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Strategien für den Tag X

Zum größten Castortransport in der Geschichte Deutschlands Mitte November wird es vor allem kleinere lokale Aktionen von Atomkraftgegnern geben, dies teilten Sprecher der Anti-Atom-Bewegung am Dienstag in Hamburg mit. Die Gruppen wollen vor allem darauf aufmerksam machen, dass das Endlagerproblem trotz Atomkonsens noch nicht gelöst ist. Die Auftaktkundgebung wird am 9. November in Gorleben stattfinden.

Die Atomkraftgegner planen Straßen- und Schienenaktionen auf der gesamten Strecke zwischen der Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague und dem Zwischenlager in Gorleben. Bereits in Frankreich sollen Gruppen aktiv werden. Der Schwerpunkt des Protests soll sich aber auf das letzte Schienenstück von Lüneburg nach Dannenberg konzentrieren. Am Verladekran wollen die Aktivisten eine Videokamera aufstellen, die die aktuellen Bilder direkt ins Internet überträgt.

Im Wendland wird die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg zusammen mit der Initiative X-tausendmal quer ein Camp organisieren. X-tausendmal-quer plant eine gewaltfreies Sit-in gegen den Transport und das Bündnis Region aktiv lädt an der Bahnstrecke bei Göhrde Demonstranten zur Übernachtung in Scheunen und Privatunterkünften ein. Gegen das am Wochenende ergangene Demonstrationsverbot entlang der Castorstrecke gehen die Atomkraftgegner gerichtlich vor.(abu)

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