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Nach dem Atommülltransport - Schicht im Schacht?

Die Atommüllbehälter sind im Zwischenlager Gorleben eingetroffen, doch die Debatte geht weiter. Der Protest gegen die Risikotechnologie Atomkraft ist so stark wie lange nicht mehr. Erneut angefacht wurde er von der Atomlobby selber und vom Debakel um das Atommülllager Asse. Erhöhte Messwerte an den Behältern sorgten für weitere Aufmerksamkeit.

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Nach dem Sturm die Ruhe? Wohl kaum. Die diesjährigen Proteste gegen den Atommülltransport nach Gorleben haben eine neue Sensibilität gezeigt. Die Atomkraft ist wieder ins Gerede gekommen. Im Wendland trafen sich nicht nur die ewigen alten Atomkraftgegner. Der Protest ist auch bei der nächsten Generation wieder angekommen.

Zurückführen lässt sich das sicherlich zum einen auf die Laufzeitdebatte. Die Tricks, mit denen die AKW-Betreiber unverhohlen versuchen, ihre alten Reaktoren über die nächste Bundestagswahl zu bringen, treiben viele Menschen auf die Barrikaden.

Der andere Grund dürfte der Skandal um das Atommülllager Asse sein. Dort hat sich allzu deutlich gezeigt, wie hoch das Verantwortungsbewusstsein der Verantwortlichen einzuschätzen ist. In Asse wurde strahlender Müll gelagert, obwohl bekannt war, dass der Salzstock undicht ist. Das Gleiche droht sich in Gorleben zu wiederholen.

Verantwortungsbewusstsein ließ das niedersächsische Umweltministerium auch jetzt in Dannenberg vermissen. Greenpeace hatte dort aus 14 Meter Entfernung an jedem Atommüllbehälter die Neutronenstrahlung gemessen. Die Werte lagen um das 500-Fache über der normalen Neutronenhintergrundstrahlung. Viel schlimmer noch, sie übertrafen die Werte an den früher benutzten Castoren um 40 Prozent. Nach Einschätzung von Greenpeace verstößt das gegen die Strahlenschutzverordnung, nach der Strahlung minimiert werden muss.

Für das niedersächsische Umweltministerium aber war alles im grünen Bereich - die Grenzwerte waren nicht überschritten. Eine dürftige Reaktion. Zum einen, weil das Ministerium selber lediglich an drei von elf Behältern Kontrollmessungen durchgeführt hatte. Das ist bei einer derart überschaubaren Menge an Messobjekten kaum nachzuvollziehen.

Dem niedersächsischen Umweltministerium unter Sander gehört die Atomaufsicht entzogen. Sowohl in der Asse als auch beim diesjährigen Atommülltransport hat das Ministerium bewiesen, dass sie nicht verantwortungsvoll mit gefährlichem Atommüll umzugehen wissen, sagt Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace.

Das andere ist: Grenzwerte sind nicht alles. Der Staat hat eine Verpflichtung dem Begleitpersonal gegenüber. Es ist nicht hinzunehmen, dass Menschen noch höherer Strahlung ausgesetzt werden als bei vergangenen Castortransporten.

Selbst der Chef der Strahlenschutzkommission des Bundes, Professor Rolf Michel, forderte eine Überprüfung der Strahlung an den jüngst benutzten Atombehältern. Michel sagte Medienberichten zufolge, man müsse nicht nur die Grenzwerte beachten, sondern auch das Gebot, Strahlung zu minimieren.

Den Verantwortlichen scheint das Risiko für die Menschen egal zu sein. Oder sie haben das Problem nicht verstanden. Beides ist gleichermaßen beunruhigend.

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