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Protest gegen Berlusconis Atomkraftpläne

Rund 30 Atomkraftgegner von Greenpeace haben sich Montagnacht an der Eisenbahnstrecke Vercelli/Chivasso postiert. Dort passierte gegen ein Uhr der Transport mit abgebrannten Brennelementen aus Italiens stillgelegten Atomkraftwerken. Es gelang den Greenpeacern, die Weiterfahrt des Zuges zu verzögern. Ihr Protest richtete sich auch gegen Staatschef Silvio Berlusconi, der sich erst kürzlich für eine Rückkehr zur Atomenergie ausgesprochen hatte.

Die Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich in zwei Gruppen aufgeteilt. Mitglieder der ersten Gruppe ketteten sich neben dem Gleis an einem LKW fest, vier Kletterer der zweiten Gruppe seilten sich von einer Brücke ab. Banner mit den Slogans No Nuclear Transports und No Nukes machten deutlich, worum es ging: Keine Neuauflage der Atomkraft in Italien, keine weiteren gefährlichen Atommülltransporte.

Italien hatte 1987, unter dem Schock des Super-GAU in Tschernobyl, per Volksabstimmung den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Bis 1990 wurden alle vier AKW stillgelegt. Der Bau neuer Atomkraftwerke wurde verboten. Mit dem Transport vom Montag läuft der alte Vertrag mit der britischen Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield aus. Im Dezember 2004 beschloss die italienische Regierung, ihn zu verlängern und auch die restlichen 235 Tonnen abgebrannten Kernbrennstoffs nach Großbritannien zu transportieren.

Dies muss der letzte Transport sein, der Italien verlässt, forderte Roberto Ferrigno, Kampagnendirektor von Greenpeace Italien. Jedes Land muss für den eigenen Müll aufkommen. Die britische Bevölkerung darf nicht unter unserem Atommüll leiden. Die Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield gehört zu den am schlimmsten radioaktiv verseuchten Plätzen der Welt.

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