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Ab Donnerstag 24.3.2011

Atomarer Notstand in Japan (Teil 3)

Japan ist vom schlimmsten Erdbeben seiner Geschichte heimgesucht worden. Eine nach neuen Meldungen bis zu 23 Meter hohe Flutwelle überrollte die nordostjapanische Küste. In dieser Not sind die Menschen einer weiteren Gefahr ausgesetzt: Im Katastrophengebiet liegen mehrere große Nuklearanlagen. In Japan herrscht der atomare Notstand. Wir informieren, der Nachrichtenlage entsprechend, über den Stand der Dinge. (Zeitangaben nach MEZ. Japan: MEZ + sieben Stunden /Sommerzeit.)

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Dienstag, 5.4.2011

12:20 Uhr: In Fukushima wird weiterhin radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Tepco will damit Platz schaffen, um in Tanks noch stärker verstrahltes Wasser speichern zu können.

Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, dass bis Dienstagmittag (Ortszeit) rund 3430 Tonnen leicht belastetes Wasser in den Pazifik strömten. Insgesamt sollen 11.500 Tonnen abgelassen werden.

Die Helfer in Fukushima stehen vor einem Dilemma: Sie leiten Wasser zum Kühlen der Reaktoren in die Kraftwerksgebäude, wissen dann aber nicht, wohin damit. Die Behörden gehen davon aus, dass sich inzwischen 60.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser im Keller der Reaktorgebäude sowie in unterirdischen Kanälen angesammelt hat. Das Wasser behindert das weitere Vorgehen der Arbeiter. (dpa/Welt online)

Montag, 04. April 2011

17:34 Uhr: Russland wird Japan mit einem Spezialschiff zur Entsorgung von Atommüll helfen. Die schwimmende Aufbereitungsanlage Landysch soll beim Abpumpen des radioaktiv verseuchten Wassers aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins helfen. Das Schiff war vor zehn Jahren von Japan finanziert worden, um den Abfall ausgemusterter russischer Atom-U-Boote unschädlich zu machen.

Ein Sprecher des Staatsunternehmens Rosatom sagte am Montag nach Angaben der Agentur Ria Nowosti, die Leihgabe sei ein symbolischer Akt. Man sei bereit seinen Freunden zu helfen, so wie sie einst geholfen hätten.

15:04 Uhr: Die EU hat ihre finanzielle Unterstützung für Japan auf mehr als 15 Millionen Euro aufgestockt. Mit dem Geld sollen 30.000 Menschen, die Erdbeben- und Tsunami zum Opfer fielen und derzeit in Notunterkünften leben, mit Nahrungsmitteln, Decken und Matratzen versorgt werden.

14:33 Uhr: Im Pazifik gefangener Fisch soll schon frühzeitig auf Radioaktivität untersucht werden. Das kündigte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Fischindustrie und des Fischhandels, Matthias Keller, am Montag in Hamburg an. Neben den staatlichen Grenzeingangskontrollen plane man, den angelandeten Fisch schon im Hafen zu untersuchen. Wie Keller mitteilte, solle durch zusätzliche Stichproben bei der Rohwarenkontrolle sicher gestellt werden, dass nur gesundheitlich unbedenkliche Fische in den Handel gelangen.

12:55 Uhr: Die Betreiberfirma Tepco hat damit begonnen, am havarierten Atomkraftwerark Fukushima radioaktiv veseuchtes Wasser ins Meer abzuleiten. Insgesamt sollen 11 500 Tonnen kontrolliert abgelassen werden. Wie die japanische Agentur Kyodo berichtet, würden durch die Wassermassen die Arbeiten im Kraftwerk behindert. Laut Tepco strahle die Flüssigkeit nur schwach.

Freitag, 01. April 2011

18:14 Uhr: Die Zahl der identifizierten Toten im Nordosten Japans hat sich auf 11.734 erhöht. Drei Wochen nach Erdbeben und Tsunami werden weiterhin 16.375 Menschen vermisst.

15:02 Uhr: Am Sonntag dreht der Wind in Japan wieder auf Nord bis Nordost. Damit könnten dann radioaktive Partikel aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima in Richtung der Millionenmetropole geweht werden.

14:41 Uhr: Tepco hat auf Anordnung der Atomaufsichtsbehörde die Analyse des Grundwassers wiederholen müssen. Der Atomkonzern bestätigte in einer weiteren Untersuchung die voran gegangenen Messungen nach denen 10.000-fach erhöhte Werte Jod-131 gefunden worden waren.

Tepco war zuvor wegen fehlerhafter Messungen und seiner (ungenügenden) Informationspolitik in Kritik geraten.

Donnerstag, 31. März 2011

18:05 Uhr: Wie Kyodo nach Angaben der dpa berichtet, handelt es sich bei der Substanz Im Grundwasser um Jod-131 in 10 000-fach erhöhter Konzentration.

17:33 Uhr: Im Grundwasser bei Reaktor 1 von Fukushima Daiichi ist eine radioaktive Substanz gefunden worden. Wie Tepco nach Angaben von Kyodo mitteilte, lag die Konzentration 10 000 Mal über dem Normalwert.

Welche Substanz gemessen worden war, wurde nicht gesagt. (Kyodo)

16:48 Uhr: Die japanische Regierung erwägt eine Lockerung der Beschränkungen für Lebensmittelllieferungen aus der Nähe der Anlage Fukushima Daiichi. Konkret handelt es sich dabei um Milch und Gemüse. Die Produkte müssten im Vorfeld dreimal auf radioaktive Kontamination getestet und als sicher befunden worden sein.

Wie Kyodo berichtet, habe die Regierung mit dieser Idee auf Anfragen von ansässigen Bauern und örtlichen Behörden reagiert.

16:02 Uhr: Wegen der Strahlengefahr sind nach dem Erdbeben am 11. März noch bis zu 1000 Leichen nicht geborgen worden. Die Leichen in der Evakuierungszone rund um das AKW Fukushima Eins haben hohe Strahlendosen abbekommen.

Wie Kyodo schreibt, gibt es Befürchtungen, dass bei einer Bergung Gesundheitsgefahren für die Rettungsteams entstehen könnten. Auch besteht die Gefahr, dass bei einer anschließenden Einäscherung Partikel in die Luft oder bei einer Erdbestattung der Boden kontaminiert werden könnte.

15:30 Uhr: Wie der Fernsehsender NHK berichtet, hat Tepco nicht jeden seiner Arbeiter im havarierten Kernkraftwerk Fukushima Eins mit einem Strahlenmessgerät ausgerüstet.

Tepco sagte, das Erdbeben habe viele Strahlenmessgeräte zerstört. Arbeiter, die ohne unterwegs gewesen wären, seien nur an Stellen mit geringer Strahlung eingesetzt worden. Alle Sicherheitsmaßnahmen würden eingehalten.

Ein Arbeiter, der dafür verantwortlich war die Stromzufuhr wieder herzustellen, sagte, dass jeder von ihnen verschiedenen Strahlendosen ausgesetzt gewesen sei und er keine Ahnung habe, wieviel er selbst abbekommen hat.

Die japanische Regierung verlangt von den Konzernen, dass jedem Arbeiter, der unter solchen Bedingungen arbeiten muss, ein entsprechendes Gerät zur Verfügung gestellt wird. (NHK)

14:54 Uhr: Am Donnerstag ist eine weitere deutsche Riesen-Pumpe nach Japan zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima geschickt worden.

Eine erste Pumpe ist schon seit mehr als einer Woche vor Ort im Einsatz. Die Geräte sollen bei der Kühlung des schwer beschädigten Atomkraftwerks helfen. Mit ihren 70 Meter langen Armen lässt sich Wasser von oben auf die Meiler spritzen.

Wann die Pumpe einsatzbereit ist, war noch unklar, da sie erst zum Unglücksort gebracht werden und noch nachgerüstet werden muss.

13.58 Uhr: In Fukushima wird weiter daran gearbeitet, aus den Kellern der Atomanlage Daiichi das Wasser zu pumpen. Was mit dem kontaminierten Wasser geschehen soll ist weiterhin unklar. Es gibt zu wenige leere Tanks.

Auch das kontaminierte Wasser, was in Tunneln direkt außerhalb von Reaktor 1 entdeckt worden war, wird zu beseitigen versucht. Hier will Tepco Kameras installieren mit deren Hilfe der Wasserstand beobachtet und ein Überlaufen verhindert werden soll, so der Sender NHK. (nhk)

12:30 Uhr: Der französiche Präsident Sarkozy hat bei seinem Besuch in Japan eine Atomkonferenz der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Paris gefordert. Die Atombehörden der G20 sollten über internationale Atomsicherheitsstandards beraten.

Bei seinem Besuch hatte Sarkozy außerdem betont, dass die Atomenergie weiterhin eine wichtige Energiequelle bleiben würde.

09:45 Uhr: Die Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima wird von der japanischen Regierung vorerst nicht ausgeweitet. Hierzu würde laut Regierungssprecher Edano im Moment keine Notwendigkeit bestehen. (n-tv)

09:28 Uhr: Ein Nachbeben der Stärke 6,0 hat am Donnerstag den Nordosten Japans erschüttert. Der Erdstoß war stark genug, um im 300 Kilometer entfernten Tokio die Hochhäuser ins Schwanken zu bringen. Die Behörden gaben laut Fernsehsender NHK keine Tsunamiwarnung heraus. Berichte über Schäden und Verletzte liegen keine vor.

08:57 Uhr: Es ist weiter unklar, woher die radioaktive Belastung im Meer vor der Atomruine in Fukushima stammt.

330 Meter entfernt von den Abwasserrohren der Reaktoren 1 bis 4 waren nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde Jod-Partikel mit einer 4385-fach höheren Konzentration als erlaubt gemessen worden. Das Jod könnte nach Vermutung von Betreiber Tepco entweder aus den Reaktoren selbst oder von beschädigten Brennstäben in den Abklingbecken stammen. Bisher gibt es keine Bestätigung, dass die Strahlung aus den Abwasserrohren austritt.

Die Atomaufsichtsbehörde will jetzt die Zahl der Messstellen im Meer erhöhen und das Grundwasser auf dem AKW-Gelände analysieren. (dpa)

Mittwoch, 30. März 2011

17:21 Uhr: Die IAEA hat Japan jetzt auch (s.u.) die Evakuierung des Ortes Itate empfohlen.

Itate liegt etwa 40 Kilometer von den havarierten Meilern entfernt. Der IAEA-Experte für nukleare Sicherheit, Denis Flory sagte, dass nach erster Beurteilung, eine der IAEA-Kriterien für die Evakuierung überschritten worden sei.

Bundeskanzlerin Merkel hat derweil in einem Telefonat mit Ministerpräsident Naoto Kan umfassende Hilfe für Japan zugesichert.

16:48 Uhr: Vertreter Japans haben sich bei der Welthandelsorganisation (WTO) über unberechtigte Handelsbeschränkungen als Folge des Atomunfalls beschwert. Bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die angeblich radioaktiver Strahlung ausgesetzt sein könnten, sollte nicht überreagiert werden. Exportierte Waren würden bereits in Japan streng auf radioaktive Kontamination kontrolliert.

16:29 Uhr: Vier zusätzliche Pumpen werden zur Unterstüzung der Kühlungsversuche von Deutschland nach Fukushima geschickt. Am Donnerstag soll das erste Gerät mit einem Großraumflugzeug nach Japan versandt werden.

Die Maschinen verfügen über 70 Meter lange Arme, mit denen Wasser von oben in die kaputten Reaktoren gepumpt werden kann. Mit den gleichen Pumpen ließen sich theoretisch auch Beton-Arbeiten erledigen.

15:14 Uhr: Die japanische Regierung plant, zur Eindämmung der radioaktiven Strahlung, ein wasserlösliches Harz über die Trümmer von Fukushima 1 zu sprühen. Ein unbemanntes, ferngesteuertes Vehikel soll die Lösung über den Trümmern verteilen.

Derweil hat Betreiber Tepco bekannt gegeben, dass die Firma derzeit keinen Fahrplan habe, wie die Auswirkungen der nuclearen Katastrophe bewältigt werden könnten, da viele Faktoren noch unklar seien. (Kyodo/NHK)

Ergänzung: Ziel der Maßnahme ist es, radioaktive Partikel an den Trümmern festzukleben und so zu verhindern, dass diese vom Wind weiter verteilt werden.

13:27 Uhr: Über Fukushima 2 (Daini) war am Mittwochabend (Ortszeit) kurzzeitig Rauch aufgestiegen. Laut Kyodo sei der Rauch sei in der Nähe eines Energieverteilers im ersten Stock des Turbinengebäudes von Reaktor 1 entdeckt worden. Betreiber Tepco habe bei der örtlichen Feuerwehr angerufen.

Das Kernkraftwerk Daini befindet sich 10 Kilometer vom havarierten Kraftwerk Fukushima 1 entfernt. (Kyodo)

12:48 Uhr: Regierungssprecher Yukio Edano hat am Mittwoch empfohlen, alle Reaktoren des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 (Daiichi) auszurangieren. Wie Kyodo berichtet, reagierte er damit auf die Angaben Tepcos, die Reaktoren eins bis vier sollten abgeschaltet werden, ob dies auch bei Reaktor fünf und sechs ebenfalls nötig sei, würde geprüft. (Kyodo)

12:36 Uhr: Die ersten der rund 1.300 evakuierten Einwohner von Futaba (Präfektur Fukushima) haben am Mittwoch ihre neuen Unterkünfte erreicht. Sie wurden per Bus zu einer geschlossenen Hochschule in Kazo (Präfektur Saitama, nördlich von Tokio) gefahren. Zuvor waren sie in einer behelfsmäßigen Notunterkunft in der Stadt Saitama untergebracht gewesen, welche jedoch am Donnerstag geschlossen werden soll. (Kyodo)

11:40 Uhr: Im Osten Russlands sind in der Luft Spuren von radioaktivem Jod-131 aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 nachgewiesen worden.

Nach Auskunft der Behörden sei die Konzentration 100 mal niedriger als die für Menschen verträgliche tägliche Dosis.

11.21 Uhr: Die japanische Regierung überlegt, die Reaktoren mit Spezialgewebe abzudecken, um den Austritt von Radioaktivität aus dem schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima zu stoppen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo habe dies Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch bekannt gegeben. Er erläuterte nicht, um welches Gewebe es sich dabei handeln könnte.

10:42 Uhr: In Südkorea haben die Behörden in Lebensmitteln Spuren radioaktiven Jods und Cäsiums aus Japan entdeckt. Die Mengen lägen jedoch weit unter der zulässigen Höchstgrenze und seien für die menschliche Gesundheit unbedenklich.

09:17 Uhr: Der Präsident des des japanischen Atomkonzerns Tepco, Masataka Shimizu ist derzeit arbeitsunfähig. Wie Kyodo berichtet, sei er ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Shimzu war seit dem 13, März nicht mehr gesehen worden und es hatte in Japan Gerüchte gegeben, dass er sich wegen der Atomkatastrophe das Leben genommen habe oder ins Ausland geflohen sei. (dpa)

07:00 Uhr: Greenpeace Messungen haben ergeben, dass die Strahlenbelastung im 40 Kilometer entfernten Ort Itate (7000 Einwohner) bei durchschnittlich 8 bis 10 Mikrosievert liegen.

Diese Werte decken sich mit denen der japanischen Regierung und sprechen für eine Ausweitung der Evakuierungszone. Vor allem schwangere Frauen und Kinder sollten das Gebiet verlassen.

In der Stadt Fukushima hat das Team zwischen 1 und 5 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Jedoch gebe es bestimmte Punkte, an denen aufgrund geologischer Bedingungen eine höhere Radioaktivität auftritt: zwischen 5 und 6 Mikrosievert pro Stunde. In der Gegend um Tsushima, ca. 35 Kilometer von der Anlage, sind über 100 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. In dieser Gegend leben nur wenige Menschen.

Zum Artikel: Greenpeace: Verseuchung erfordert weitere Evakuierungen

04:49 Uhr: Wie Kyodo berichtet, sei das radioaktive Wasser in Reaktor 1 bis auf die Hälfte zurück gegangen.

04:12 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldet, sei im Pazifik eine sehr hohe Konzentration von radioaktivem Jod gemessen worden. Die Radioaktivität im Meerwasser vor dem havarierten Atomkraftwerk lag 3355-Mal über dem zulässigen Wert.

Dienstag, 29. März 2011

17:30 Uhr: Regierungschef Naoto Kan will angesichts der nuklearen Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima umsteuern und den Ausbau erneuerbarer Energien in Japan forcieren.

Derzeit deckt das Land ein Drittel seines Energiebedarfs aus Atomstrom und ist stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängig - obwohl die kilometerlangen Küsten ideale Bedingungen für Erneuerbare Energien wie Windkraft und Solaranlangen bieten. (n-tv)

14.58 Uhr: Mittwochabend ändert der Wind vorraussichtlich seine Richtung und weht dann auf Tokio zu. Vorerst werden die radioaktiven Partikel noch weg von der Millionenmetropole aufs Meer hinausgeblasen. (ftd)

14:41 Uhr: In einer der fünf untersuchten Bodenproben (s.u.) war Plutonium-238 mit einer Dichte von 0.54 Becquerel pro Kilogramm Erde nachgewiesen worden, während eine andere Probe 0.18 Becquerel aufwies.

Laut Tepco können Bodenproben in Japan durchschnittlich bis zu 0,15 Becquerel aufweisen.

Plutonium wird freigesetzt, wenn die Temperatur im Reaktor sehr hoch ist. Das zeige, wie stark die Brennstäbe beschädigt sein müssen, sagte laut Japan Times Hidehiko Nishiyama von der japanischen Atomsicherheitsbehörde. Die Lage sei sehr ernst, jedoch sei Plutonium in dieser Konzentration nicht gesundheitsschädlich. (Japan Times)

13:31 Uhr: Nach Angabe der japanischen Atomaufsicht sind die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 beschädigt. (n-tv/Japan Times)

13:10 Uhr: Wieder hat ein Nachbeben der Stärke 6,4 die Katastrophenregion im Nordosten Japans erschüttert. (n-tv)

12:51 Uhr: Wohin mit dem stark verstrahltem Wasser aus der Atom-Ruine von Fukushima? Arbeiter der Betreiberfirma Tepco pumpen die hochgiftige Flüssigkeit aus den Turbinenhäusern, wissen aber nicht, wo sie sie entsorgen sollen. Für das kontaminierte Wasser aus Reaktorblock 1 gebe es einen Tankbehälter, für das Wasser aus den Blocks 2 und 3 fehle es an Speicher, so Kyodo.

Nach Angaben des staatlichen Nachrichtensenders NHK sagte Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa, es sei zwar Tepcos Aufgabe, das Wasser zu beseitigen; die Armee würde jedoch helfen, falls es eine entsprechende Anfrage gäbe.

10:30: Radioaktive Teilchen aus Fukushima haben die mehr als 3000 Kilometer entferneten Philippinen erreicht.

Wie das philippinische Kernforschungsinstitut PNRI mitteilte sei die Strahlenbelastung jedoch sehr gering und nicht gesundheitsschädlich. (n-tv)

05:13 Uhr: Auf den Betreiber der Atomruine von Fukushima werden wahrscheinlich gewaltige Entschädigungszahlungen an die Opfer der Katastrophe zukommen.

Aus diesem Grund wird in japanischen Regierungskreisen anscheinend eine Verstaatlichung Tepcos erwogen. (dpa)

02:41 Uhr: Angesichts der Lage im Atomkraftwerk Fukushima bezeichnet der japanische Ministerpräsident Naoto Kan die Lage als weiterhin extrem gefährlich und unvorhersehbar.

01:39 Uhr: Unter Hochdruck versuchen Arbeiter weiter das radioaktiv verseuchte Wasser aus den Turbinengebäuden Unglücksreaktoren 1-3 abzupumpen.

Montag, 28. März 2011

17:15 Uhr: Kyodo News meldet unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco, dass in Bodenproben der Anlage von Fukushima Plutonium gefunden worden sei. Die Proben stammten von fünf verschiedenen Stellen auf dem Gelände und seien vor einer Woche genommen worden. Die Plutoniumspuren seien aber so gering, dass sie nicht gesundheitsschädlich seien. Plutonium ist nicht nur radioaktiv sondern auch hochgiftig.

15:03 Uhr: Das Wall Street Journal hat E-Mails eines Angestellten im AKW Fukushima Daini vom 23. März veröffentlicht. Aus ihnen geht hervor, dass im AKW überwiegend Menschen aus der Umgebung arbeiten. Sie sind Opfer des Erdbebens und des Tsunamis, haben ihr Zuhause und Angehörige verloren und arbeiten seit Beginn der Katastrophe pausenlos, um die Reaktoren unter Kontrolle zu halten: Weinen ist nutzlos (engl.).

14:35 Uhr: Nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums gibt es in Fukushima I mit hoher Wahrscheinlichkeit Schäden an Kernbrennstäben in den Reaktoren eins, zwei und drei sowie im Abklingbecken von Block vier. (FTD/Financial Times Deutschland)

13:25 Uhr: Der japanische TV-Sender NHK berichtet, dass immer mehr Leute in die Zone um das AKW Fukushima zurückzukehren scheinen, darunter ältere Menschen, die unter Erschöpfung leiden und andere, die sich Sorgen um ihre Häuser machen. Die Präfektur bittet die Zentralregierung, die Versorgung mit den notwendigen Dingen des täglichen Lebens und die medizinische Versorgung zu sichern.

13.05 Uhr: An der Atomruine in Fukushima tritt erneut stark erhöhte Radioaktivität auf. In einem Wassergraben am Reaktorblock 2 wurden Strahlenwerte von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde gemessen. Das japanische Gesundheitsministerium hat Wasseraufbereitungsanlagen im ganzen Land angewiesen, kein Regenwasser mehr zu verwenden und Becken mit Plastikplanen abzudecken. Auch aus Flüssen darf kein Trinkwasser mehr entnommen werden. (n-tv)

06:43 Uhr: 1,5 Kilometer nördlich von den Abflussrohren der havarierten Reaktoren 1-4 ist im Meerwasser radioaktives Jod 131 entdeckt worden - in einer Konzentration die 1150 mal über dem Normalwert liegt. (Kyodo)

05:17 Uhr: Nach Einschätzung der japanischen Regierung hat in Reaktor 2 vorübergehend eine Kernschmelze statt gefunden. Darauf sei auch die hochgradige Radioaktivität im Wasser des dortigen Turbinengebäudes zurückzuführen.

03:58 Uhr: Der Nachrichtensender NHK berichtet, dass immer mehr Evakuierte in ihre Häuser nahe des havarierten Kernkraftwerks zurückkehren.

Anwohner in einem Radius von 20 bis 30 Kilometern um die Anlage waren angewisen worden, zur Vermeidung radioaktiver Kontamination, in ihren Wohnungen zu bleiben. Vergangene Woche hatte die Regierung empfohlen, die Gegend freiwillig zu verlassen.

03:45 Uhr: Die Kühlversuche im AKW Fukushima 1 gehen weiter. Arbeiter versuchen den Wasserzufluss zu stabilisieren. Statt der bisher benutzten Feuerwehrpumpen soll das Süßwasser von elektrischen Pumpen eingeleitet werden.

Dies sei im Reaktor 2 bereits erreicht, wird daran gearbeitet, auch die Pumpen in den Reaktoren 1 und 3 umzustellen. (Jiji/dpa)

3:15 Uhr: Das Nachbeben ist von der der US-Erdbebenwarte auf Stärke 6,1 heruntergestuft worden. (n-tv)

02:57 Uhr: Das Nachbeben hat laut Betreiber Tepco keine weiteren Schäden am havarierten Kernkraftwerk Eins verursacht. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

Die zuvor herausgegebene Tsunamiwarnung wurde von den Behörden wieder aufgehoben.

01:09 Uhr: Am Montagmorgen hat erneut ein schweres Erdbeben den Nordosten Japans erschüttert.

Nach Angaben der US-amerikanischen Erdbebenwarte USGS lag das Zentrum des Bebens der Stärke 6,5 in knapp sechs Kilometern Tiefe vor der Ostküste, 163 Kilometer von Fukushima entfernt.

Die Behörden gabe eine Tsunami-Warnung heraus, die Höhe der erwarteten Welle lag bei 50 Zentimetern. (dpa/n-tv)

00:02 Uhr: Laut NHK hat der Betreiber Tepco unabhängige Experten damit beauftragt, Bodenproben aus der Umgeung des Kraftwerks auf Plutonium zu untersuchen.

Die Proben waren am 21. und 22. März entnommen worden. Bisher war noch kein Plutonium darin gefunden worden.

Sonntag, 27. März 2011

18:14 Uhr: Tepco korrigiert: Die Strahlung im Wasser des Turbinenhauses in Reaktor 2 sei um das 100.000fache erhöht - nicht um zehn Millionen. Wer Atomkraftwerke betreibt, sollte in der Lage sein, Messwerte richtig anzugeben, kommentiert Kernphysiker Heinz Smital (Greenpeace). Spätestens jetzt seien Zweifel an der Zuverlässigkeit und Kompetenz von Tepco angebracht. Mehr...

14:55 Uhr: Verwirrung um Tepco-Messwerte: AKW-Betreiber Tepco hat seine eigenen Angaben über millionenfach erhöhte Strahlenwerte im Wasser von Reaktor 2 zurückgezogen. Die Messung sei falsch gewesen, erklärte ein Sprecher. (dapd)

12.05 Uhr: Die Mehrheit der Japaner ist inzwischen mit dem Umgang der Regierung mit der Atomkrise unzufrieden. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo ergab, missbilligen 58,2 Prozent der befragten Bürger den Umgang der Regierung mit der Katastrophe. Viele Bürger kritisieren, nicht ausreichend über die radioaktive Verseuchung und die Gefahren informiert zu sein.

11.25 Uhr: Die Arbeiter, die am Donnerstag durch kontaminiertes Wasser im Reaktorblock 3 gingen, waren einer Strahlung von 2.000 bis 6.000 Millisievert ausgesetzt. Diese Strahlenbelastung kann bei Menschen, die ihr mit ganzem Körper ausgesetzt sind, innerhalb kurzer Zeit zu Strahlenkrankheit und Tod führen. Die japanische Atomsicherheitsbehörde NISA teilte mit, der Kraftwerksbetreiber Tepco habe von hohen Strahlenwerten in Block 3 gewusst, bevor die beiden Arbeiter dort verstrahlt worden seien. (N 24)

11.15 Uhr: Japanische Ingenieure mühen sich weiter, das radioaktiv verseuchte Wasser aus dem Atom-Wrack Fukushima 1 abzupumpen. Unklar ist aber noch, wie das Wasser entsorgt wird. Das werde derzeit noch ermittelt, sagte ein Sprecher des AKW-Betreibers Tepco.

09.15 Uhr: Regierungssprecher Yukio Edano sagte im japanischen Fernsehen, dass das kontaminierte Wasser "fast zweifellos" aus einem Reaktorkern komme. Sollte einer der Sicherheitsbehälter gebrochen sein, wird die Radioaktivität in der Umgebung von Fukushima deutlich ansteigen. Zudem wäre mit der Kontamination des Grundwassers zu rechnen.

Zusammenfassung der Ereignisse der vergangenen Nacht.

08.15 Experten haben laut Tepco begonnen, das aus den Reaktoren entweichende radioaktiv verseuchte Wasser abzupumpen. Eine Pumpe sei im Turbinengebäude hinter Reaktor 1 installiert worden, später sollen zwei weitere Pumpen hinzukommen.

Samstag, 26. März 2011

19.30 Uhr: Eine Analyse des verstrahlten Wassers in Reaktorblock 1 hat ergeben, dass dieses große Mengen von Cäsium-137 enthält.

Cäsium-137 ähnelt chemisch dem Element Kalzium und wird in die Knochen eingebaut. Zudem hat es eine hohe Halbwertszeit. Erst nach etwa 30 Jahren ist die Hälfte der radioaktiven Atome zerfallen. Damit wären von einer Verstrahlung Betroffene lange Zeit gefährdet. (dpa)

17.09 Uhr: Mittlerweile wird Süßwasser statt Meerwasser zur Kühlung der Reaktoren 1, 2 und 3 verwendet.

Frachtschiffe der US-Kriegsmarine sind mit großen Mengen an Süßwasser zur Unterstützung unterwegs. Zuvor hatten Experten besorgt geäußert, dass verdampfendes Salzwasser zur Verkrustung der Kernbrennstäbe führen kann. (SpOn/IAEA)

16.27 Uhr: Spiegel Online berichtet, dass aus Angst vor der Strahlenbelastung immer mehr Frachtschiffe den Hafen von Tokio meiden. Deutsche, chinesische und amerikanische Reedereien haben ihre Routen geändert. Würde bei einem Handelsschiff radioaktive Strahlung gemessen, könnte dies über Jahre verschärfte Kontrollen und zusätzliche Kosten für das betroffene Unternehmen bedeuten.

15.54 Uhr: Während die japanischen Behörden beteuern, dass von der Strahlung keine Gefahr ausginge, klagen die Menschen über unzureichende Informationen. In der Bevölkerung wächst die Furcht vor radioaktiver Verseuchung.

In einigen Notunterkünften wird inzwischen der Nachweis über eine Untersuchung auf Strahlen verlangt. Laut dpa sei Bewohnern aus Evakuierungsgebieten teilweise der Zugang zu den Flüchlingslagern verwehrt worden.

14.32 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst meldet eine für Tokio günstige Windrichtung. Voraussichtlich bis Dienstag wird der Nordwestwind die radioaktiven Partikel auf das Meer hinausblasen. (dpa)

13.35 Uhr: Die Belastung mit radioaktivem Jod im Tokioter Trinkwasser soll weiter gesunken sein. In zwei Trinkwasserbecken sollen die Werte bei 34 bzw. 48 Becquerel pro Kilogramm gelegen haben, in einem sei gar kein radioaktives Jod nachgewiesen worden. Kinder dürfen das Wasser somit wieder trinken. Der Grenzwert für Kinder unter einem Jahr liegt in Japan bei 100 Becquerel pro Kilogramm. (Kyodo News)

12.05 Uhr: Greenpeace hat ein kleines Team in Fukushima vor Ort. Die Experten führen unabhängige Messungen rund um die Evakuierungszone der Atomanlage in Fukushima durch.

12.00 Uhr: Das Trinkwasser in Tokio weist wieder erhöhte Strahlenwerte auf. (DLF)

11.25 Uhr: Der Reaktor 1 im havarierten Kernkraftwerk Fukushima "feiert" seine 40-jährige Laufzeit. Herzlichen Glückwunsch mag man da nicht sagen und es wird einem doch Angst und Bange bei der Laufzeitverlängerung hier bei uns.

10.30 Uhr: Die radioaktive Verstrahlung der Küstengewässer vor dem Atomkraftwerk Fukushima hat am Samstag einen neuen Höchstwert erreicht. Die Belastung mit Jod-131 in Meerwasser nahe der Anlage übertraf den zulässigen Grenzwert um das 1250fache, teilte die Reaktorsicherheitsbehörde (NISA) mit.

Freitag, 25. März 2011

19.45 Uhr: Am Atomkraftwerk Fukushima werden an vier Reaktorblöcken Wasserpfützen von radioaktiv belastetem Wasser entdeckt. Es wird vermutet, dass Wasser aus dem Reaktorkern oder den Abklingbecken für die abgebrannten Kernstäbe gesickert sei.

17.55 Uhr: Vermutlich sind radioaktive Partikel in die Körper der beiden verletzten Arbeiter aus dem AKW in Fukushima gelangt. Die Männer zeigten aber keine Frühsymptome von Strahlenkrankheit und benötigten deshalb keine weitere Behandlung. Sie könnten ohne fremde Hilfe gehen und werden wahrscheinlich am Montag entlassen. (Kyodo)

16.25 Uhr: Wie bereits am Donnerstag in Reaktor 3 ist nun auch im Wasser des Reaktorblocks 1 in der Atomanlage Fukushima 1 eine 10.000-fach erhöhte Strahlung gemessen worden. (Kyodo/Tepco)

15.32 Uhr: Wie n-tv berichtet, erwägt die japanische Atombehörde ein Heraufstufen der Katastrophe in Fukushima von Stufe fünf auf Stufe sechs.

Greenpeace hingegen fordert, dass der Unfall in Fukushima Daiichi auf die höchste Stufe 7 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) eingeordnet wird.

Eine Studie des Physikers Dr. Helmut Hirsch hat ergeben, dass die Gesamtmenge der radioaktiven Substanzen Jod-131 und Cäsium-137 die Einstufung in INES 7 erfordert.

13.55. Uhr: Die EU hat Sicherheitschecks für Europas Atomkraftwerke beschlossen. Die Sicherheit der AKW soll so bald wie möglich von unabhängigen Experten überprüft werden. Im Fokus stehen Risiken bei Erdbeben, Hochwasser oder möglichen Terroranschlägen. Die Teilnahme an den Tests ist allerdings freiwillig. Mal sehen wieviele der 143 Atomreaktoren tatsächlich überprüft werden.

12.56 Uhr: Wie der Sender NHK meldete hat ein weiteres Nachbeben der Stärke 6,2 den Nordosten Japans erschüttert. Angaben über Schäden oder Verletzte gibt es bisher nicht. Auch wurde keine Tsunami-Warnung herausgegeben.

11.35 Uhr: Das radioaktiv belastete Wasser im Reaktor 3 im AKW Fukushima stammt möglicherweise aus dem Reaktorkern, teilt die Betreiberfirma Tepco mit. Ein anderer Sprecher der Firma teilte mit, dass das Wasser möglicherweise aus dem Abklingbecken komme. Die japanische Atombehörde wiederum erklärte, es sei unwahrscheinlich, dass der Druckbehälter von Reaktor drei beschädigt sei.

10:49 Uhr: Das radioaktiv verseuchte Wasser (s.u.) sei im Untergeschoss der Turbinenräume an den Meilern 1 und 2 gefunden worden. Solche Funde hatte es am Vortag auch bei Reaktor 3 gegeben. (dpa)

07:20 Uhr: N-TV fasst die Lage in den Meilern des beschädigten AKW Fukushima zusammen: Aus den Blöcken 1, 3 und 4 steige Rauch auf. An der Stromversorgung des Kontrollraums in Block 2 werde noch gearbeitet. Die Behörden gehen jetzt von einer erheblichen Schädigung des Reaktors aus, die eine Zerstörung von Brennelementen zur Folge hat.

07:10 Uhr: Aufgrund von radioaktiv verstrahltem Wasser stoppen die Arbeiten an den Reaktoren 1 und 2 des AKW Fukushima 1, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

05:36 Uhr: Die Kühlung mit Meerwasser von außen könne zu einer Salzverkrustung der Kernbrennstäbe und zu neuen Risiken führen. Das befürchtet die japanische Regierung; die USA haben ihre Hilfe angeboten. (WELT)

05:29 Uhr: Die japanische Regierung hat der Bevölkerung in einem 30-Kilometer-Radius des AKW Fukushima 1 empfohlen, freiwillig diese Zone zu verlassen. Man werde sie bei der Umsiedlung unterstützen. (Kyodo)

03:56 Uhr: Die drei Techniker, die beim Verlegen von Kabeln im Turbinengebäude des 3. Reaktors verstrahlt wurden, wurden einer 10 000fach erhöhten Radioaktivität ausgesetzt, sagte am Freitag ein Sprecher der Reaktorsicherheitsbehörde (NISA). Ohne Schutzstiefel ausgerüstet, lief den Arbeitern das belastete Wasser in die Schuhe. Betreiber Tepco schiebt die Schuld auf die Arbeiter: Diese seien mit Geigerzählern ausgerüstet gewesen, den ausgelösten Alarm aber ignoriert. (IAEA)

02:32 Uhr: Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) warnt in einem Gastbeitrag in der BILD vor überhasteten Ausstieg aus der Kernenergie ohne Alternative.

01:52 Uhr: Über drei Blöcken der Anlage steigt erneut weißer Dampf auf. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der regulären Kühlung seien bislang offenbar kaum vorangekommen. (WELT)

Donnerstag, 24. März 2011

23:56 Uhr: Auch bei Kohl aus Tokyo wurden Strahlenwerte von 890 Becquerel festgestellt; der zulässige Grenzwert liege bei 500 Becquerel, so die WELT.

23:25 Uhr: Zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami sind etwa 250.000 Menschen in über 1.900 Notunterkünften verteilt. Über 27.000 Menschen gelten als tot oder vermisst. (Kyodo)

22:00 Uhr: N-TV meldet Zwangskontrollen für die Einfuhr von Lebensmittel aus Japan in die EU. Die neuen Regeln betreffen zwölf Präfekturen.

21:13 Uhr: Trotz der drei im AKW verstrahlten Techniker treibt Japan die Arbeit am Reaktor weiter voran, um die Stromversorgung und Kühlung wiederherzustellen. Die sechs Reaktoren von Fukushima 1, deren Stromversorgung seit dem 11. März ausgefallen war, sind wieder an eine externe Stromversorgung angeschlossen. Das Licht in Kontrollraum von Reaktor 1 funktioniert wieder. Die Techniker bemühen sich, die Messgeräte in Gang zu bringen. (Kyodo)

20.12 Uhr: Aufgrund von Hamsterkäufen wird der Vorrat an abgefülltem Trinkwasser langsam knapp. Reedereien meiden mittlerweile teilweise die Häfen in Tokyo und Yokohama. (Reuters)

19:18 Uhr: Russland und die USA reagieren auf die Atomkatastrophe in Japan. Russland fordert strengere und international einheitliche Regeln sowie Einschränkungen für den AKW-Bau in Erdbebengebieten. In den USA sollen in dreißig Tagen die ersten Ergebnisse einer kürzlich gestarteten Sicherheitsüberprüfung der AKWs vorliegen.

19.23 Uhr: Die USA unterziehen ihre Kerkraftwerke einer umfassenden Sicherheitsüberprüfung. Eine spezielle Einsatztruppe wird ermitteln, welche Verbesserungsvorschläge sich aus Fukushima ableiten lassen.

In Russland hat Kremlchef Dmitri Medwedew angesichts des Reaktorunglücks strengere und international einheitliche Regeln für Atomkraftwerke (AKW) gefordert.

18:41 Uhr: Der TV-Sender NHK meldet, in insgesamt 18 Wasserreinigungs-Anlagen in Tokyo und fünf weiteren Präfekturen sei radioaktiv verstrahltes Wasser mit Jod-131 entdeckt worden. Die Werte überschreiten die japanischen Grenzwerte für Kleinkinder.

17.45 Uhr: 17 Arbeiter haben laut Kyodo eine Strahlenbelastung von mehr als 100 Millisievert erlitten. Rund zwei Millisievert beträgt der Wert, den ein Mensch in Deutschland jährlich an natürlicher Hintergrundstrahlung abbekommt. (dpa)

17.45 Uhr: Wie Kyodo meldete ist zwar in Tokio die Belastung des Leitungswassers mit radioaktivem Jod wieder gesunken, dennoch wird in den Geschäften das Wasser knapp. Auch wurde eine erhöhte radioaktive Belastung in anderen Wasseraufbereitungsanlagen außerhalb von Tokio festgestellt. Dort sollen Babys das Wasser nicht trinken. (dpa)

16.00 Uhr: Wie der Sender NHK berichtet gelten derzeit noch 16500 Menschen als vermisst. Die Zahl der Toten liegt offiziell bei mehr als 9700. Auf Grund der Atomgefahr gestaltet sich besonders in der Präfektur Fukushima die Suche nach Vermissten weiterhin äußerst schwierig. (dpa)

15.21 Uhr: Meerwasserbelastung: Neben Jod-131 wurde laut Tepco auch Cäsium-137 in einer Probe entdeckt, die aus der Nähe der Abflüsse der Reaktorblöcke 5 und 6 stammt. (dpa)

14.55 Uhr: Wie der Stromkonzern Tepco mitteilt steigt die Strahlenbelastung im Meer weiter an. An den Abflussrohren der Reaktorblöcke 1 bis 4 seien die Werte von radioaktivem Jod-131 etwa um das 150-fach erhöht, was jedoch keine Gefahr für den Menschen bedeute. (FOKUS online/dpa)

12.30 Uhr: Die US-Radiosenderfamilie National Public Radio (NPR) berichtet, dass vier Roboter Strahlen und Temperatur in den Reaktoren messen sollen. Auch können diese Roboter feststellen, ob dort giftige Chemikalien oder gefährliche Gase ausgetreten sind. (NPR/golem.de)

09.45 Uhr: Ein weiteres Nachbeben der Stärke 6,1 hat den Norden Japans erschüttert.

07.45 Uhr: Drei Arbeiter im AKW Fukushima haben eine sehr hohe Strahlendosis abbekommen. Nach Aussagen der Atomsicherheitsbehörde wurden sie 170 bis 180 Milisievert ausgesetzt. Zwei von ihnen seien ins Krankenhaus gebracht worden. (NHK)

Zusammenfassung der Ereignisse bis zum Stand Donnerstagmittag Ortszeit

Atomarer Notstand in Japan (Teil 2)

Atomarer Notstand in Japan (Teil 1)

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