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Bundesweit gegen arktisches Öl

Am 1. Mai ist das erste Öl aus arktischer Offshore-Förderung in Rotterdam eingetroffen. Greenpeace-Aktivisten protestieren am Samstag bundesweit gegen das riskante Geschäft.

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Als weltweit erstes Unternehmen fördert der russische Konzern Gazprom Öl aus arktischen Gewässern. Damit setzt er eine einzigartige Region dem Risiko einer schweren Umweltkatastrophe aus. Es gibt kein wirksames Verfahren, um ausgelaufenes Öl in vereisten Gewässern zu bergen.

Von Beginn an haben Greenpeace-Aktivisten deshalb gegen die Ölförderung in der arktischen Petschorasee protestiert. Am 1. Mai empfingen vor Rotterdam zwei Greenpeace-Schiffe den ersten Gazprom-Tanker aus dieser Region. Aktivisten positionierten sich zwischen Kaimauer und Tanker und setzten ein klares Zeichen: "No Arctic Oil"!

Den Protest setzen die Greenpeace-Ehrenamtlichen heute fort. Mit Fotopostern vom Tanker "Michail Uljanow" und der Prirazlomnaya-Bohrplattform fordern sie bundesweit in 25 Städten, dass Gazprom die Ölförderung an der umstrittenen Plattform umgehend einstellt. Bürger können die Greenpeace-Forderungen vor Ort oder online unterstützen, indem sie eine Protestmail an den Chef von Gazprom Germania, Wjatscheslaw Krupenkow, schicken. 

Die Prirazlomnaya-Plattform und die "Arctic 30"

Die Gazprom-Plattform Prirazlomnaya war Mittelpunkt einer Protestaktion von Greenpeace-Aktivisten im September vergangenen Jahres. Die russischen Behörden hatten daraufhin 28 Aktivisten und zwei Journalisten für 70 Tage inhaftiert. Erst nach internationalen Protesten wurden die "Arctic 30" freigelassen. Das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" ist bis heute im russischen Murmansk festgesetzt.

Gegen die Ölförderungen in der Arktis und für die Freilassung der "Arctic 30" hatten sich Greenpeace-Ehrenamtliche eingesetzt. Durch ihre Beteiligung an Mahnwachen und Demonstrationen trugen sie dazu bei, dass in Deutschland bislang mehr als 300.000 Menschen die Forderung zum Schutz der Arktis unterstützen.

Arktisches Öl verstärkt europäische Energieabhängigkeit

Die erste Öllieferung aus dem arktischen Ozean hat der französische Ölkonzern Total erworben. Das Unternehmen selbst hat sich bereits im September 2012 offiziell aus der Arktis zurückgezogen. Als Grund nannte die Konzernleitung die unkalkulierbaren Risiken beim Bohren und Fördern von Öl im arktischen Eismeer.

"Während Präsidenten und Premierminister derzeit politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland beschließen, laufen die Geschäfte der großen Ölfirmen weiter wie bisher. Die Abhängigkeit der Menschheit von fossilen Brennstoffen ist nicht nur eine Bedrohung für das Klima und für die Umwelt, sondern auch für Frieden, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und soziale Gerechtigkeit. Wenn wir diesen Entwicklungen in der Arktis Einhalt gebieten wollen, dann muss dieser Ölexport gleichzeitig der letzte sein", sagt Feddern.

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