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Türkei: 37 Aktivisten festgenommen

Atomenergie ist veraltet und im Extremfall tödlich für Mensch und Umwelt - dies zeigten am Dienstag 37 Aktivisten in Ankara auf: Sie legten sich symbolisch als Leichen vor das Energieministerium. Die Polizei nahm alle Demonstranten fest, ließ sie aber ohne Auflagen wieder frei.

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Neben der Leichenschau entrollten die Aktivisten ein Transparent mit der Aufschrift STOP. Damit protestierten sie gegen das Vorhaben der Regierung, zwei Atomkraftwerke in der Türkei zu errichten.

Der Protest gegen die Nutzung hochriskanter Atomkraftwerke ist international und reicht weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, erklärt Andree Böhling, Energieexperte bei Greenpeace.

Bislang gehörte die Türkei zu den atomfreien Ländern. Angesichts einer größeren Energielücke hält die Regierung jedoch den Bau von Atomkraftwerken für die schnellste und kostengünstigste Lösung.

Weit gefehlt: Die Baupläne in der Türkei stellen nicht nur eine hohe finanzielle Belastung für den türkischen Steuerzahler dar. Hinzu kommen neue Risiken, weil die AKW in erdbebengefährdeten Regionen geplant werden.

Auch für den jahrtausendelang strahlenden Atommüll gibt es weit und breit keine Lösung in der Türkei. Ein Reaktor produziert rund 25 bis 30 Tonnen Atommüll pro Jahr. Der riesige Atommüllberg würde also in jedem Jahr um weitere 12.000 bis 14.000 Tonnen ansteigen

Die letzten Zwischenfälle in Spanien, Japan, Schweden und Frankreich verdeutlichen: Atomkraftwerke sind alles andere als sicher. Mit rund 900 Vorkommnissen pro Jahr hält sich dabei das Vorreiterland Frankreich wacker an der Spitze.

Angesichts dieser Zahlen scheint die erneute Atomdiskussion in Deutschland völlig absurd. Es wird Zeit, Pläne für Atom- und Kohleprojekte endgültig zu beerdigen und auf saubere Technologien wie Erneuerbare Energien und effiziente Kraft-Wärme-Kopplung umzusteigen, so Böhling.

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