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Greenpeace an sieben AKW-Standorten: Nur abschalten ist sicher!

Freitagnacht, 3 Uhr. Greenpeace-Aktivisten haben sich an sieben AKW-Standorten in Deutschland postiert. Mit Diaprojektoren werfen sie ihre Protestbotschaften an die ältesten deutschen Atommeiler: Biblis A und B, Brunsbüttel, Philippsburg 1, Isar 1, Unterweser, Neckarwestheim. Außerdem an den Pannenreaktor Krümmel. Die Aktivisten erinnern an die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Die Attentäter hatten damals auch den Angriff auf ein AKW in Betracht gezogen. Für AKW gilt: Nur abschalten ist sicher!

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Bei den ältesten deutschen AKW ist die Gefahr für tausende Menschen besonders groß, sagt Andree Böhling, Energieexperte bei Greenpeace. Zwar kennen die Behörden das Risiko, ignorieren es jedoch in unverantwortlicher Weise. Diese acht Atommeiler könnten sofort abgeschaltet werden, ohne die Stromversorgung zu gefährden. Bis 2015 können wir ganz aus der Atomkraft aus und auf Erneuerbare Energien umsteigen. Es kann doch nicht sein, dass erst ein schwerer Unfall passieren muss, damit Politiker handeln.

Ein schwerer Reaktorunfall hätte verheerende Folgen für die Bevölkerung. Die tödliche radioaktive Dosis käme über die Luft und würde auch in geschlossenen Räumen aufgenommen. Aufgrund dieser Gefährdungslage klagt Greenpeace derzeit auf Widerruf der Betriebsgenehmigung gegen Philippsburg 1 und fünf weitere AKW: Biblis A und B, Brunsbüttel, Krümmel und Isar 1. Eine Klagemöglichkeit für Dritte gegen den Betrieb eines AKW hatte das Bundesverwaltungsgericht erst am 10. April 2008 eingeräumt.

Acht Jahre nach dem 11. September 2001 gibt es noch immer keine ausreichenden Schutzmaßnahmen gegen terroristische Angriffe auf AKW. Aus internen Dokumenten unter anderem des Bundeskriminalamtes geht hervor, dass die Sicherheitsbehörden das Risiko eines Terroranschlags aus der Luft auf ein deutsches AKW nicht mehr ausschließen. Gleichzeitig ist die bisherige Abwehrtaktik, das AKW im Falle eines Angriffs zu vernebeln, gescheitert. Darin sieht selbst das Bundesumweltministerium ...keine wesentliche Verbesserung der Sicherheit der Kernkraftwerke... (Protokollentwurf Bund-Länder Fachgespräch vom 23. 4. 2007).

CDU/CSU und FDP treten für längere Laufzeitzeiten der Atomkraftwerke ein, dabei missachten sie die Risiken immer noch beharrlich, sagt Atomexperte Heinz Smital von Greenpeace. Merkel und Westerwelle setzen die Sicherheit der Bevölkerung für den Profit der Atomkonzerne aufs Spiel. Die Mehrheit der Deutschen will den Atomausstieg.

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