Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Schnellabschaltung im AKW Krümmel

Der Pannenreaktor in Krümmel ist am Samstagmittag per automatischer Schnellabschaltung vom Netz gegangen. Der Meiler war nach zwei Wochen Betriebsdauer und zwei Pannen erst am Freitag wieder hochgefahren worden. Der Vorfall deutet auf ernste Probleme hin.

  • /

Nach zwei Jahren Reparatur und Überprüfung des Reaktors in Krümmel gleich drei Pannen in den ersten 14 Tagen - wer jetzt noch glaubt, dass deutsche Atomkraftwerke sicher sind, glaubt womöglich auch an den Osterhasen, kommentiert Atomexperte Mathias Edler von Greenpeace.

Die heutige Reaktorschnellabschaltung ist aufgrund bisher nicht erkannter, aber offenbar gravierender Sicherheitsprobleme erfolgt. Die Pannen zeigen, dass Atomkraftwerke nicht zu beherrschen sind. Sie sind ein enormes Sicherheitsrisiko und müssen abgeschaltet werden.

Greenpeace fordert die Atomaufsicht in Kiel auf, Krümmel sofort und endgültig stillzulegen. Die Zuverlässigkeit des Betreibers ist sichtlich nicht gegeben. Die Schnellabschaltung eines Atomreaktors wird immer durch eine Situation ausgelöst, die anderenfalls den GAU - den größten anzunehmenden Unfall - zur Folge haben könnte. Solche Situationen können entstehen bei einem Ausfall der Eigenstromversorgung, dem Ausfall der Kühlmittelpumpen beziehungsweise dem Absenken des Füllstandes im Reaktordruckbehälter.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Es ist zwei vor Zwölf

Die UN wollen Atomwaffen verbieten, der Vertrag wird gerade ratifiziert. Nur: die Atommächte machen nicht mit. Ein Interview mit Greenpeace-Experte Heinz Smital und Alexander Lurz.

Sicherheit ist gutes Recht

Frankreichs AKW haben ernste Sicherheitsmängel; darauf machten Greenpeace-Aktivisten mit friedlichem Protest aufmerksam. Ein AKW-Betreiber zog vor Gericht – mit mäßigem Erfolg.

Schlechter Gewinner

Frankreichs Präsident Macron wird für seine Vision Europas mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Doch sein Beharren auf Atomkraft verdient keine Würdigung, sagen Greenpeace-Aktivisten.