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Für ein Jahrhundert ohne atomaren Alptraum

Für eine Zukunft ohne Atomenergie haben 20 Greenpeace-Aktivisten am Dienstag vor dem französischen Wirtschafts- und Finanzministerium in Paris demonstriert. Anlass der Aktion war die internationale Tagung Atomkraft im 21. Jahrhundert, ausgerichtet von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Die schlichte Wahrheit lautet: Jeder zivile Reaktor erzeugt pro Jahr genug Plutonium für 30 Atombomben, erklärte Greenpeace-Sprecher Jan van de Putte. Mit anderen Worten: Jedes Land, das Atomkraftwerke betreibt, kann auch Atombomben bauen, wenn es will. Wer die Segnungen der Atomenergie preist, verfällt dem gleichen Denken, das den atomaren Alptraum des 20. Jahrhunderts hervorgebracht hat.

Atomenergie ist teuer und gefährlich, und sie führt zudem zur Verbreitung von Atomwaffen. Erst im Dezember letzten Jahres hat ein Expertenteam der UNO festgestellt, dass eine Kaskade an Weiterverbreitung auf uns zukommt. Daran ist die IAEA nicht unschuldig. Ihre Förderung nuklearer Projekte in aller Welt hat maßgeblich zur wachsenden Bedrohung durch die Weiterverbreitung von Atomtechnologie beigetragen.

Eine ungefährliche Alternative zum Strom aus Atomenergie befindet sich längst auf der Überholspur: die Windenergie. Sie ist weit billiger, erzeugt bei gleichen Investitionskosten mehr Strom und bietet doppelt so viele Arbeitsplätze. (sit)

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