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Jugendliche demonstrieren vor deutschen AKWs

Vor den Atomkraftwerken Krümmel und Grohnde stehen heute jeweils rund 25 Greenpeace-Jugendliche und rütteln am Zaun.

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Es ist fast ein Jahr her, seit mehr als 50.000 Menschen in Berlin gegen die Atomkraft demonstriert haben. In zwei Wochen werden wieder Zehntausende in Berlin demonstrieren. Und wir Jugendliche wollen immer noch keine Atomkraft!

Radioaktive Stoffe sind die gefährlichsten Substanzen, die Menschen jemals produziert haben. Sollte es je ein sicheres Endlager geben, müsste der Müll in ihm mindestens 1.000.000 Jahre aufbewahrt werden. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 Jahren sind das 12.500 Menschenleben.

Wir haben aber nicht nur in Krümmel und Grohnde, sondern vor jedem einzelnem deutschen Atomkraftwerk protestiert.

Mir ist es enorm wichtig, an dem Ort zu sein, an dem das Unrecht geschieht. Unrecht, weil ich und meine ganze Generation auf dem hier produzierten Müll sitzen bleiben, meint der 18-jährige Ivo von der Greenpeace Jugend, während er vor dem Atomkraftwerk Krümmel steht.

Mit dabei war stets ein Banner mit einem Buchstaben. Alle Buchstaben und Banner zusammen ergeben unsere Meinung über diese Risikotechnologie:

Atomkraft: Nicht mit uns!

Jeder kann mitmachen. Im Internet wurden von Jugendlichen bereits knapp 400 Fotos mit dem Zeichen gegen Atomkraftwerk und Castortransporte - dem X - auf der Facebook-Seite der Greenpeace Jugend hochgeladen.

Alle Aktivitäten sind Teil einer großen Jugend-Kampagne. Als Höhepunkt wird bald eine Demonstration mit 160 Jugendlichen in Berlin stattfinden. Wir sagen der Bundesregierung ganz klar: Wir wollen euren Mist nicht ausbaden!. Wir wollen eine Zukunft mit 100% erneuerbaren Energien.

Mehr über die Greenpeace Jugend, die aktuelle Kampagne - und wie auch du aktiv werden kannst: www.greenpeace-jugend.de

(Autor: Richard Brand)

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Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

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