Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wahlkampf mit verlängerter Laufzeit

Wir haben erst 2008 und der Wahlkampf treibt schon Blüten. Die neueste: 40 Milliarden Euro zurück in die Taschen der Bürger - durch Laufzeitverlängerungen bei Atomkraftwerken. Unser Tipp: Kaufen Sie lieber eine Energiesparlampe.

  • /

Laufzeitverlängerungen als Geldspender? Ein Wahlkampfbluff der CDU/CSU, nichts weiter, so Energieexperte Andree Böhling. Mit der Aussicht auf billigen Strom versucht die Union, die Bevölkerung zu ködern. Doch die Rechnung kann so nicht aufgehen. Damit verspielt die Union auch noch ihren Ruf, mit Geld umgehen zu können.

Der Greenpeace-Experte erinnert an Berechnungen, die das Öko-Institut durchgeführt hat. Demnach beträgt die Entlastung für den einzelnen Haushalt durch Laufzeitverlängerungen monatlich weniger als 50 Cent. Allein mit dem Ersatz einer einzigen Glühlampe durch eine Energiesparlampe lässt sich monatlich doppelt so viel einsparen.

Darüber hinaus unterschlägt die Union in ihrer Rechnung die höheren Risiken, die von älteren Atomkraftwerken ausgehen. Und die Kosten, die durch Laufzeitverlängerungen entstehen. Beispiel Atommüll: Eine Lösung des Problems ist nirgendwo in Sicht. Die Kosten für die Endlagerung sind daher überhaupt nicht absehbar. Das Beispiel des Atommülllagers in Asse zeigt, wie schwierig es ist, den strahlenden Müll sicher zu lagern.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Es ist zwei vor Zwölf

Die UN wollen Atomwaffen verbieten, der Vertrag wird gerade ratifiziert. Nur: die Atommächte machen nicht mit. Ein Interview mit Greenpeace-Experte Heinz Smital und Alexander Lurz.

Sicherheit ist gutes Recht

Frankreichs AKW haben ernste Sicherheitsmängel; darauf machten Greenpeace-Aktivisten mit friedlichem Protest aufmerksam. Ein AKW-Betreiber zog vor Gericht – mit mäßigem Erfolg.

Schlechter Gewinner

Frankreichs Präsident Macron wird für seine Vision Europas mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Doch sein Beharren auf Atomkraft verdient keine Würdigung, sagen Greenpeace-Aktivisten.