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Mehr Schutz für Atommüll-Zwischenlager

Bayern lässt seine Atommüll-Zwischenlager an den AKW Gundremmingen und Isar 2 sichern. Vorgesehen sind Medienberichten zufolge zehn Meter hohe Mauern. Die Weisung komme vom Bundesamt für Strahlenschutz, Details unterlägen der Geheimhaltung. Die Gründe sind klar.

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Die Baumaßnahmen sollen die Atommülllager gegen terroristische Angriffe schützen, sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl. Schon seit Monaten verfügt die Bundesregierung über neue Erkenntnisse zur Bedrohungslage von Atomanlagen. Vor diesem Hintergrund ist es unverantwortlich von Bundesumweltminister Röttgen, zwar die Zwischenlager aufzurüsten, aber die benachbarten Reaktoren ohne weiteren Schutz am Netz zu lassen.

Im Zuge des Strahlenskandals am Zwischenlager Gorleben hatte Greenpeace am 6. Oktober 2011 einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt. Er umfasste sämtliche Strahlenmessungen und den damit verbundenen Schriftverkehr. Der Antrag, der nach dem Umweltinformationsgesetz erfolgte, wurde weitgehend abgelehnt.

Am 22. November 2011 zog das niedersächsische Umweltministerium überraschend auch seine Teilgenehmigung wieder zurück. Begründung: Es lägen neuere Erkenntnisse über Tatmittel und Täterverhalten zur Verbesserung des Schutzes der eingelagerten hochradioaktiven Stoffe vor Störmaßnahmen und sonstigen Einwirkungen Dritter vor.

Greenpeace warnt seit Jahren vor der Gefahr, die von Angriffen auf Atomanlagen ausgeht. Dass die Gefahr größer ist als lange Zeit angenommen, bewies auch eine Greenpeace-Studie vom September 2010 über tragbare Waffensysteme.

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