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EnBW-Geschäftsmodell nicht zukunftsfähig

Es steht nicht gut um den baden-württembergischen Energieversorger EnBW. Richtet er seine Geschäftspolitik nicht konsequent neu aus, könnte er schon bald zum Sanierungsfall werden. Das zeigt eine neue Studie, die der Energiewissenschaftler Prof. Dr. Uwe Leprich im Auftrag von Greenpeace erstellt hat.

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Kein anderer Energieversorger in Deutschland ist so abhängig vom Atomstrom wie EnBW. Seine Gewinne stammen zu über 50 Prozent aus den vier Reaktoren in Neckarwestheim und Philippsburg. Erneuerbare Energien wie Windkraft sind dagegen mit kläglichen 0,4 Prozent am Erzeugungsmix beteiligt. Das ist noch deutlich weniger als bei den anderen drei Energiekonzernen in Deutschland.

Der Fokus auf die überholte Risikotechnologie Atomkraft rächt sich jetzt besonders. Angesichts der verheerenden Katastrophe in Japan und kurz vor der Landtagswahl hat Stefan Mappus es plötzlich eilig, den längst überfälligen Meiler Neckarwestheim 1 abzuschalten.

Die EnBW-Führung hält immer noch an einem Geschäftsmodell aus den siebziger Jahren fest, sagt Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace. Statt massiv in Zukunftstechnologien wie Windkraft zu investieren, klammert sich der Konzern an alte und marode Atommeiler. Als Anteilseigner ist jede künftige Landesregierung gut beraten, ein zukunftsfähiges Konzept für den Konzern zu entwickeln, auch um finanzielle Risiken für das Land abzuwenden und Arbeitsplätze zu sichern.

Stefan Mappus und die EnBW-Aktien

Mit seiner veralteten Strategie kann der Konzern zu einer schweren Hypothek für künftige Landeshaushalte werden. Erst im Dezember 2010 hatte Ministerpräsident Mappus bekannt gegeben, dem französischen Staatsskonzern Electricité de France (EDF) seinen 45-Prozent-Anteil an EnBW abgekauft zu haben - auf Pump. Er hat dafür einen Kredit von gut sieben Milliarden Euro aufgenommen.

Ein riskantes Geschäft. Das Aktienpaket soll zwar mittelfristig wieder verkauft werden, doch das erscheint angesichts der Unternehmensperspektive unrealistisch. Es ist anzunehmen, dass letztendlich die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, um den zweifelhaften Rückkauf zu finanzieren.

Umbau des EnBW-Konzerns unausweichlich

Die Studie empfiehlt EnBW, sich neu auszurichten: zum Infrastrukturdienstleister für Baden-Württemberg sowie Regionalversorger für ausgewählte Regionen. Dieses Geschäft könne durch den nationalen Vertrieb von Strom und Gas und durch eine regionale und überregionale Stromerzeugung mit Zukunftstechnologien wie Windkraft, Solarthermischen Kraftwerken und Gas ergänzt werden. Zur Finanzierung des Umbaus könnten auch einzelne Unternehmensbeteiligungen veräußert werden.

Der EnBW-Konzern muss schnell grüner und bodenständiger werden, ansonsten könnte der EnBW-Deal von Ministerpräsident Mappus für das Land zum finanziellen Fiasko werden, so Böhling. Auf welch wackeligen Beinen das bisherige Geschäftsmodell steht, zeigt sich mit der bevorstehenden Stilllegung des Atomkraftwerks Neckarwestheim 1.

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