Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Ukraine: Elf neue AKWs geplant

Die Regierung der Ukraine will in den kommenden 25 Jahren elf neue Atomkraftwerke bauen. Das teilte der staatliche Energiekonzern Energoatom mit. Von einer strategischen Entscheidung ist die Rede: Das Land brauche neue Reaktoren, da die Laufzeit der alten in sechs Jahren ablaufe.

Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer kommentiert: Der Bau von elf neuen Reaktoren ist ökonomischer Unsinn und ein Schlag ins Gesicht für die tausenden Opfer der Tschernobyl-Katastrophe. Unter den Folgen des Super-GAUs vor gut 19 Jahren im ukrainischen Tschernobyl leiden bis heute über sieben Millionen Menschen in der Ukraine, Weißrussland und Russland.

Darüber hinaus scheint Energoatom völlig zu übersehen, dass man gemäß des Uran-Reportes der OECD-Nuclear Energy Agency (NEA) davon ausgehen kann, dass weltweit nur noch für etwa 50 Jahre Uran vorhanden ist. Die Ukraine selbst verfügt kaum über nennenswerte Uran-Reserven. Demnach wäre nur noch für 25 Jahre Uran verfügbar, wenn im Jahre 2030 in der Ukraine der letzte geplante Atom-Reaktor ans Netz geht. Es bedarf keines Betriebswirtes, um zu erkennen, dass sich eine Milliarden-Investition nicht in 25 Jahren wieder einspielen lässt.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Sicherheit ist gutes Recht

Frankreichs AKW haben ernste Sicherheitsmängel; darauf machten Greenpeace-Aktivisten mit friedlichem Protest aufmerksam. Ein AKW-Betreiber zog vor Gericht – mit mäßigem Erfolg.

Schlechter Gewinner

Frankreichs Präsident Macron wird für seine Vision Europas mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Doch sein Beharren auf Atomkraft verdient keine Würdigung, sagen Greenpeace-Aktivisten.

„Absoluter Irrsinn“

Schwimmender Atommeiler in der Ostsee: Russland schleppt derzeit ein AKW nach Sibirien. Klappt der Test, sollen zig weitere folgen. Irrsinn, weiß Atomenergie-Experte Heinz Smital.