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UF6-Transport bei Bremen gestoppt

Die Polizei hat am Montag nahe Bremen einen Uranhexafluorid (UF6)-Transport gestoppt. Der radioaktive Stoff wird zur Herstellung von Atombrennstäben benötigt. Den Beamten war der schlechte Zustand des offenen Containers aufgefallen, in dem der UF6-Behälter transportiert wurde. UF6 reagiert mit Wasser zu hochgiftiger Flusssäure. Dafür reicht schon Luftfeuchtigkeit.

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Einer Meldung der Polizei Bremen zufolge ist der extrem durchgerostete Container aus den USA per Schiff nach Hamburg gekommen. Dort wurde er auf einen Sattelzug verladen und auf der A1 weitertransportiert. Ziel: die Urananreicherungsanlage in Gronau.

Die Beamten der Polizei stellten an dem offenen Container extrem starke Durchrostungen an tragenden Bauteilen fest. Ein sicherer Transport sei nicht gewährleistet gewesen. In diesem Zustand ist das Gefahrgut vom Hamburger Hafen quer durch die Stadt und über Land gefahren worden.

Unglaublich, wie verantworungslos Atomtransporte durchgeführt werden, sagt Tobias Riedl von Greenpeace. Sollte ein solcher Transport leckschlagen, kann das verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Ein weiteres Beispiel für die die enormen Gefahren, die die Atomkraft mit sich bringt. Sicherheit bringt nur der Atomausstieg!

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