Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Protest gegen Castor-Transport nach Lubmin

Greenpeace-Kletter haben an der Nikolaikirche in Stralsund ein 6 mal 18 Meter großes Transparent entrollt: Atomkraft ist ein Irrweg. Stopp Castor nach Lubmin. Der Protest richtet sich gegen den bevorstehenden Transport von hochradioaktivem Plutioniummüll aus dem Atomforschungszentrum Karlsruhe in das Zwischenlager Nord bei Lubmin.

  • /

Ministerpräsident Stefan Mappus muss endlich Verantwortung zeigen und seinen atomaren Müll im eigenen Lande lagern, fordert Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Die mittlerweile verglaste hochstrahlende Plutoniumsuppe aus Baden-Württemberg hat in Lubmin nichts zu suchen.

Das Zwischenlager Nord in Lubmin wurde ursprünglich ausschließlich für die Lagerung von Abfällen aus dem Rückbau der ostdeutschen Atomkraftwerke Greifswald und Rheinsberg eingerichtet. Mit dem aktuellen Castor-Transport wird jetzt zum zweiten Mal hochradioaktiver Müll aus Westdeutschland nach Lubmin geliefert.

Die Frage der Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll ist weltweit ungelöst. Dennoch hat die Bundesregierung eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken beschlossen. Der für die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll von Schwarz-Gelb favorisierte Salzstock in Gorleben birgt zahlreiche geologische Risiken und ist damit ungeeignet.

Smital: Dieser Atom-Irrsinn muss beendet werden. Den strahlenden Müll quer durch Deutschland zu transportieren, ist nicht verantwortbar.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Absage an die Atommüll-Kommission

Greenpeace hat gemeinsam mit der Anti-Atom-Organisation ‚Ausgestrahlt‘ und der 'Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg‘ die Teilnahme an der Anhörung der Atommüllkommission am 3. November 2014 in einem Brief abgesagt.

Mehr zum Thema

Rückkehr ins Ungewisse

Japans Versuche, die Region um das AKW Fukushima von Strahlung zu säubern, sind gescheitert, das zeigt ein Greenpeace-Report. Trotzdem sollen die Evakuierten zurück in ihre Häuser.

Der Wahnsinn in Tüten

Atommüll, der sich im Wald stapelt, Atomtransporte auf den Straßen – das Leben rund um Fukushima ist nicht normal. Jetzt reagiert sogar die UN und verlangt von Japan Aufklärung.

Ein klares Jein

An potenziellen Atommüll-Endlagern darf (fast) nicht gebohrt, gegraben, gehämmert werden, so ein neues Gesetz. Nur Gorleben bleibt eine Ausnahme – eine Greenpeace-Klage scheiterte.