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Protest-Transporter von der Polizei geräumt

Sieben Stunden hat die Polizei gebraucht, um den Transporter mehrerer Greenpeace-Aktivisten von der Straße zu bringen. Greenpeace ist immer wieder für eine Überraschung gut, erklärte ein Polizeisprecher, als die Einsatzkräfte sich ans Werk machten.

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Die Greenpeace-Aktivisten hatten am Morgen auf der Straße von Klein Gusborn einen Transporter im Asphalt fixiert. Zwei Castorgegnerinnen waren innerhalb des Transporters mit dem Block verbunden. Klein Gusborn liegt zwischen Dannenberg und Gorleben - auf der Route des Castortransports. Die Durchfahrt war den elf Castoren auf ihrem Weg vom Verladebahnhof in Dannenberg in das Zwischenlager Gorleben nun versperrt.

Die Aktivisten protestierten gegen den Castortransport ins niedersächsische Wendland und die verlogene Atommüllpolitik der Bundesregierung. Diese Castoren haben in Gorleben nichts zu suchen. Der Transport ist illegal, so Tobias Münchmeyer, Atomexperte von Greenpeace. Der Strahlengrenzwert wird bis Jahresende überschritten, weiterer Atommüll darf hier nicht gelagert werden. Die Genehmigung des Castortransports ist rechtswidrig.

Greenpeace hatte Umweltminister Sander am 1. November wegen Freisetzung ionisierender Strahlen angezeigt. Diese ist nach Paragraph 311 Strafgesetzbuch strafbar. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg lehnte die Strafanzeige unter fadenscheinigen Begründungen ab. Gegen den Ablehnungsbescheid hat Greenpeace am vergangenen Donnerstag Beschwerde eingelegt.

Wir sind der Meinung, dass Sander sich einer Straftat schuldig gemacht hat, als er die weitere Einlagerung von Atommüll in das Zwischenlager Gorleben genehmigte, sagt Münchmeyer. Nach einer Greenpeace-Analyse wird der Strahlengrenzwert am Zwischenlager bis Jahresende überschritten.

Zum Weiterlesen:
Chronologie des Strahlenskandals in Gorleben

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