Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Spionageskandal in Frankreich weitet sich aus

Da war kein einsamer Hacker am Werk. EDF hat unsere gesamte Arbeit ausspioniert, so kommentiert der französische Greenpeace-Chef Pascal Husting neue Erkenntnisse im Skandal um den Energiekonzern Electricité de France. Das Unternehmen ist offensichtlich beim Ausspionieren von Greenpeace-Computern weiter gegangen als gedacht.

  • /

Drei Stunden lang hat eine Polizeisondereinheit gegen Internetkriminalität am Freitag in den Greenpeace-Büros nach Spuren gesucht. Seitdem ist klar, dass EDF nicht die Wahrheit gesagt hat. Der Konzern spielt den Skandal bislang als persönliche Initiative einzelner Mitarbeiter herunter. Doch offensichtlich versucht der Atomstromkonzern, über illegale Praktiken seine schärfsten Gegner auszuschalten.

Wer weiß, in welchem Ausmaß unsere internationalen Server betroffen sind?, fragt Loic Prévotat, Kopf der IT-Abteilung bei Greenpeace Frankreich. Wir verfügen nicht über die technischen und finanziellen Mittel, um uns vor Hackern zu schützen, hinter denen big business steht.

Greenpeace fordert EDF auf klarzustellen, ob alle 28 Greenpeace-Büros von den illegalen, undemokratischen Machenschaften betroffen sind. Außerdem muss der Chef der EDF-Sicherheitsabteilung von allen Pflichten entbunden werden, bis die ganze Wahrheit über den ungeheuerlichen Fall bekannt ist.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Es ist zwei vor Zwölf

Die UN wollen Atomwaffen verbieten, der Vertrag wird gerade ratifiziert. Nur: die Atommächte machen nicht mit. Ein Interview mit Greenpeace-Experte Heinz Smital und Alexander Lurz.

Sicherheit ist gutes Recht

Frankreichs AKW haben ernste Sicherheitsmängel; darauf machten Greenpeace-Aktivisten mit friedlichem Protest aufmerksam. Ein AKW-Betreiber zog vor Gericht – mit mäßigem Erfolg.

Schlechter Gewinner

Frankreichs Präsident Macron wird für seine Vision Europas mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Doch sein Beharren auf Atomkraft verdient keine Würdigung, sagen Greenpeace-Aktivisten.