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Dem Castor-Protest ein Gesicht geben

In knapp 50 Städten können Bürger am Samstag bei einer Foto-Aktion dem Protest gegen die aktuelle Atompolitik ihr Gesicht leihen. Greenpeace-Aktivisten werden die Teilnehmer mit dem Symbol des Castor-Widerstands fotografieren, dem gelben X. Greenpeace wird die Fotos dann im Internet präsentieren und auf die Auftaktdemonstration gegen den nächsten Castor-Transport mitnehmen.

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Viele Bürger lehnen die Atompolitik der Bundesregierung ab, doch nicht alle können am 5. November persönlich an der Demonstration im Wendland teilnehmen. Die Foto-Aktion soll jedem die Möglichkeit geben, sich am Protest gegen die Laufzeitverlängerung und die Endlagerungspläne in Gorleben zu beteiligen. Bisher schon gesammelte Bilder sind unter www.facebook.de/greenpeace-jugend zu sehen.

Nach den Plänen der Regierung sollen deutsche Atomkraftwerke im Schnitt zwölf Jahre länger laufen. Durch die Übertragung von Reststrommengen und Stillstandszeiten könnten sogar noch im Jahr 2050 Atomkraftwerke am Netz sein. Dabei entstehen große Mengen strahlenden Abfalls, für den im Moment weltweit noch kein einziges betriebsbereites, sicheres Endlager existiert.

Die geplante Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken schadet Deutschland, sagt Tobias Riedl, Atomexperte von Greenpeace. Sie beschert uns fast 5000 Tonnen zusätzlichen hochradioaktiven Atommüll, der in dem undichten Salzstock Gorleben gelagert werden soll - zur Not auch durch eine Enteignung der Anwohner.

Greenpeace fordert einen Atomausstieg bis 2015 und eine wirklich ergebnisoffene Suche nach Alternativen zu Gorleben.

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