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Wann distanziert sich EnBW vom Spionage-Vorwurf?

Greenpeace hat die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) heute aufgefordert öffentlich zu erklären, dass sie Greenpeace weder illegal ausspioniert hat noch dieses tun wird. Mitte April war bekannt geworden, dass der Mutterkonzern von EnBW, die Électricité de France (EdF), nicht nur das französische Greenpeace-Büro, sondern auch die Büros in Großbritannien, Belgien und Spanien hat ausspionieren lassen. Es ist unklar, ob auch das Greenpeace-Büro in Deutschland betroffen ist.

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Greenpeace hat dem Vorstandsvorsitzenden von EnBW, Hans-Peter Villis, eine Unterlassungserklärung zukommen lassen. Es ist ein Skandal, wie Stromkonzerne mit Kritikern umgehen, sagt Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland. Statt sich der Kritik zu stellen, spionieren sie ihre Gegner lieber illegal aus. Der Konzern EnBW muss jetzt Klarheit schaffen, ob auch er zu solchen Methoden greift.

Die französische Staatsanwaltschaft wirft dem Energiekonzern EdF vor, Greenpeace und die Anti-Atomorganisation Sortir du Nucléaire ausspioniert zu haben. Seit Jahren arbeitet Greenpeace gegen das Vorhaben des größten europäischen Atomstromkonzerns EdF, in Flamanville (Nordfrankreich) ein neues Atomkraftwerk zu bauen. Es wäre das erste seit 18 Jahren. Die Risiken von Atomkraft, so die Kritik, haben sich seither nicht verringert. Immer noch sind die Gefahren von radioaktiven Verseuchungen durch Störfälle oder durch die Wiederaufarbeitungsanlage von La Hague aktuell.

Atomkraft lässt sich nicht mit einer friedlichen, offenen und demokratischen Gesellschaft vereinbaren. Sie führt dazu, dass sich große Konzerne mehr und mehr wie Staaten im Staat aufführen, kommentiert Brigitte Behrens den Spionagefall.

Greenpeace setzt sich für eine Energiewende ein, die moderne Erneuerbare Energien und Effizienz in den Mittelpunkt stellt. Aus Atomkraft und Kohlekraft muss so schnell wie möglich ausgestiegen werden. Einen Plan zur Energiewende hat Greenpeace mit dem Plan B, dem Energieplan für Deutschland, vorgelegt.

Publikationen

Klimaschutz: Plan B bis 2020

Die Erde erwärmt sich schneller als bislang vorhergesagt. Es müssen sofort wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden - vor allem von Seiten der Politik und Wirtschaft. Die Studie untersucht, wie der vorzeitige Atomausstieg mit dem Klimaschutzziel vereinbar ist, die Emissionen von Treibhausgasen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Es ist zwei vor Zwölf

Die UN wollen Atomwaffen verbieten, der Vertrag wird gerade ratifiziert. Nur: die Atommächte machen nicht mit. Ein Interview mit Greenpeace-Experte Heinz Smital und Alexander Lurz.

Sicherheit ist gutes Recht

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