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Castor nähert sich der Grenze

Der Zug mit den elf Castoren hat um ca. zwei Uhr nachts bei Amiens seine Route geändert und ist über Bar-le-Duc und Metz in Richtung Lauterbourg gefahren. Die französische Anti-Atomkraft-Bewegung Sortir du nucléaire veröffentlichte einen neuen möglichen Fahrplan.

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Der Zug mit 123 Tonnen Atommüll aus deutschen AKW war pünktlich um 14:22 Uhr in Valognes gestartet. Um 16:00 Uhr musste er zum ersten Mal halten. Zwölf Atomkraftgegner hatten sich bei Caen an die Gleise gekettet. Bis gegen 19 Uhr war die französische Polizei damit beschäftigt, die Protestierenden loszuschweißen. Bis zum Zwischenlager Gorleben muss der Transport eine Strecke von rund 1000 Kilometern zurücklegen.

Im Wendland bereiten sich derweil Atomkraftgegner aller Altersgruppen auf ihren Protest vor. Für die große Demo am 6.11. in Dannenberg werden mindestens 30.000 Menschen erwartet.

Greenpeace fordert von der Bundesregierung, die Castorbehälter nicht ins wendländische Gorleben zu bringen, sondern sie im grenznahen AKW Philippsburg zwischenzulagern, um keine weiteren Sachzwänge für das zu untersuchende Endlager in Gorleben zu schaffen. Greenpeace hält den Salzstock in Gorleben als Endlager für hochradioaktiven Müll für ungeeignet.

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