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Klimaschutzkonzept 2020plus: Altes neu aufgelegt

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat heute das Klimaschutzkonzept 2020plus verabschiedet. Damit will sie vortäuschen, sich stärker auf den Ausbau erneuerbarer Energien zu konzentrieren. Was davon zu halten ist, erklärt Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling.

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Ministerin Gönner hat aus der Reaktorkatastrophe in Fukushima augenscheinlich keine Lehren gezogen. Die Landesregierung setzt heute wie damals auf eine langfristige Nutzung der Atomkraftwerke im Land kritisiert Böhling. Gönners völlig unzureichendes Klimaschutzkonzept ist identisch mit der Vorlage aus dem Dezember 2010 und lässt die riesigen Potenziale der Windkraft im Südwesten außen vor.

Die heutige Entscheidung entlarvt die angekündigte Stilllegung der Atomkraftwerke Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 als rein wahltaktisches Manöver, das alle Optionen für den Weiterbetrieb der Anlagen offen hält. Mit der Ankündigung von Nachjustierungen versucht Umweltministerin Gönner den Bürgern eine Beruhigungspille zu verabreichen.

Böhling stellt fest: Ohne einen radikalen Kurswechsel in der Energiepolitik droht Baden-Württemberg dauerhaft Schlusslicht bei der Zukunftstechnologie Windkraft zu bleiben. Das Festhalten am Auslaufmodell Atomkraft und die Ignoranz der Regierung gegenüber der Windenergie wird der Regierung durch ihre Beteiligung am EnBW-Konzern schon in Kürze teuer zu stehen kommen.

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