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Ab Freitag 1.4.2011

Atomarer Notstand in Japan (Teil 4)

Japan ist vom schlimmsten Erdbeben seiner Geschichte heimgesucht worden. Ein verheerender Tsunami überrollte in der Folge die nordostjapanische Küste. In dieser Not bedroht eine weitere Gefahr die Menschen: der GAU im AKW Fukushima 1 (Daiichi). Wir informieren je nach Nachrichtenlage über den Stand der Dinge. (Zeitangaben nach MEZ. Japan: MEZ + sieben Stunden /Sommerzeit.) Die Zeitabstände zwischen neuen Einträgen können jetzt entsprechend größer sein.

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Freitag, 29. April 2011

15:23 Uhr: Nachdem am Donnerstag 10 Tonnen Kühlwasser in den Reaktor gepumpt worden waren, plant Tepco die Menge des Kühlwassers für Reaktor 1 auf sechs Tonnen zu reduzieren. So solle die Gefahr einer möglichen Wasserstoffexplosion verhindert werden. Das berichtet Jiji Press. (dpa)

10:48 Uhr: Im havarierten Atomkraftwerk Fukkushima Daiichi sind seit Mitte April zwei in den USA hergestellte Roboter im Einsatz. Jetzt will Betreiberfirma Tepco drei weitere Geräte einsetzen, um die Mitarbeiter vor hoher Strahlungsbelastung zu schützen.

Radioaktive Strahlung in den Reaktorgebäuden verhindert, dass wichtige Kühlfunktionen wieder hergestellt werden können.

Zwei der Roboter werden vom US-Energieministerium bereitgestellt. Wie Nikkei berichtet, seien die Talon-Roboter mit Kameras zum Aufspüren von Gamma-Strahlung und GPS ausgestattet. Die Maschinen sollen innerhalb und außerhalb der Reaktorgebäude Strahlenmessungen vornehmen.

Ein drittes Gerät ist der in Japan entwickelte Quince-Roboter. Dieser sei besonders für den Einsatz auf unebenem Gelände geeignet. Er soll zur Steuerung der Pumpen genutzt werden, die zur Kühlung der abgebrannten Brennelemente Wasser in die beschädigten Abklingbecken spritzen. (dpa)

Donnerstag, 28. April 2011

17:57 Uhr: Wie der Sender NHK berichtet, sind in Fisch und Spinat erhöhte Dosen radioaktiven Cäsiums gefunden worden. Die Lebensmittel stammten aus der Nähe des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima. Beim Spinat seien Werte etwa doppelt so hoch wie zulässig gewesen, beim Fisch fünf- bis sechsmal höher als der Grenzwert.

Noch immer ist unklar, ob die Reaktoren dicht sind oder nicht. Betreiberfirma Tepco pumpt derzeit mehr Wasser in Reaktor 1. Der Konzern will damit einerseits die Kaltabschaltung des Reaktors proben und außerdem prüfen, ob es weitere Lecks in der Hülle gibt. Tepco plant die so genannte Kaltabschaltung bis Jahresende. Um Reaktor 1 dauerhaft kühlen zu können, müssten große Wassermengen eingefüllt werden. Diese könnten allerdings neue Risse in der Reaktorhüllte verursachen.

Problematisch ist auch, dass das Becken mit den Abklingelementen immernoch offen liegt, wodurch weiter Radioaktivität freigesetzt wird.

Das belastete Abwasser aus dem Atomkraftwerk Fukushima soll nach Regierungsangaben ab Juni dekontaminiert werden.

(Quellen: dpa/stern.de/taz.de)

Mittwoch, 27. April 2011

12.06 Uhr: Mindestens eine Arbeiterin hat im havarierten Atomkraftwerk eine viel zu hohe Strahlendosis abbekommen. Bei der über Fünfzigjährigen wurden schon Ende März 17,55 Millisievert gemessen. Dieser Wert ist mehr als dreifach höher als die innerhalb von drei Monaten erlaubten fünf Millisievert. Das berichtet Betreiber Tepco laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Zwar ginge es der Frau gut, die größten Gefahren einer zu hohen Strahlendosis sind jedoch Langzeitfolgen wie Krebs. Zwei andere Frauen haben möglicherweise ebenfalls zu hohe Dosen abbekommen. Wie genau dies passieren konnte, sei unklar. Jiji zufolge sei möglich, dass die Arbeiterinnen radioaktiven Staub eingeatmet hätten. Inzwischen werden in Fukushima keine Frauen mehr am zerstörten AKW eingesetzt.

Schon vor einigen Tagen war berichtet worden, dass es mittlerweile 30 Arbeiter gibt, die eine Strahlendosis von mehr als 100 Millisievert abbekommen haben. In Deutschland dürfen strahlenexponierte Personen, wie Mitarbeiter eines AKW, einer jährlichen Dosis von 20 Millisievert ausgesetzt werden.

Derweil wurde von den zur Analyse eingesetzten ferngesteuerten Roboter an Reaktor 1 kein bemerkenswerter Wasserausfluss festgestellt. Die Überprüfung wird jedoch fortgesetzt. So, dass nach Möglichkeit in den nächsten Tagen wieder damit begonnen werden kann, die Brennstäbe vollständig mit Wasser zu bedecken.

Außerdem wurde am Mittwoch in der Stadt Koriyama, etwa 50 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt, damit begonnen, auf Spielplätzen von Schulen und Kindergärten den Boden abzutragen. Hierdurch sollen die Kinder bald wenigstens zeitweise wieder draußen spielen können. Teilweise waren hier im Boden Strahlenwerte von 3,8 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. (dpa)

Dienstag, 26. April 2011

16:02 Uhr: Das Abpumpen radioaktiven Wassers hat laut Betreiberfirma Tepco äußerste Priorität. Am Wochenende hatte das Unternehmen angekündigt, weitere Zwischenlager bauen zu wollen. Bis Anfang Juni sollen Kapazitäten für 31.400 Tonnen des verstrahlten Wassers geschaffen werden. Die Wassermassen gefährden die Arbeiter, sodass es zu Verzögerungen bei den Reparaturen am Kühlsystem kommt.

Wie Kyodo meldet, soll aus Reaktor 1 möglicherweise Wasser auslaufen. Dadurch könnte das Einleiten von Kühlwasser in die innere Schutzhülle werden - dieses ist enorm wichtig, um die Brennstäbe vor dem Schmelzen zu bewahren. Am Dienstag werden ferngesteuerte Roboter eingesetzt, um dies zu prüfen.

12:20 Uhr: Die Nachrichtenlage zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima wird dünner - doch Entwarnung bedeutet das keineswegs.

In Fukushima haben sich innerhalb eines Monats die Werte radioaktiven Jods und Cäsiums vervielfacht. Cäsium 134 und 137 wurden in 250-fach höheren Dosen gemessen, die Werte von Jod-131 haben sich verzwölffacht. Das berichtet der japanische Nachrichtensender NHK.

Auch steigt der Pegelstand des radioaktiv verseuchten Wassers weiter an. Aktuell müssten etwa 70 000 Tonnen abgepumpt werden.

Derweil ist in der Gegend um das Atomkraftwerk von der japanischen Regierung eine Sperrzone eingerichtet worden. Bisher waren immer wieder Flüchtlinge in das stark radioaktiv verseuchte Gebiet zurückgekehrt, um Sachen aus ihren Häusern zu holen. Seit Donnerstag darf das Gebiet in einem Radius von 20 Kilometern um die havarierte Atomanlage nur noch mit staatlicher Genehmigung betreten werden. (dpa/n-tv)

Donnerstag, 21. April 2011

14:06 Uhr: In Japan bleiben die Schulen weiter geöffnet. Wie die Nachrichtenagentur Jiji-Press berichtet, hat die japanische Regierung beschlossen, dass Schulen und Spielplätze so lange geöffnet bleiben, wie die Strahlendosis unter freiem Himmel nicht mehr als 3,8 Microsievert pro Stunde beträgt.

Damit wäre ein Mensch, der sich täglich acht Stunden draußen bewegt, innerhalb von einem Jahr einer Dosis von rund 20 Millisievert ausgesetzt.

Im Vergleich:

Der Strahlengrenzwert in Deutschland beträgt 1 Millisievert pro Jahr für Normalbürger. 20 Millisievert gelten hierzulande für strahlenexponierte Personen, wie z. B. Arbeiter in einem Atomkraftwerk. Da jedoch Kinder und Heranwachsende einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind, dürfen in solchen Berufen nur Volljährige arbeiten.

Mittwoch, 20. April 2011

In der japanischen Regierung wird derzeit darüber diskutiert, die 20 Kilometerzone rund um das Atomkraftwerk Fukushima dauerhaft zu sperren und den Zutritt komplett zu verbieten. (dradio.de)

Noch in der vergangenen Woche wurde berichtet, dass den Evakuierten erlaubt werden solle, in ihre Häuser zurückzukehren, um persönliche Gegenstände zu holen.

Dienstag, 19. April 2011

Japans Regierung hält eine komplette Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima Eins für unwahrscheinlich. Das hat Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag mitgeteilt. So lange die Reaktoren gekühlt würden, sei diese Gefahr gebannt. Die Atomaufsichtsbehörde hatte zuvor bekannt gegeben, dass in den Reaktoren 1, 2 und 3 die Brennstäbe zumindest teilweise geschmolzen seien. Auch könnten, laut Betreiberfirma Tepco, die gebrauchten Brennstäbe in Reaktor 2 beschädigt sein. Dies werde geprüft.

Die zur Kühlung eingesetzten Millionen Liter Wasser behindern weitere Arbeiten. In Reaktor 2 befinden sich geschätzte 25.000 Tonnen stark verseuchten Wassers. Hier haben Arbeiter mit dem Abpumpen begonnen. Es sei möglich, täglich rund 480 Liter zu entfernen, meldete die Agentur Jiji. Das radioaktiv verseuchte Wasser aus Reaktor 2 wird in eine Auffanganlage geleitet. In den Reaktoren 1 und 3 befinden sich geschätzte 42.500 Tonnen allerdings relativ gering verstrahlten Wassers.

Gleichzeitig wurden nun auch zum ersten Mal ferngesteuerte Roboter in den Reaktoren 1 und 3 eingesetzt. Mit Hilfe der Geräte wird Strahlendosis, Temperatur und Druck gemessen, um zu prüfen, ob in den Reaktoren Menschen arbeiten können. In Block 1 sind 10 bis 49 Millisievert pro Stunde gemessen worden, in Block 3 waren es 28 bis 57 Millisievert pro Stunde. Damit ist die Strahlenbelastung fast 6000-mal höher als während des Normalbetriebs.

Die EU-Kommission hat ihren Mitgliedsstaaten derweil einen einheitlichen Grenzwert für Schiffe aus Japan empfohlen. Der Wert liegt bei 0,2 Mikrosievert pro Stunde, was auch dem in Deutschland geltenden Grenzwert entspricht. Wird bei einem Schiff eine höhere Kontamination gemessen, müssen die anderen EU-Staaten über das Warnsystem für nukleare Notfälle Ecurie informiert werden. Bei leichter Kontamination können die Schiffe abgewaschen werden. Die Kommission geht davon aus, dass es keine Fälle mit hoher radioaktiver Belastung geben werde. (Spiegel.de/dpa)

Freitag, 15. April 2011

11:35 Uhr: Geschmolzener Brennstoff hat sich als körnige Masse am Boden der Reaktordruckbehälter angesammelt, meldet die japanische Atomenergieverband. In Bodenproben auf dem Gelände der Atomruine wurde zum dritten Mal Plutonium gefunden. Die Techniker versuchen nach wie vor, die Reaktoren zu stabilisieren, Lecks abzudichten und Stickstoff in Block 1 zu pumpen, um eine Wasserstoffexplosion zu verhindern. (Kyodo News)

11:10 Uhr: Überblick über die vergangenen Tage. Weitere Nachbeben haben die Region im Nordosten Japans erschüttert. Das Greenprace-Messteam vor Ort hat erhöhte Cäsium-Werte in Fukushima City und anderen Gegenden gefunden. Die Strahlenschutzexperten haben ihre Erkenntnisse am 11. April auf einer Pressekonferenz in Tokio vorgestellt. Sie fordern mehr Schutz für die Bevölkerung. Die japanische Regierung will nun doch mehr Menschen evakuieren. Für Samstag ist Wind aus Norden angekündigt. Er könnte radiokative Partikel in Richtung Tokio tragen.

Freitag, 08. April 2011

Hier finden Sie eine Zusammenfassung zur Lage im Atomkraftwerk Fukushima 1 (dpa)

12:17 Uhr: Die japanische Regierung denkt darüber nach, den Evakuierungsradius zu erweitern. Eventuell solle auch Bewohnern außerhalb der 30 Kilometerzone um den Katastrophenreaktor zum Verlassen ihrer Wohnungen geraten werden. Das berichten japanische Medien. (dpa)

12:07 Uhr: Bei dem schweren Nachbeben am Donnerstag sind der Nachrichtenagentur Jiji Press zufolge mindestens vier Menschen gestorben und 140 weitere verletzt worden. Das Epizentrum des Bebens lag in der Präfektur Miyagi, in etwa 40 Kilometern Tiefe. Es hatte zahlreiche Brände und vielerorts Stromausfall ausgelöst. (dpa)

11:39 Uhr: Nach dem starken Beben am Donnerstag, war von einem Wasserleck und zwei beschädigten Stromleitungen im Atomkraftwerk Onagawa berichtet worden. Laut NHK sei jedoch die Kühlung der Brennstäbe durch eine dritte funktionierende Energiequelle weiter gewährleist. Auch seien keine erhöhten Strahlenwerte außerhalb des Kraftwerks gemessen worden. (tagesschau.de/NHK/ftd)

Donnerstag, 07. April 2011

18:03 Uhr: NHK meldet, dass alle Tsunami-Warnungen aufgehoben wurden. (NHK)

17:52 Uhr: Weder in Fukushima Daiichi noch beim Atomkraftwerk Onagawa sind nach dem Beben abnormale Strahlenwerte gemessen worden. (Kyodo)

17:31 Uhr: Angeblich gibt es nach dem Beben bei keinem der sechs Reaktoren am AKW Fukushima 1 (Daiichi) Probleme. Die Arbeiten gehen laut Kyodo weiter, es wird weiterhin Kühlwasser zugeführt.

NHK meldete zuvor, dass die Arbeiter evakuiert worden seien und zurückkehren würden, sobald Entwarnung gegeben worden sei.

Im Atomkraftwerk Onagawa wurden bei dem Beben zwei von drei Leitungen beschädigt, die externe Stromversorgung damit beeinträchtigt. Dies sei der japanischen Atomsicherheitsbehörde zufolge jedoch unproblematisch. (Kyodo/NHK)

16:56 Uhr: Der Nordosten Japans ist erneut von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden. Das Beben hatte die Stärke 7,4 auf der Richterskala. Es ging eine Tsunami-Warnung hinaus.

14:56 Uhr: Im Europaparlament herrscht Uneinigkeit darüber, wie mit den Folgen des Atomunfalls von Japan umzugehen ist. Mit knapper Mehrheit wurde laut ftd.de eine fraktionsübergreifende Entschließung mit Forderungen nach Stilllegung gefährlicher Anlagen und nach einem Moratorium für den Bau neuer Anlagen abgelehnt.

Auch sind in Straßburg einzelne Entschließungen von Christdemokraten, Sozialdemokraten, Liberalen, Konservativen und den Grünen wurden zurückgewiesen worden. (ftd.de)

14:39 Uhr: Wie n-tv berichtet, sind in Südkorea aus Angst vor radioaktivem Niederschlag einige Schulen geschlossen worden. Auch haben die Behörden vor Aufenthalten im Freien gewarnt. (n-tv.de)

12:49 Uhr: Im Meer vor Fukushima ist die Strahlenbelastung auch nach Abdichten des Lecks weiter hoch. Der staatliche Nachrichtensender NHK meldete am Donnerstag, die Messwerte vom Mittwoch hätten eine um das 140 000-fach erhöhte Belastung mit dem radioaktiven Jod-131 ergeben. Tepco zufolge sei die Strahlung mit 5600 Becquerel pro Kubikzentimeter aber nur noch halb so hoch wie am Dienstag. (dpa)

11:48 Uhr: Kyodo berichtet, dass die japanische Regierung darüber nachdenkt, den Evakuierten rund um die Atomanlage Fukushima eine kurzzeitige Rückkehr in ihre Häuser zu erlauben. Dabei solle den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, Bedarfsgegenstände und Wertsachen zu holen. Derzeit überlege man, wie bei einem solchen Besuch die Sicherheit der Menschen gewährleistet werden könne, so Regierungssprecher Edano. (Kyodo)

Mitwoch, 06. April 2011

17:27 Uhr: Keine guten Nachrichten vom Deutschen Wetterdienst (DWD): Am Freitagabend wird voraussichtlich ein Regengebiet über Japan ziehen. Das würde für Fukushima radioaktiven Niederschlag bedeuten. (welt.de)

16:27 Uhr: Wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Mittwoch meldete, denkt Tepco über einen Entschädigungsfonds für Anwohner der Risikozone, Fischer und Landwirte nach. An dem Fonds sollte sich neben der Betreiberfirma auch der Staat beteiligen. (dpa)

15:00 Uhr: Die japanische Regierung will ihre gegenwärtigen Höchstgrenzen zur jährlichen Strahlendosis überdenken. Die bisher geltenden Bestimmungen seien darauf ausgelegt, dass Menschen nur während eines kurzen Zeitraums hoher Strahlung ausgesetzt sind.

Auf Grund der Atomkrise im zerstörten Kernkraftwerk Fukushima 1 seien möglicherweise Anpassungen nötig. Dies sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch laut japanischen Medienberichten. (welt.de)

11:47 Uhr: Die EU will schärfere Strahlengrenzwerte für importierte Lebensmittel aus Japan einführen. Wie EU-Kommissionspräsident Barosso am Dienstag vor dem Europaparlament mitteilte, sollten die Grenzwerte so lange gelten, bis durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt wurde, dass sie nicht mehr notwendig sind. Die neuen Grenzwerte könnten schon in der kommenden Woche in Kraft treten. (dpa)

11:34 Uhr: In Reaktorblock Zwei des Unglücksmeilers Fukushima ist das Loch offenbar mit Flüssigglas abgedichtet worden. Tagesschau.de berichtet, dass scheinbar kein Wasser mehr aus dem Graben läuft. Trotzdem pumpt Tepco weiter radioaktives Wasser in den Pazifik, um in den Tanks noch stärker verstrahltes Wasser speichern zu können. (tagesschau.de)

11:28 Uhr: Kinder aus der Evakuierungszone sind jetzt in der Stadt Fukushima in erhalten gebliebene Schulen eingeschult worden. Wegen der größeren Zahl an Kindern wurden an diesen Schulen mehr Lehrer eingestellt. Die Kinder leben in Notlagern, seit die 20-Kilometer-Zone evakuiert wurde. (dpa)

11:27 Uhr: In Reaktor Eins des Unglücksmeilers Fukushima droht erneut eine Wasserstoffexplosion. Laut ftd.de seien die Brennstäbe kurzzeitig nicht mit Wasser gekühlt worden und stark erhitzt. Um eine weitere Explosion zu verhindern, haben Arbeiter damit begonnen, Stickstoff in die Meiler zu pumpen. (ftd.de)

11:21 Uhr: Wie der Stern berichtet, sind nun auch im Wasser der kanadischen Stadt Vancouver radioaktive Spuren aus dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima entdeckt worden. Die Werte seien allerdings verschwindend gering. (Stern)

10:57 Uhr: Japans Fischer sind stinksauer: Seitdem Tepco begonnen hat, radioaktiv verseuchtes Wassers ins Meer zu leiten, werden auf Tokios berühmten Fischmarkt Tsukiji und auf anderen Märkten Fänge aus der Region rund um das havarierte AKW Fukushima zurückgewiesen. Wie dpa berichtet, seien die Fischer geschockt und wütend. Am gleichen Tag versprach ihnen Regierungschef Yukio Edano Schadensersatzgelder. (dpa)

Dienstag, 05. April 2011

14:40 Uhr: Japan hat ein riesiges Tankfloß in Bewegung gesetzt, um radioaktives Wasser aus dem AKW Fukushima 1 aufzufangen. Das sogenannte Megafloat legte am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in der Stadt Shimizu in der Provinz Shizuoka ab und wird zunächst in eine Werft in Yokohama gezogen. Dort soll es laut Nachrichtenagentur Jiji Press für den Einsatz an der Atomruine umgebaut werden.

Das stählerne Tankfloß werde voraussichtlich nach dem 16. April in Fukushima eintreffen, hieß es. Es kann 10 Millionen Liter aufnehmen, ist 136 Meter lang und 46 Meter breit. Bislang wurde es im Hafen von Shimizu als schwimmende Insel für Angler benutzt. (dpa)

12:20 Uhr: In Fukushima wird weiterhin radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Tepco will damit Platz schaffen, um in Tanks noch stärker verstrahltes Wasser speichern zu können.

Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, dass bis Dienstagmittag (Ortszeit) rund 3430 Tonnen leicht belastetes Wasser in den Pazifik strömten. Insgesamt sollen 11.500 Tonnen abgelassen werden.

Die Helfer in Fukushima stehen vor einem Dilemma: Sie leiten Wasser zum Kühlen der Reaktoren in die Kraftwerksgebäude, wissen dann aber nicht, wohin damit. Die Behörden gehen davon aus, dass sich inzwischen 60.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser im Keller der Reaktorgebäude sowie in unterirdischen Kanälen angesammelt hat. Das Wasser behindert das weitere Vorgehen der Arbeiter. (dpa/Welt online)

Montag, 04. April 2011

17:34 Uhr: Russland wird Japan mit einem Spezialschiff zur Entsorgung von Atommüll helfen. Die schwimmende Aufbereitungsanlage Landysch soll beim Abpumpen des radioaktiv verseuchten Wassers aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins helfen. Das Schiff war vor zehn Jahren von Japan finanziert worden, um den Abfall ausgemusterter russischer Atom-U-Boote unschädlich zu machen.

Ein Sprecher des Staatsunternehmens Rosatom sagte am Montag nach Angaben der Agentur Ria Nowosti, die Leihgabe sei ein symbolischer Akt. Man sei bereit seinen Freunden zu helfen, so wie sie einst geholfen hätten.

15:04 Uhr: Die EU hat ihre finanzielle Unterstützung für Japan auf mehr als 15 Millionen Euro aufgestockt. Mit dem Geld sollen 30.000 Menschen, die Erdbeben- und Tsunami zum Opfer fielen und derzeit in Notunterkünften leben, mit Nahrungsmitteln, Decken und Matratzen versorgt werden.

14:33 Uhr: Im Pazifik gefangener Fisch soll schon frühzeitig auf Radioaktivität untersucht werden. Das kündigte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Fischindustrie und des Fischhandels, Matthias Keller, am Montag in Hamburg an. Neben den staatlichen Grenzeingangskontrollen plane man, den angelandeten Fisch schon im Hafen zu untersuchen. Wie Keller mitteilte, solle durch zusätzliche Stichproben bei der Rohwarenkontrolle sicher gestellt werden, dass nur gesundheitlich unbedenkliche Fische in den Handel gelangen.

12:55 Uhr: Die Betreiberfirma Tepco hat damit begonnen, am havarierten Atomkraftwerark Fukushima radioaktiv veseuchtes Wasser ins Meer abzuleiten. Insgesamt sollen 11 500 Tonnen kontrolliert abgelassen werden. Wie die japanische Agentur Kyodo berichtet, würden durch die Wassermassen die Arbeiten im Kraftwerk behindert. Laut Tepco strahle die Flüssigkeit nur schwach.

Freitag, 01. April 2011

18:14 Uhr: Die Zahl der identifizierten Toten im Nordosten Japans hat sich auf 11.734 erhöht. Drei Wochen nach Erdbeben und Tsunami werden weiterhin 16.375 Menschen vermisst.

15:02 Uhr: Am Sonntag dreht der Wind in Japan wieder auf Nord bis Nordost. Damit könnten dann radioaktive Partikel aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima in Richtung der Millionenmetropole geweht werden.

14:41 Uhr: Tepco hat auf Anordnung der Atomaufsichtsbehörde die Analyse des Grundwassers wiederholen müssen. Der Atomkonzern bestätigte in einer weiteren Untersuchung die voran gegangenen Messungen nach denen 10.000-fach erhöhte Werte Jod-131 gefunden worden waren.

Tepco war zuvor wegen fehlerhafter Messungen und seiner (ungenügenden) Informationspolitik in Kritik geraten.

Atomarer Notstand in Japan (Teil 3)

Atomarer Notstand in Japan (Teil 2)

Atomarer Notstand in Japan (Teil 1)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

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Von Fukushima in eine erneuerbare Zukunft

Nach dem verheerenden Atomunfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi muss Japan umdenken: Die Bevölkerung will weg von der gefährlichen Nuklearenergie hin zu Wind und Sonne. Doch für die Regierung wiegen die Interessen der Atomindustrie schwerer.

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