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Konzernspielchen mit AKW-Laufzeiten

Der Stromerzeuger RWE will sein Uralt-AKW Biblis A im kommenden Jahr für sechs Monate stilllegen. Offizieller Anlass: eine lange Revision. Offizieller Grund: die Bundestagswahl 2009. Die deutschen AKW-Betreiber spekulieren auf einen Regierungswechsel.

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Biblis A hätte gemäß Atomkonsens und Reststrommenge noch vor der Bundestagswahl abgeschaltet werden müssen. Genauso wie Neckarwestheim 1, das vom Betreiber EnBW in der vergangenen Woche vom Netz genommen wurde - zwecks umfangreicher Wartung. Durch verlängerte Stillstandszeiten werden die Laufzeiten künstlich verlängert.

Der Stillstand kostet viel Geld. Doch das scheint nicht zu stören. Die Betreiber können sich's leisten. Und sollte im kommenden Jahr eine neue Regierung den Ausstieg aus dem Atomausstieg beschließen, fließen die Euro umso reichlicher. Die alten längst abgeschriebenen Meiler sind wahre Dukatenesel.

Geheimniskrämerei ist den Stromkonzernen in diesem Fall nicht vorzuwerfen. RWE-Chef Jürgen Großmann hat schon vor fast einem Jahr angekündigt, das AKW Biblis so zu betreiben, dass die Restlaufzeit über die Bundestagswahl hinausreicht.

Bis dahin werden wir wohl noch viel über den Segen der Atomkraft für das Klima lesen und über den Segen des Atomstroms für das Portemonnaie des Endverbrauchers - der diesen Strom dank fehlenden Wettbewerbs teuer bezahlt.

Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace: Kraftwerke sind nicht nur betriebswirtschaftliche Anlagen sondern auch Anlagen des öffentlichen Interesses. Sie aus taktischen Gründen an- und abzuschalten wie es beliebt, ist ein Skandal. Laufzeitverlängerungen festigen das Monopol der vier großen Energieversorger. Sie können auch in Zukunft die Preise diktieren.

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Wer heute von Laufzeitverlängerungen für deutsche Atomkraftwerke redet, meint vor allem vier Atommeiler: Biblis A und B, Brunsbüttel und Neckarwestheim. Die Greenpeace-Studie beleuchtet die Sicherheitsaspekte dieser vier Kraftwerke.

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