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Steuer auf Kernbrennstoff - der richtige Weg

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat angeregt, eine Kernbrennstoffsteuer für Stromkonzerne einzuführen. Mit dem Geld soll die Sanierung der maroden Atommülllager Asse und Morsleben finanziert werden. Im Ansatz richtig, meint Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer, aber ein Cent pro Kilowattstunde sei zu wenig.

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Gabriels Vorschlag für eine Kernbrennstoffsteuer ist angesichts der Milliardensubventionen für die Atomindustrie zu niedrig. Die Steuer muss deutlich über einem Cent pro Kilowattstunde liegen, damit auch zukünftige, schwer kalkulierbare Entsorgungskosten abgedeckt werden können.

Auf der Pressekonferenz vom Mittwoch bestätigte Umweltminister Gabriel die von Greenpeace aufgedeckten Fakten: Über 70 Prozent des Atommülls in der Asse stammen aus deutschen Atomkraftwerken. Der strahlende Müll wurde über das Kernforschungszentrum Karlsruhe im Salzbergwerk entsorgt.

Münchmeyer: Greenpeace fordert, dass die vom BMU geschätzten 7,7 Milliarden Euro für die Sanierung der Asse und von Morsleben von EnBW, RWE & Co. übernommen werden müssen. Es darf nicht sein, dass der Steuerzahler für Fehler der Stromkonzerne zahlen muss.

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