigerung der zweiten Ladung. Solche Vorsichtsmaßnahmen genießen die Menschen in Bhopal nicht. Mehr als 500 Familien leben um die verlassene Fabrik herum. Keinerlei Sicherheitsvorkehrungen warnen oder schützen sie vor der tödlichen Gefahr. Dow Chemical, Rechtsnachfolgerin der damaligen Fabrikeignerin Union Carbide, verweigert bis heute die Sanierung des verseuchten Geländes.

Die Greenpeace-Aktion steht in einer ganzen Reihe von Aktivitäten, mit denen die Umweltschutzorganisation den Chemiekonzern zur Übernahme seiner Verantwortung verpflichten will. Am Mittwoch geht es mit einem Call Dow day weiter - Ruft Dow an.

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