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Greenpeace: Parteien sollten späten Atomausstieg ablehnen

Vor drei Monaten hat der Länderrat beschlossen, das Atomzeitalter in Deutschland in der kommenden Legislaturperiode endgültig zu beenden. Jetzt will Angela Merkel acht von 17 AKW sofort, in der nächsten Legislaturperiode aber nur noch ein einziges vom Netz nehmen.

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Geht es nach der Kanzlerin, dann produziert Deutschland auch in der über-übernächsten Legislaturperiode noch Atomstrom. Sechs der acht restlichen Reaktoren wären immer noch am Netz, erst 2022 endlich Schluss. Greenpeace appelliert an alle Parteien, diesem Plan nicht zuzustimmen.

Natürlich ist es ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet Frau Merkel, die die Laufzeiten ohne Skrupel verlängerte, jetzt zum rot-grünen Atomausstieg von 2001 zurückkehrt, sagt Brigitte Behrens, Geschäftsfühererin von Greenpeace Deutschland.

Behrens sieht darin aber keinen Grund, diesem unverantwortlich langsamen Ausstieg zuzustimmen. Greenpeace hat mit dem Energiekonzept Der Plan gezeigt, dass Deutschland bis 2015 aus der Risikotechnologie Atomkraft aussteigen kann, ohne die Stromversorgung zu gefährden.

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