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Ungarischer Atommüll - zurück zum Absender

Vor dem Parlamentsgebäude in Budapest haben am Dienstag drei russische Staatsbürger für Aufregung gesorgt: Sie baten um umweltpolitisches Asyl - und wurden sofort verhaftet. Der Grund: Die Asylsuchenden hatten radioaktiv verseuchte Geschenke für Premierminister Ferenc Gyurcsány dabei - Souvenirs aus der Region um den berüchtigten russischen Atomkomplex Majak. Die Anlage wurde jahrelang von Ungarn mit Atommüll beliefert.

Einer der drei Inhaftierten gehört der russischen Umweltgruppe Ecodefense an. Die beiden anderen stammen aus Muslimowo bei Majak. Sie sind auf Einladung von Greenpeace nach Budapest gereist, um dort eine Fotoausstellung über Opfer der Atomkraft zu eröffnen. Die Mitbringsel aus ihrer Heimatregion - ein Rinderhorn, Wasser- und Bodenproben - beweisen die schwere Verseuchung: Das Rinderhorn übertrifft die natürliche Hintergrundstrahlung um das 22-Fache. Um Majak herum kommt jedes dritte Kind mit Missbildungen zur Welt.

Dazu der Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer: Die Opfer von Majak haben der ungarischen Regierung lediglich deren eigenen atomaren Müll in anderer Form zurückgebracht. Breuer verweist darauf, dass der schmutzige Umgang mit dem Atommüll nicht nur ein ungarisches Problem darstelle. Deutscher Atommüll zum Beispiel wird im britischen Sellafield und im französischen La Hague wiederaufgearbeitet - mit bedrohlichen Folgen für die dortige Bevölkerung.

Weitere Informationen über den Atomkomplex Majak und über Wiederaufarbeitung finden Sie unten.

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