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Ab Dienstag 15.3.2011

Atomarer Notstand in Japan (Teil 2)

Japan ist vom schlimmsten Erdbeben seiner Geschichte heimgesucht worden. Eine nach neuen Meldungen bis zu 23 Meter hohe Flutwelle überrollte die nordostjapanische Küste. In dieser Not sind die Menschen einer weiteren Gefahr ausgesetzt: Im Katastrophengebiet liegen mehrere große Nuklearanlagen. In Japan herrscht der atomare Notstand. Wir informieren, der Nachrichtenlage entsprechend, über den Stand der Dinge. (Zeitangaben nach MEZ. Japan: MEZ + acht Stunden.)

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Donnerstag, 24. März 2011

17.45 Uhr: 17 Arbeiter haben laut Kyodo eine Strahlenbelastung von mehr als 100 Millisievert erlitten. Rund zwei Millisievert beträgt der Wert, den ein Mensch in Deutschland jährlich an natürlicher Hintergrundstrahlung abbekommt. (dpa)

17.45 Uhr: Wie Kyodo meldete ist zwar in Tokio die Belastung des Leitungswassers mit radioaktivem Jod wieder gesunken, dennoch wird in den Geschäften das Wasser knapp. Auch wurde eine erhöhte radioaktive Belastung in anderen Wasseraufbereitungsanlagen außerhalb von Tokio festgestellt. Dort sollen Babys das Wasser nicht trinken. (dpa)

16.00 Uhr: Wie der Sender NHK berichtet gelten derzeit noch 16500 Menschen als vermisst. Die Zahl der Toten liegt offiziell bei mehr als 9700. Auf Grund der Atomgefahr gestaltet sich besonders in der Präfektur Fukushima die Suche nach Vermissten weiterhin äußerst schwierig. (dpa)

15.21 Uhr: Meerwasserbelastung: Neben Jod-131 wurde laut Tepco auch Cäsium-137 in einer Probe entdeckt, die aus der Nähe der Abflüsse der Reaktorblöcke 5 und 6 stammt. (dpa)

14.55 Uhr: Wie der Stromkonzern Tepco mitteilt steigt die Strahlenbelastung im Meer weiter an. An den Abflussrohren der Reaktorblöcke 1 bis 4 seien die Werte von radioaktivem Jod-131 etwa um das 150-fach erhöht, was jedoch keine Gefahr für den Menschen bedeute. (FOKUS online/dpa)

12.30 Uhr: Die US-Radiosenderfamilie National Public Radio (NPR) berichtet, dass vier Roboter Strahlen und Temperatur in den Reaktoren messen sollen. Auch können diese Roboter feststellen, ob dort giftige Chemikalien oder gefährliche Gase ausgetreten sind. (NPR/golem.de)

09.45 Uhr: Ein weiteres Nachbeben der Stärke 6,1 hat den Norden Japans erschüttert.

07.45 Uhr: Drei Arbeiter im AKW Fukushima haben eine sehr hohe Strahlendosis abbekommen. Nach Aussagen der Atomsicherheitsbehörde wurden sie 170 bis 180 Milisievert ausgesetzt. Zwei von ihnen seien ins Krankenhaus gebracht worden. (NHK)

Zusammenfassung der Ereignisse bis zum Stand Donnerstagmittag Ortszeit

Mittwoch, 23. März 2011

15.24 Uhr: Die japanische Atomaufsicht widerruft ihre Aussage, es sei am Mittwoch im Bereich des Reaktorblocks 2 zur bisher höchsten Strahlenbelastung gekommen. (Fokus Online/n-tv)

13.48 Uhr: Laut Angabe der japanischen Atomaufsicht ist im Bereich von Reaktor 2 die Strahlenbelastung so hoch wie noch nie. (Fokus Online)

11:09 Uhr: Wegen des Schwarzen Rauchs über Reaktor 3 sind alle für Mittwoch geplanten Kühlaktionen der Feuerwehr abgeblasen worden. Aus Sicherheitsgründen wurde die gesamte Atomanlage geräumt. (Fokus Online / NHK-TV)

9:10 Uhr: Über Reaktor 3 in Fukushima soll schwarzer Rauch aufgestiegen sein. Tepco hat die Helfer aufgefordert, das Gelände vorübergehend zu verlassen. (Reuters/NHK-Tv)

07:36 Uhr: Zusammenfassung der letzten Stunden (nach dpa): Babys und Kleinkinder sollen in Tokio kein Leitungswasser mehr trinken. Bei Messungen wurden 210 Becquerel pro Liter an radioaktivem Jod 131 festgestellt. Der Grenzwert für Kleinkinder liegt bei 100 Becquerel. Für ältere Kinder und Erwachsene liegen die Grenzwerte des japanischen Gesundheitsministeriums bei 300 Becquerel pro Liter, so der Fernsehsender NHK.

Die Warnung wurde für die 23 zentralen Bezirke in Tokio und das westlich gelegene Tama-Gebiet durchgegeben. Die erhöhten Werte an radioaktivem Jod 131 wurden in einer Wasseraufbereitungsanlage in Tokio festgestellt. Bei radioaktivem Cäsium 137 seien keine überhöhten Werte registriert worden.

Der Lieferstopp für Gemüse aus der Präfektur Fukushima wurde inzwischen ausgeweitet. Das japanische Gesundheitsministerium veröffentlichte eine Liste mit elf Gemüsearten, bei denen eine teilweise drastisch erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Darunter sind Spinat, Broccoli, Kohl und das japanische Blattgemüse Komatsuna.

In Proben fand das Gesundheitsministerium beim Blattgemüse Kukitachina 82.000 Becquerel an radioaktivem Cäsium und 15.000 Becquerel an radioaktivem Jod - dies übersteigt die zulässigen Grenzwerte um den Faktor 164 beziehungsweise 7. In der Präfektur Ibaraki wurde auch radioaktiv belastete Milch gefunden.

Die radioaktive Strahlung aus dem AKW Fukushima macht Einsatzkräften und Bevölkerung zunehmend zu schaffen und erschwert das Krisenmanagement. Die Arbeiten zur Instandsetzung der Reaktortechnik im Block 2 wurden deswegen am Mittwoch unterbrochen. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo wurde eine Radioaktivität von 500 Millisievert pro Stunde gemessen - die natürliche Hintergrundstrahlung liegt je nach Region bei etwa 2 Millisievert pro Jahr. (Zum Vergleich: In Deutschland beträgt die maximal erlaubte Jahresdosis für die Bevölkerung 1 MilliSievert.)

In Block 2 wird befürchtet, dass der innere Reaktorbehälter bei einer Explosion in der vergangenen Woche beschädigt wurde. Techniker wollen dort wie schon im Reaktorblock 3 zunächst die Beleuchtung im Kontrollraum wiederherstellen und Messinstrumente mit Strom versorgen.

Wegen steigender Temperaturen im Block 1 wurde dieser laut japanischer Atomaufsicht von außen mit Wasser gekühlt. Ähnlich Reaktorblock 4: Dort soll das Abklingbecken für abgebrannte Kernbrennstäbe gekühlt werden. Bei Block 3 sei am Nachmittag ein Feuerwehreinsatz zur Kühlung der Anlage geplant.

Dienstag, 22. März 2011

20.15 Uhr: Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet über radioaktive Partikel an weiteren Lebensmitteln rund um das AKW Fukushima. Bei Brokkoli und Rohmilch seien die gesetzlichen Grenzwerte überschritten.

19.25 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO hält ein Leck im Reaktor 1 in Fukushima für möglich. Außerhalb der Anlage gebe es noch immer hohe Strahlungsswerte. Bisher habe noch nicht herausgefunden werden können, ob der Sicherheitsbehälter des Reaktors beschädigt sei.

18.50 Uhr: Der niedersächsische Ministerpräsident McAllister (CDU) kündigte an, dass es in seinem Bundesland zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen für das marode Atommülllager Asse, das Endlager Schacht Konrad und das Zwischenlager in Gorleben geben werde.

18.30 Uhr: Der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder wirft den Verantwortlichen in Japan gezielte Falschinformation vor. Er vermute, dass die Öffentlichkeit nicht angemessen und nicht wahrheitsgemäß unterrichtet wird.

17.35 Uhr: Die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEO) äußert sich werden besorgt darüber, dass der Status des Fukushima-Reaktors 1 unbekannt ist. Der IAEA-Vertreter Graham Andrew sagte, es lägen auch keine Informationen über die Temperaturen in den Abklingbecken der Blöcke 1, 3 und 4 vor.

15.35 Uhr: Die Betreiberfirma Tepco berichtet, dass es Technikern gelungen ist, im Kontrollraum von Block 3 in Fukushima Licht zu machen. Block 3 gilt als besonders gefährlich. Der Reaktorkern, die MOX-Brennstäbe sind beschädigt und die Kühlsysteme ausgefallen.

14.20 Uhr: Der japanische Sender NHK warnt vor neuen Erdstößen bis zu einer Stärke von 7 oder mehr. Die Beben könnten bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen oder einen weiteren Tsunami auslösen, hieß es bei Warnung.

13.10 Uhr: Die japanische Atomaufsicht gibt bekannt, dass das Abklingbecken in Fukushimas Reaktor 2 wieder mit Wasser gefüllt ist.

11:00 Uhr: Die Unsicherheit am defekten AKW in Japan dauert an, mehrfach stiegen in den letzten Stunden Rauch und Dampf auf. Die Behörden halten an ihrer Strategie fest, die Reaktorblöcke von außen zu kühlen und mit Strom zu versorgen. Die Strahlenbelastung des Meerwassers steigt.

Montag, 21. März 2011

17:58 Uhr: Das Meerwasser nahe der Atomanlage Fukushima sei über 120-mal höher mit radioaktivem Jod belastet als normal, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo News. Die Belastung mit radioaktivem Cäsium sei fast 25-mal höher. Laut Tepco sei es zu früh, um die Auswirkungen des kontaminierten Wassers auf Fischereiprodukte einzuschätzen.

13.52 Uhr: Der Rauch, der aus Reaktor 2 austritt soll nicht aus dem Abklingbecken aufsteigen, berichtet Kyodo und beruft sich dabei auf den Betreiber Tepco.

13.05 Uhr: Die japanische Atomaufsicht wirft dem Betreiber des AKW Fukushima Schlamperei bei den vorgeschriebenen Inspektionen vor. Bereits am 2. März erschien ein Bericht, in dem die Behörde Verzögerungen im Zeitplan der Inspektionen sowie die nicht durchgeführte Untersuchung von 33 Teilen der Anlage anprangerte.

12.45 Uhr: Aufgrund der Katastrophe in Fukushima müssen aus Sicht der IAEA internationale Richtlinien zur Nuklearsicherheit überarbeitet werden. Die momentanen Regelungen reflektierten die Realitäten der 1980er Jahre und nicht die des 21. Jahrhunderts, sagt der Chef der IAEA.

11.45 Uhr: Die Nachrichtenagentur Kyodo meldet unter Berufung auf Japans Atomsicherheitsbehörde, es steige kein Rauch mehr aus Block 3 auf, dafür aber wieder aus Block 2. Ursache für die Rauchentwicklung ist unklar.

10.33 Uhr: Die japanische Regierung verbietet die Lieferungen von Frischmilch aus der Präfektur Fukushima sowie von Spinat aus mehreren angrenzenden Bezirken.

09.35 Uhr: Das havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima ist teilweise evakuiert. Die Arbeiter, die sich in der Nähe des Reaktors 3 befunden hätten, seien in Sicherheit gebracht worden, weil Rauch aus dem Reaktor aufsteige, teilt Tepco mit. In den Brennelementen des Reaktors befindet sich hochgefährliches Plutonium.

08.45 Uhr: Der Druck in Reaktor 3 ist wieder angestiegen. Es wird wieder erwogen, kontrolliert Druck abzulassen.

07.30 Uhr: Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat seinen für heute geplanten Besuch in der Region um Fukushima abgesagt. Grund: Für die Region ist Regen angesagt.

06.20 Uhr: Japans Atombehörde bestätigt, dass die Reaktorblöcke 5 und 6 wieder ans Stromnetz angeschlossen wurden. Gleichzeitig wird bekannt, dass der Druck in Reaktor 3 wieder ansteigt.

Sonntag, 20. März 2011

18:37 Uhr: Die japanische Regierung hat empfohlen, das Leitungswasser in der Präfektur Fukushima aufgrund einer möglichen Verstrahlung nicht zu trinken. Zuvor waren bereits erhöhte Strahlungswerte im Leitungswasser von Tokio und anderen Regionen des Landes festgestellt worden. (SpOn)

16:49 Uhr: Das japanische Gesundheitsministerium meldet bedeutende Dosen an Strahlung bei Raps. Der stamme aus Regionen, die bisher nicht als radioaktiv verstrahlt galten. Rund um das AKW Fukushima 1 wurden zuvor bereits erhöhte Strahlenwerte bei Milch und Spinat gemessen. Die japanischen Behörden bestreiten, dass diese gesundheitsschädlich seien. (SpOn)

15:08 Uhr: AKW-Betreiber Tepco meldet, es werde mehrere Tage dauern, bis die Reaktoren 3 und 4 von Fukushima 1 wieder mit Strom versorgt werden können. Die Stromversorgung der restlichen vier Reaktoren ist wieder hergestellt.

13:09 Uhr: Das Japan Atomic Industrial Forum (JAIF) schätzt Wasserstand und Druck in den Reaktordruckbehältern 4, 5 und 6 im Augenblick als sicher ein. In den Reaktordruckbehältern der Blöcke 1, 2 und 3 soll der Wasserstand dagegen weiterhin besorgniserregend niedrig sein. In den Abklingbecken der Reaktoren 3 (MOX-Brennstäbe) und 4 ist der Wasserstand ebenfalls zu niedrig. Beide werden mit Wasser von außen gekühlt. Im Becken von Reaktor 4 soll es eine Wasserstoffexplosion gegeben haben.

10:30 Uhr: Derzeitiger Stand: Die Mannschaft in Fukushima 1 will versuchen, Reaktor 1 und 2 ans Stromnetz anzuschließen. In Reaktor 3 hatte sich die Lage zwischenzeitlich wieder verschärft, so dass Tepco erneut Druck ablassen wollte. Da dann eine Stabilisierung eintrat, ist dies nicht geschehen. Jetzt soll wieder Wasser auf das Abklingbecken gespritzt werden. Auch Reaktor 4 soll weiterhin mit Wasser von außen gekühlt werden. Da hier noch mehr von Wänden und Dach steht, ist es schwieriger, das Abklingbecken zu treffen. Die Situation in den Reaktoren 5 und 6 hat sich durch die Stromzufuhr relativ entspannt.

Samstag, 19. März 2011

16.30 Uhr: Japanische Behörden haben im Leitungswasser nahe des Kraftwerks Fukushima erhöhte Werte von Radioaktivität nachgewiesen. Die Werte sollen den empfohlenen Wert übersteigen, über dem man das Wasser nicht mehr trinken sollte. Der Kontakt mit radioaktivem Jod kann zu einem erhöhten Krebsrisiko führen.

15.00 Uhr: Laut Verteidigungsminister Kitazawa sollen die Reaktoren 1 bis 4 jetzt rund um die Uhr statt phasenweise besprüht werden. Am Reaktor 3 wurden bei einem neuen Kühleinsatz Spezialfahrzeuge der Tokioter Feuerwehr eingesetzt. Erschwert wird der Einsatz durch die hohe Strahlung, die einen Aufenthalt nahe der Reaktorgebäude nur kurzzeitig erlaubt.

Zusammenfassung der Situation und Einschätzung des derzeitigen Standes im AKW Fukushima.

Freitag, 18. März 2011

21:14 Uhr: Zusammenfassung des Tages: Nachdem die zurückliegenden Tage eine Schockmeldung nach der anderen mit sich brachten, scheint jetzt etwas Ruhe einzukehren. Eine trügerische Ruhe, denn auch wenn es gelungen ist, in Fukushima 1 eine Stromleitung zu legen - Entwarnung ist damit nicht gegeben. Niemand weiß, ob die Kühlwasserpumpen laufen werden, ob sie nicht durch Erdbeben, Tsunami, Explosionen und Feuer irreparabel beschädigt sind.

Die Lage in den einzelnen Reaktoren des AKW sieht derzeit so aus:

Reaktor 1: Es heißt, die Sensoren könnten kein Kühlmittel im Reaktordruckbehälter mehr messen. US-Experten gehen bei ähnlichen Siedewasserreaktortypen davon aus, dass ab komplettem Kühlmittelverlust im Reaktordruckbehälter noch 17 Stunden bis zur Kernschmelze bleiben.

Reaktor 2: Der Kern im Reaktordruckbehälter liegt zum Teil noch im Wasser, eventuell gibt es Schäden am Reaktordruckbehälter.

Reaktor 3: Starke Schäden. Der Kern im Reaktordruckbehälter liegt zum Teil noch im Wasser. Eventuell gibt es Schäden am Reaktordruckbehälter. Es besteht die Gefahr einer erhöhten Freisetzung von Plutonium durch den Einsatz von MOX-Brennelementen. Zwar ist es gelungen, Wasser in das Abklingbecken zu schießen, doch wie hoch der Wasserstand jetzt ist, bleibt unklar. Einziges Zeichen für einen Erfolg war der Wasserdampf, der aufstieg.

Reaktor 4: Da dieser Block erst kürzlich entladen wurde, befindet sich kein Brennstoff mehr im Kern. Alle Brennelemente liegen im Abklingbecken. Dort ist der Wasserfüllstand niedrig und die Strahlenbelastung dadurch hoch.

Reaktor 5 und 6: In diesen beiden Blöcken hat sich die Situation durch Wiederanschluss an das Stromnetz eventuell verbessert. Das allerdings hängt davon ab, ob die Kühlpumpen noch intakt sind und mit Strom betrieben werden können.

20:10 Uhr: Tepco: Wir möchten uns bei den Menschen in der Gegend des Kraftwerks aufrichtig für die Besorgnis und Belästigung durch den Vorfall am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi und das Ausströmen radioaktiver Substanzen entschuldigen. (Spiegel online)

20:03 Uhr: Der Betreiber des AKW Fukushima 1, Tepco, hat mitgeteilt, dass eine Stromverbindung zu der Unglücksanlage hergestellt worden sei. Zunächst solle Reaktor 2 versorgt werden, dann Reaktor 1, dann die Meiler 3 und 4. Wann der Strom fließen soll, ist derzeit unklar. (Spiegel-Online)

16:30 Uhr: In Reaktor 4 des AKW Fukushima sammelt sich erneut explosiver Wasserstoff. Das geht aus der aktuellsten Analyse des Japan Atomic Industrial Forum (JAIF) hervor. Das Risiko für eine weitere verheerende Wasserstoffexplosion soll nach Expertenmeinung aber gering sein, weil es in dem zerstörten Gebäude schon Öffnungen gibt. Dadurch könne der Wasserstoff relativ schnell entweichen (dpa).

15:30 Uhr: Zusammenfassung nach derzeitigem Informationsstand: Sowohl in Reaktor 2 als auch 3 werden Schäden vermutet. Der Druck in der Kondensationskammer stieg zeitweise, was auf einen schnellen Druckanstieg und anschließendes Versagen des Sicherheitsbehälters (Containments) zurückgehen könnte. Nach den schweren Schäden an den Reaktorgebäuden sind die Containments die letzte Schutzmaßnahme vor dem Austreten von Radioaktivität.

In den Sicherheitsbehältern der Reaktoren 1 und 3 ist laut Betreiber Tepco der Druck sehr niedrig. Unbekannt ist, ob die Instrumente nicht funktionieren oder ob der Abfall des Drucks mit einem Versagen der Sicherheitsbehälter zusammenhängt.

Wie hoch der Kühlwasserstand in den Abklingbecken ist, schätzt Tepco anhand von Sichtungen aus Helikoptern und Sichtungen von Rauch und Qualm ein.

30 Kilometer nordwestlich von Fukushima wurden heute und gestern Strahlungsdosen von 0.15 bis 0.17 mSv/h gemessen. Dies ist ungefähr die Dosis, die entsteht, wenn einem Menschen einmal stündlich die Brust geröntgt wird. Den Menschen in der Region wurde geraten, ihre Häuser nicht zu verlassen, eine Evakuierung wurde jedoch nicht angeordnet.

7 Militär-Löschfahrzeuge haben insgesamt 50 Tonnen Wasser in Richtung des Abklingbeckens von Reaktor 3 abgegeben. Im Anschluss war Dampf zu sehen, was bedeutet, dass es zumindest Teile des Wassers in das Becken geschafft haben, aber die Behörden bewerten die Aktion nicht.

50 Tonnen würden das Wasserniveau nur um 25 Zentimeter heben, könnten aber möglicherweise geschmolzene Brennstäbe am Boden des Beckens abkühlen. Es wurde versucht eine große Anzahl an Trucks zu benutzen, um einen konstanten Strom von Wasser zu gewährleisten, aber der Plan war nicht erfolgreich.

Das Militär plant heute einen weiteren Bewässerungsversuch. Die Tokioter Feuerwehr hat ihre Versuche abgebrochen. Ein Grund dafür wurde nicht angegeben, aber bisher haben hohe Strahlungswerte immer die Arbeiten behindert. Der Verteidigungsminister sagte, die Versuche könnten bis Mitternacht andauern.

Das US-Militär berichtet, dass es Unterschiede zwischen den von ihnen gemessenen Strahlungslevels und den von den japanischen Behörden angegebenen gebe.

Die japanische Atombehörde hat den Unfall auf Stufe 5 der INES-Skala gehoben. Das ist dieselbe Stufe wie bei Three Mile Island, jedoch weniger als die von der französischen Atomaufsicht vorgschlagene 6.

13:30 Uhr: Insgesamt sind innerhalb von 40 Minuten 50 Tonnen Wasser zum Abkühlen auf die Brennelemente im Abklingbecken gesprüht worden (BBC).

12:55 Uhr: Die Notstromleitung zu den Reaktoren 5 und 6 in Fukushima steht. Am Samstag hofft AKW-Betreiber Tepco die Reaktoren 1 und 2 mit Strom versorgen zu können, berichtete der Sender NHK. Für Sonntag sei ein Anschluss der Reaktoren 3 und 4 an das Stromnetz geplant, so ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA.

09:44 Uhr: Die Kühlung des Reaktors 3 mit Wasserwerfern zeigt nach Angaben von Regierungssprecher Edano erste Erfolge.

09:41 Uhr: AKW-Betreiber Tepco überlegt, Fukushima 1 mit einer Schicht aus Sand und Beton zu begraben. Zunächst solle aber versucht werden, den Reaktor abzukühlen. Nach der Katastrophe in Tschernobyl wurde ebenfalls mit Sand und Beton eine Deckschicht geschaffen. Die Greenpeace-Experten sagen, das würde die Ausbreitung von Strahlung zwar nicht verhindern, aber zumindest vermindern.

08.14 Uhr: Betreiber Tepco kündigt für Samstag funktionierende Stromleitungen für die ausgefallene Kühlung der beiden Blöcke 1 und 2 des AKW Fukushima 1 an. Nur eine Kühlung der Reaktoren kann eine komplette Kernschmelze verhindern. In einem Gebäude neben Block 1 sei bereits ein Stromverteiler installiert worden, meldete NHK weiter unter Berufung auf Tepco. Nun werde an einer Verbindung zum Transformator am Block 2 gearbeitet. (SpOn)

08:12 Uhr: Die Kühlversuche per Wasserwerfer sollen nun auch auf Reaktor 1 von Fukushima I ausgeweitet werden, sagte Regierungssprecher Yukio Edano (NHK/SpOn).

07.39 Uhr: Die Strahlenwerte am Westtor des AKW Fukushima 1 sind um 17 Zähler auf 292 Mikrosievert pro Stunde gesunken. Am 17. März um 18 Uhr UTC wurden in den Reaktoren 5 und 6 im Abklingbecken 65,5 Grad bzw. 62, 0 Grad gemessen. Laut der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA betrüge die Temperatur bei normalen Betrieb unter 25 Grad.

07:10 Uhr Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, wird bei seinem Japan-Besuch das AKW Fukushima 1 NICHT besichtigen. Der japanische Premierminister Naoto Kan will die internationale Gemeinschaft besser über Lage informieren. (Quelle: SZ/Kyodo)

07:00 Uhr: Wenige Minuten später steigt weißer Dampf von Block 3 auf. Rund 140 Helfer stehen in der Stadt Iwaki südlich der Anlage in Fukushima bereit. (Spiegel)

06:13 Uhr: In einem zweiten Kühlversuch richten Einsatzfahrzeuge der Armee ihre Wasserfontänen auf Block 3 Fukushima 1. Block 4 soll noch folgen; eventuell auch Block 1.

04:29 Uhr: Die US-Armeee wird zunächst nicht weiter mit Helikoptern Wasser auf das AKW Fukushima 1 werfen. Über hundert japanische Feuerwehrleute verstärken die Bemühungen, Reaktor 3 von außen zu kühlen. Regierungschef Edano hat Block 3 zuvor höchste Priorität eingeräumt: Es ist zu befürchten, dass die Brennstäbe seien ohne Wasserkühlung sind und eventuell erhöhte Strahlung abgeben. (Tagesschau/NHK)

04:25 Uhr: Etwa 240 Kilometer südlich vom Krisen-AKW Fukushima 1 liegt die 35-Millionen-Menschen-Metropole Tokyo. Der Wind - und damit mögliche radioaktive Strahlung - soll am Freitag aus dem Nordwegen Richtung Pazifischer Ozean wehen, am Samstag aus dem Südwesten Richtung Nordpazifik.

03.59 Uhr: AKW-Betreiber Tepco hofft auf ein funktionierendes Kühlsystem in Reaktor 2 zu Freitagnacht (Ortszeit), so berichtet SpOn.

03:16 Uhr: Die Deutsche Polizeigewerkschaft hält laut Sprecher H. Benker deutsche Atomkraftwerke für nicht sicher vor Terrorangriffen. Szenarien wie gezielten Flugzeugabstürzen, Raketenangriffen mit mobilen Trägersystemen und Cyber-Attacken auf die Computer-Netzwerke der Reaktoren stehe die Polizei hilflos gegenüber. (SpOn/BILD)

02:21 Uhr: Ein Sprecher der japanischen Sicherheitsbehörde Nisa berichtet: Eine neu verlegte Stromleitung soll die Kühlung in Reaktor 1 und 2 zum Laufen bringen. Löschhubschrauber und Wasserwerfer versuchen weiterhin, an den Reaktoren 3 und 4 Kühlung zu bringen.

02:07 Uhr: Rauch steigt aus Reaktor 2 auf - ob dieser aus dem Abklingbecken des Reaktors stammt oder von einer neuen Explosion ist noch nicht geklärt. (Spiegel)

0:45 Uhr: "Die Lage der obdachlosen Japaner wird angesichts eines Wintereinbruchs immer dramatischer. Der Fernsehsender NHK zeigt Bilder aus dem stark verwüsteten Nordosten, auf denen Menschen in Turnhallen ohne Heizung eng aneinander kauern, um sich gegenseitig Wärme zu spenden. Es gebe zwar Öfen und Heizungen, mangele aber an Strom und Heizöl", schreibt n-tv.

0:30 Uhr: Ein Diesel-Generator versorgt die Reaktoren 5 und 6 des AKW Fukushima I mit Strom. (Quelle: BBC)

Donnerstag, 17. März 2011

24:00 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat Dokumente zu Fukushima ins Internet gestellt. Die Reaktoren 1 bis 4 müssen ohne funktionierendes Kühlsystem auskommen. An den Gebäuden der Reaktoren 1, 3 und 4 wurden "schwere Schäden" dokumentiert. Für das Reaktorgebäude 2 gibt der Bericht "leichte Schäden" an. (Spiegel Online)

23:05 Uhr: Die Kühlversuche aus der Luft am Reaktor 4 des AKW Fukushima I könnten möglicherweise einen kleinen Erfolg erzielt haben. (Kyodo)

22:30 Uhr: Japan soll ferngesteuerte Roboter in Deutschland nachgefragt haben - das melden die Stuttgarter Nachrichten. Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erklärte, dass solche Roboter zur Verfügung stehen. Sobald klar wäre, was Japan braucht, würde in den Bundesländern nachgefragt werden, wer die entsprechenden Roboter bereitstellen könne. (süddeutsche.de)

20:45 Uhr: Die Strahlung am AKW Fukushima I ist laut Betreiber Tepco leicht zurückgegangen. Der Grund dafür seien die stundenlangen Einsätze mit Hubschraubern und Wasserwerfern, um Reaktor 3 zu kühlen. (tagesschau.de)

20:00 Uhr: Am Freitag oder Samstag könnte laut Kyodo News der Strom für den Reaktor 2 am havarierten AKW angeschaltet werden. Ingenieuren war es gelungen, ein externes Stromkabel an den Reaktor zu legen. Der Stromanschluss kann aber erst dann erfolgen, wenn Reaktor 3 nicht mehr von außen mit Wasser gekühlt wird. Unklar ist außerdem, ob das Kühlsystem noch funktioniert. (n-tv)

19:00 Uhr: Ingenieuren soll es laut IAEA (Internationale Atomenergiebehörde) gelungen sein, ein externes Stromkabel an den Reaktor 2 (AKW Fukushima 1) gelegt zu haben.

17:50 Uhr: Die Lage in Japan sei sehr ernst, aber relativ stabil - so die Beurteilung der Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Die Lage im AKW Fukushima I hätte sich in den vergangenen 24 Stunden nicht verschlechtert.

17:30 Uhr: Auch Israel scheint eine Wende in der Atompolitik vorzunehmen. Regierungschef Netanjahu beschließt laut n-tv, die Pläne für einen neuen Meiler zu verwerfen.

16:55 Uhr: Rund 30 Kilometer von Fukushima 1 sind laut dem japanischen TV-Sender NHK hohe Radioaktivitätswerte festgestellt worden. Die USA rieten US-Bürgern, die in der Region leben, die Zone von 50 Kilometern um das AKW zu verlassen (New York Post).

16:40 Uhr: Fukushima 1 ist nach wie vor ohne Strom. Die Arbeiten zu einer  behelfsmäßigen Versorgung konnten nicht wie geplant beendet werden, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die japanische Atomsicherheitsbehörde berichtet. Techniker der Betreibergesellschaft Tepco sollen die Arbeiten, mit denen die defekten Kühlsysteme des Kraftwerks wieder in Gang gebracht werden sollen, am Freitag fortsetzen (n-tv).

16:20 Uhr: Der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz warnt vor einem Dominoeffekt im Atomkraftwerk Fukushima 1. Besonders dramatisch sei die Lage im Abklingbecken von Reaktor 4. Wenn es nicht gelinge, dort für Kühlung zu sorgen, würden enorme Mengen Radioaktivität freigesetzt. Danach sei die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu bringen (Tagesschau). Die Lage in den Druckbehältern der Reaktoren Fukushima-Daiichi hatte bis zum frühen Nachmittag nicht verändert. Nach Angaben der japanischen Atomaufsicht Nisa lagen die Brennstäbe in Reaktor 1 weiterhin auf etwa 1,80 Meter Länge frei, in Einheit 2 sind es 1,40 Meter. Ob sich die Lage in Reaktor 3 durch den Einsatz der Spezialflugzeuge wesentlich verändert hat, ist unklar. Die Gefahr einer Kernschmelze ist weiter akut.

14:25 Uhr: Das Abklingbecken im Block 4 des AKW Fukushima gibt nach Angaben der japanischen Atomsicherheitsbehörde weiterhin Anlass zu ernster Sorge. Experten vermuten, dass die Brennstäbe in dem Becken trocken liegen und nicht mehr gekühlt werden. Da das Gebäude beschädigt ist, haben sie direkten Kontakt zur Umwelt (Spiegel online).

14:20 Uhr: Fünf Spezialflugzeuge des japanischen Militärs haben den Reaktor 3 des AKW Fukushima mit rund 30 Tonnen Wasser bespritzt. Den Einsatz an der Reaktorruine bewertet der Betreiber Tepco als Erfolg: Es sei Dampf aufgestiegen, folglich hätten die Wasserwerfer das Becken mit den Brennstäben getroffen, zitiert die Nachrichtenagentur Kyodo einen Tepco-Sprecher. Am Freitag soll den Sicherheitsbehörden zufolge wieder Wasser aus einem Helikopter auf den Reaktorblock 3 abgelassen werden (n-tv).

13.00 Uhr: Unter extremen Bedingungen arbeiten die Einsatzkräfte in Fukushima daran, das Unglücks-AKW erstmals seit dem Beben wieder mit Strom zu versorgen. Die Betreibergesellschaft Tepco erklärte, mit Hilfe von Starkstromkabeln werde in der Nähe der Anlage begonnen, die Stromversorgung wieder herzustellen. Mit einer Behelfsleitung soll die Kühltechnik in den Blöcken 1 und 2 wieder in Gang gebracht werden. An einer relativ wenig verstrahlten Stelle innerhalb des AKW-Gebäudes soll ein Stromgenerator aufgestellt werden.

12:45 Uhr: Japans Verteidigungsminister Kitazawa will die Lufteinsätze über dem Atomkraftwerk Fukushima I ausweiten. Zu diesem Zweck sollen elf militärische Löschflugzeuge eingesetzt werden. Außerdem seien weitere Wasserwerker auf dem Weg zu der stark beschädigten Anlage.

09.39 Uhr: Eine niedrige Konzentration von radioaktiven Teilchen aus dem japanischen Unglücksreaktor hat sich auf den Weg nach Nordamerika gemacht. Der Forschungsleiter am Schwedischen Institut für Verteidigungsforschung, de Geer, beruft sich auf Daten von internationalen Messstationen. Die Strahlenwerte seien für Menschen unbedenklich, betont er.

09.29 Uhr: Die Reaktoren eins, fünf und sechs des schwerbeschädigten AKW Fukushima 1 sind nach Angaben der japanischen Atomaufsicht relativ stabil.

08.35 Uhr: ARD berichtet, dass die USA ihre Drohne Global Hawk nach Fukushima 1 schicken. Sie ist mit Wärmebildkamera ausgestattet und soll Klarheit bringen, wie es in den Reaktoren aussieht.

06.40 Uhr: Tepco will mit den Bauarbeiten für Starkstromkabel zum AKW Fukushima I am Nachmittag (Ortszeit) beginnen, berichtet der Sender NHK. Dadurch soll die reguläre Kühlung der Reaktoren wieder hergestellt werden.

06:35 Uhr: Die Hubschrauber-Besatzung wird nach dem Manöver über dem havariertem Atomkraftwerk Fukushima 1 dekontaminiert. Das sagte General Oriki dem Sender NHK. Oriki glaubt nicht, dass der Einsatz Gesundheitsprobleme auslösen werde.

06.00 Uhr: Mitarbeiter Tepcos und anderer Firmen haben angeboten, bei der Bekämpfung der Atomkatastrophe am AKW Fukushima mitzuhelfen, berichtet Nachrichtenagentur Jiji. Einer der Freiwilligen sei ein 59-Jähriger, der 40 Jahre Arbeitserfahrung in Atomanlagen habe. Er habe nur noch ein halbes Jahr bsi zur Rente.

05.15 Uhr: EnBW hat in der Nacht auf Anordnungen des Umweltministeriums Baden-Württemberg die Reaktoren Neckarwestheim I und Philippsburg I vom Netz genommen. Der Betriebszustand der Meiler sei nach dem Herunterfahren mit dem während einer Revision vergleichbar.

05.05 Uhr: Der Druck im Reaktor 3 stiegt wieder an, gab ein Tepco-Vertreter bekannt. Auch der Zustand im Reaktor 5 von Fukushima 1 wird bedenklicher, sagte ein japanischer Regierungsmitarbeiter laut BBC.

05.00 Uhr: Die Armee bereitet ihre Hubschrauber für ein weiteres Kühlmanöver über dem AKW Fukushima 1 vor, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung Verteidigungsminister Kitazawa.

04.55 Uhr: BBC meldet, dass nun auch in Reaktor 5 der Wasserspiegel sinkt und der Druck weiter steigt.

04.45 Uhr: Laut BBC stehen die Wasserwerfer bereit und die Besatzungen ziehen sich Schutzanzüge an, um dann mit dem Versuch zu beginnen, den Reaktor 4 zu kühlen. Der Strahl der Wasserwerfer sei so kräftig, dass er den Besatzungen einen sicheren Abstand vom AKW ermöglicht. Mit den Wasserkanonen soll gezielt durch die Löcher im Dach Wasser zum Kühlen hineingespritzt werden.

04.30 Uhr: Nach Angaben der Betreiberfirma Tepco ist das Abklingbecken für die abgebrannten Brennelemente in Reaktor 4 nicht leer. Bei einem Flug zur Messung der Strahlung am Mittwoch sei Wasser in dem Becken zu sehen gewesen. Der genaue Pegelstand konnte zwar nicht festgestellt werden, aber es sei definitiv noch Wasser in dem Becken.

03.50 Uhr: US-Armee schickt leistungsstarke Pumpen zum Atomkraftwerk Fukushima 1, berichtete der japanische Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Weiter teilte er mit, dass an den Reaktoren ein neues Kühlsystem installiert werden soll. Die Pumpen sollen Meerwasser in die überhitzten Anlagen spülen.

02.30 Uhr: Nachdem die Helikopter vier Ladungen von mehreren Tonnen Wasser auf die Reaktoren geschüttet haben, ziehen sie sich zurück. So soll die Gefährdung der Crew durch Radioaktivität minimiert werden.

02.05 Uhr: Eine Einheit der Tokioter Polizei bereitet sich darauf vor, den überhitzten Reaktor 4 im AKW Fukushima mit einem Wasserwerfer abzukühlen. Dies berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Die Regierung habe die Polizei mit diesem Einsatz beauftragt.

01.55 Uhr: Die ersten Militärhubschrauber lassen Wasser über Reaktor 3 in Fukushima 1 ab, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

00:45 Uhr: BBC: Die Strahlenwerte am AKW Fukushima 1 sind in den vergangenen zwölf Stunden beständig gefallen, sagt ein Sprecher der Japanischen Atomaufsichtsbehörde. Am Haupteingang wurde am Mittwoch (8 Uhr GMT) eine Strahlung von 752 Microsievert pro Stunde gemessen. Messungen am Westtor ergaben am Donnerstag (5 Uhr GMT) einen Wert von 338 Microsievert pro Stunde. Dies sei nicht gefährlich, wenn auch höher als normal, so der Behördensprecher. Zeitgleich meldet die ARD, dass der Rauch über dem AKW weniger geworden sei.

00:16 Uhr: Die Internationale Atombehörde IAEA hat Informationen zur Wassertemperatur in den Unglücksreaktoren veröffentlicht. Mittlerweile soll das Wasser in den Reaktoren 3 und 4 kochen. Die US-Atombehörde geht sogar davon aus, dass in Reaktor 4 gar kein Wasser verblieben ist. (SpOn)

Mittwoch, 16. März 2011

23:02 Uhr: Die Stromversorgung für das havarierte Atomkraftwerk Fukushima soll repariert werden. Man versuche, eine neue Stromleitung zu legen, so dass die Kühlung wieder in Betrieb genommen werden könne, so ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers Tepco. Ein vorheriger Versuch, die Stromversorgung zu reparieren, war an der hohen Strahlung auf dem Kraftwerksgelände gescheitert. (N-TV)

22:33 Uhr: EnBW nimmt die AKWs Neckarwestheim I und Philippsburg I noch heute Nacht vom Netz. Damit folge man den Anordnungen des Umweltministeriums, so die Ansage. Der Betriebszustand der Meiler sei nach dem Herunterfahren vergleichbar mit dem während einer Revision. Der Block I des Kernkraftwerks Neckarwestheim hat eine elektrische Leistung von 840 Megawatt und ist seit 1976 in Betrieb. Block I des Kraftwerks Philippsburg ist ein Siedewasserreaktor mit einer Leistung von 926 Megawatt. Er ging 1979 ans Netz. (Spiegel)

22:30 Uhr: N-TV meldet mit Bezug auf den Fernsehsender NHK: Der Evakuierungsradius rund um das kritische Atomkraftwerk Fukushima 1 wird ausgeweitet. Weitere 28.000 Menschen müssen ihre Häuser aufgrund der Gefahr durch radioaktive Strahlung verlassen. Problem: Die Notunterkünfte seien größtenteils bereits überfüllt.

21:33 Uhr: Am Kraftwerk Fukushima 1 sind in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) Löschkanonen zum Kühlen der Brennstäbe in den beschädigten Reaktoren bereit. (dpa/Tagesschau)

20:52 Uhr: Gregory Jaczko, Chef der US-Atomsicherheitsbehörde glaubt, dass der Sicherheitsbehälter in Reaktor 4 beschädigt ist und sich kein Wasser mehr im Brennelementebecken befindet. Das bedeute eine hohe Strahlung.

20:11 Uhr: Japan hat bisher lediglich Gebiete im Umkreis von 20 Kiometern evakuiert. Die USA empfehlen, das Gebiet um das AKW Fukushima im Umkreis von 80 Kilometern zu verlassen. (N-24)

18:51 Uhr: RTL meldet, in der Umgebung von Fukushima sei bereits Trinkwasser gefunden worden, das mit radioaktivem Jod und Cäsium verseucht ist. Viele Menschen, die nicht mehr in ihren Häusern sein dürfen oder können, sind auf sauberes Wasser angewiesen.

18:04 Uhr: Die Pressestelle des Umweltministeriums Baden-Württemberg auf Nachfrage zum Moratorium: Es wird eine Formulierungshilfe des Bundes geben. Auf der Basis erstellen die Länder eine Weisung an die Betreiber; das soll zeitnah passieren. Die Reaktoren werden geordnet über mehrere Tage abgefahren. Da keine Notsituation besteht, gibt es keine Schnellabschaltung. Neckarwestheim hat angekündigt, bis zum Wochenende herunterzufahren. Die Umsetzung des Moratoriums per Weisung heißt aber auch: Die Betreiber fahren nicht freiwillig ab. Eine Weisung ist ein rechtlicher Schritt; dem müssen sie Folge leisten. Diesen können sie aber auch - nachträglich - gerichtlich prüfen lassen.

17:47 Uhr: Chef der Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) Rudolf Wieland will am Donnestag einen Fahrplan für die anstehenden Sicherheitschecks deutscher Atomkraftwerke festlegen. Er sagt im Spiegel-Interview: Es gibt Dinge, die über unsere bisherige Vorstellung hinausgehen. Und schränkt gleichzeitig ein: Wir können in drei Monaten keine Störfallanalysen mit Auswirkungen und Rechnungen machen. Wir müssen uns auf die wichtigsten Probleme konzentrieren.

17:45 Uhr: Die US-Streitkräfte stellen den japanischen Katastrophenschützern Hochdruck-Pumpen für die Kühlung der beschädigten Reaktoren zur Verfügung.

15:45 Uhr: Angesichts des drohenden Super-GAUs in Japan ist auch Venezuela von seinen Atomplänen abgerückt. Wie die Korrespondentin der der BBC, Sarah Grainger, berichtet, begründete Präsident Hugo Chavez diese Entscheidung mit dem Argument, das Erdbeben und der Tsunami in Japan hätten die Risiken und Gefahren der Atomkraft gezeigt - schreibt süddeutsche.de

15:25 Uhr: Süddeutsche.de schreibt: "Der Wind bläst derzeit die radioaktiven Partikel auf den Pazifik hinaus – und dennoch ist die Situation in Tokio angespannt. Die Straßen, die aus der Hauptstadt hinausführen, sind überfüllt. Und auch am Flughafen warten viele Menschen darauf, Japan zu verlassen." So habe ein BBC-Reporter am Airport viele Ausländer getroffen, die ihre Jobs gekündigt haben, um in ihre Heimat zurückzukehren.

13:30 Uhr: Laut Regierungssprecher Edano sei es unwahrscheinlich, dass im AKW Fukushima 1 die Hülle des Reaktors 3 schwere Schäden hat. (Quelle: Kyodo)

12:30 Uhr: tagesschau.de meldet: Der französische Präsident Sarkozy will angesichts der Katastrophe in Japan ein Sondertreffen der Energie- und Wirtschaftsminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) einberufen. Dabei solle über Möglichkeiten der künftigen Energieversorgung weltweit besprochen werden, sagte er.

12.20 Uhr: Diskussion über AKW auch in anderen Ländern:BBC meldet, dass auch China den AKW-Neubau überdenken und die Sicherheit alter AKW überprüfen will. Und laut spiegel.de will Spanien zusätzliche Sicherheitstests an seinen Atomkraftwerken durchführen lassen.

12.00 Uhr: Süddeutsche.de schreibt: "Nachdem der Kühlversuch durch Hubschrauber im Kernkraftwerk Fukushima-1 gescheitert ist, will die japanische Polizei einem Fernsehbericht zufolge versuchen, das Abklingbecken im Reaktorblock 4 mit Wasserwerfern zu kühlen. Das meldet die Agentur Reuters."

11.50 Uhr: Spiegel.de: "Weitere 28.000 Menschen sollen das Gelände um das Kernkraftwerk Fukushima I verlassen. Der Gouverneur der Präfektur sagte dem Fernsehsender NHK, das Land erlebe eine nukleare Katastrophe. Er rief die Japaner dazu auf, die Fliehenden zu unterstützen und aufzunehmen. Das Gebiet im Umkreis von 20 Kilometern soll weitgehend geräumt sein."

11:17 Uhr: Spiegel.de: "Weitere 28.000 Menschen sollen das Gelände um das Kernkraftwerk Fukushima I verlassen. Der Gouverneur der Präfektur sagte dem Fernsehsender NHK, das Land erlebe eine nukleare Katastrophe. Er rief die Japaner dazu auf, die Fliehenden zu unterstützen und aufzunehmen. Das Gebiet im Umkreis von 20 Kilometern soll weitgehend geräumt sein."

9:30 Uhr: Den Spezialisten in der Nuklearanlage in Fukushima Daiichi gelingt es trotz Wasserzufuhr nicht, die Brennstäbe in den Reaktoren 1, 2 und 3 ausreichend zu kühlen. Ein Sprecher der japanischen Atomaufsichtsbehörde NISA (Nuclear and Industrial Safety Agency) sagte, nach Informationen der vergangenen Nacht lägen in den Einheiten die Kernbrennstäbe teilweise zur Hälfte frei.

Damit erhöht sich die Gefahr einer Beschädigung der Brennstäbe und einer Kernschmelze. Für den ebenfalls beschädigten Reaktor 4 lägen keine Daten vor. Nach Angaben des NISA-Mitarbeiters liegen die rund vier Meter langen Kernbrennstäbe im Druckbehälter des Reaktors 1 auf etwa 1,80 Länge frei. In Einheit 2 lägen die Brennstäbe auf 1,40 Meter, in Einheit 3 auf bis zu 2,30 Meter Länge frei.

Besonders gefährlich ist die Entwicklung in Reaktor drei. Dort betrifft die Kernschmelze plutoniumhaltige Brennstäbe. Sollte eine Kernschmelze zur Beschädigung des Reaktordruckbehälters führen und Plutonium entweichen, befürchten Experten eine massive Verseuchung und eine enorme Gefährdung der Bevölkerung durch das hochgiftige Spaltmaterial.

09:15 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat in Japan bereits vor mehr als zwei Jahren auf mögliche Probleme bei der Erdbebensicherheit seiner Atomkraftwerke hingewiesen. Die Anlagen seien starken Beben nicht gewachsen, wird ein IAEA-Experte in einer diplomatischen US-Depesche vom Dezember 2008 zitiert. Das berichtet die britische Zeitung Daily Telegraph unter Berufung auf die Enthüllungsplattform Wikileaks. (dpa)

08:17 Uhr: Die Beschwichtigungspolitik geht weiter, schreibt die SZ: Der Druck im Reaktorbehälter und im Reaktorkern des Blocks 2 seien gefallen, zitiert Reuters das Energieunternehmen Tepco, das Fukushima 1 betreibt. Die Temperatur im Reaktor sei stabil. Weniger gut sei dagegen die Situation im Block 4. Auch sei die Temperatur in den Reaktoren 5 und 6 seit dem Morgen leicht gestiegen.

08:08 Uhr: Der Fernsehsender NHK berichtet, dass Soldaten sich vorbereiten, Wasser mit Hilfe von Hubschraubern auf den Reaktor 3 des Atomkraftwerks Fukushima abzuwerfen. Damit sollen die Brennstäbe gekühlt werden (n-tv).

07:43 Uhr: Vier in Japan eingesetzte Retter aus Neuseeland und Australien wurden geringfügig radioaktiv verstrahlt. Das teilte Neuseelands Premierminister John Key mit. Es bestehe aber kein Gesundheitsrisiko für die Helfer. Die Männer, die nach Verschütteten suchten, mussten bei einem Helikopterflug, etwa 40 Kilometer vom beschädigten AKW Fukishima 1 entfernt, unplanmäßig zwischenlanden (SZ).

05:35 Uhr: Reuters meldet, dass die Helfer die Anlage wieder betreten durften, nachdem der Strahlenwert gesunken war. In die Reaktoren 1 , 2 und 3 werde jetzt wieder Meerwasser gepumpt.

05:10 Uhr: Am Haupteingang zum AKW Fukushima 1 wurden laut japanischer Atombehörde zeitweise 10 Millisievert pro Stunde gemessen. Zum Vergleich: Die Jahresdosis für die Bevölkerung darf in Deutschland 1 mSv nicht übersteigen, für beruflich exponierte Personen liegt der Grenzwert bei 20 Millisievert pro Jahr.

04:02 Uhr: Nach dem Anstieg der Strahlenbelastung musste die Bewässerung der Reaktoren zur Kühlung der Brennstäbe vorerst eingestellt werden, sagte Regierungssprecher Yukio Edano (Spiegel online, SZ). Die Evakuierungszone um die Anlage beträgt noch 30 Kilometer. Es gebe keine Pläne, sie auszuweiten, so Edano (ZDF heute.de)

03:45 Uhr: Die Lage in Fukushima 1 ist ausgesprochen unklar. Es gibt unterschiedliche Erklärungen für den weißen Rauch über der Anlage. Letzte Meldungen aus Japan sagen, dass die Tepco-Leute sich nicht weit genug nähern können, um die Herkunft des Rauchs zu erkennen. Die Strahlung sei zu hoch - mehr als 2 Millisievert. Möglicherweise ist der Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 (MOX) beschädigt. (Kyodo News).

02:45 Uhr: Fuji TV berichtet, dass weißer Rauch auch über dem Reaktor 3 des AKW Fukushima aufsteigt (SZ).

02:40 Uhr: Die Situation im schwer beschädigten AKW Fukushima bleibt unübersichtlich. Nachdem es zunächst hieß, das Feuer in Reaktor 4 sei erloschen, meldet ein japanischer TV-Sender etwas später, weißer Rauch steige von dort auf (Spiegel online). Auch Kyodo News meldet, nahe Fukushima 1 steige Rauch auf.

00.55 Uhr: Die Brennstäbe in zwei Reaktoren des AKW Fukushima sind nach Angaben des Betreibers Tepco bereits erheblich beschädigt. In Reaktor 1 seien bereits rund 70 Prozent der Brennstäbe beschädigt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch. In Reaktor 2 seien es etwa 33 Prozent.

00.36 Uhr: Laut AFP hat ein Sprecher der japanischen Atomaufsicht erklärt, dass der Brand in Reaktor 4 von selbst erloschen zu sein scheint.

0.30 Uhr: Der britische Sender Sky News meldet unter Berufung auf die japanische Regierung, die Rettungskräfte hätten das Feuer unter Kontrolle gebracht. Es seien weder Flammen noch Rauchentwicklung zu sehen.

Dienstag, 15. März 2011

23.30 Uhr: Der brennende Reaktor sei derzeit nicht zu betreten, berichtete der der Fernsehsender NHK. Weiter hieß es, dass um 6 Uhr Ortszeit (22 Uhr deutscher Zeit) 60 Kilometer entfernt von dem Krisen-AKW eine radioaktive Strahlung gemessen worden sei, die 500 Mal über den normalen Werten liege. Ob diese Gefahr in direktem Zusammenhang mit dem neuen Feuer steht, war zunächst nicht bekannt.

22.45 Uhr: Erneut bricht Feuer im Reaktorblock 4 aus meldet Reuters.

21.40 Uhr: Reuters meldet einen Riss im Dach des Reaktorblocks 4 von Fukushima 1.

21.40 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami stellen mindestens sechs der 27 japanischen Erdölraffinerien ihre Arbeit ein. 31 Prozent der normalen Kapazität seien lahmgelegt, teilt die Internationale Energieagentur (IEA) mit. Ende 2010 verfügte das Japan über Reserven von 590 Millionen Barrel Öl. Die japanische Regierung habe  der Ölindustrie vorübergehend gestattet, diese Reserven zu nutzen.

20.40 Uhr: Das US-amerikanische Institute for Science and International Security (ISIS) schlägt vor den Unfall in Fukushima 1 in Level 6 der internationalen Skala für Atomunfälle INES einzuordnen und hält es auch für möglich, dass er in Level 7 eingeordnet werden muss.

20.30 Uhr: In Fukushima 1 werden auch in den letzten beiden unbeschädigten Reaktoren Explosionen befürchtet. Die Betreiberfirma Tepco zieht in Erwägung, Platten von den Meilern 5 und 6 zu entfernen, um dort mögliche Wasserstoff-Staus zu verhindern. Wasserstoff hatte in den Reaktoren 1, 2 und 3 zu Explosionen geführt.

18.35 Uhr: Polizei und Feuerwehr versuchen weiter die Brennstäbe im Abklingbecken von Block 4 des Kernkraftwerks Fukushima I vom Boden aus zu kühlen, berichtet Kyodo unter Berufung auf Verteidigungsminister Kitazawa. Man bereite einen Militärhubschrauber vor, um Wasser aus der Luft abzuwerfen. Die Regierung habe aber beschlossen, vorerst abzuwarten, bis sich die Brennstäbe abgekühlt hätten. Das Risiko, diese bei dem Einsatz zu beschädigen und damit die Einsatzkräfte am Boden einer hohen Strahlenbelastung auszusetzen, sei zu hoch.

18:34 Uhr: Die sich in der Luft befindliche Radioaktivität kann Tokio erreichen, wie die US-Organisation Union for Concerned Scientists laut BBC mitteilte.

18:17 Uhr: Das AKW Isar 1 in Bayern soll bis heute 21 Uhr vom Netz - wird seit dem Vormittag heruntergefahren. Isar 1 ist seit 1979 in Betrieb und die älteste Atomanlage in der Eon-Kraftwerksfamilie.

17:03: Japans Premierminister meldet: Strahlung tritt aus vier Reaktoren in Fukushima 1 Daiichi aus. Die Evakuierungszone wird auf 30 km Radius ausgeweitet. Die Internationale Atomenergiebehörde geht von einem Schaden am Sicherheitsbehälter eines der Reaktoren in Fukushima I aus.

16:35 Uhr: Der Wind bläst radioaktive Partikel aktuell Richtung Pazifik, das meldet das UN's World Meteorological Organisation gegenüber der BBC.

16:09 Uhr: Betreiber Tepco meldet, dass das Aufbewahrungsbecken für die verbrauchten Brennstäbe in Reaktor 4 von Fukushima 1 nicht mehr mit Wasser gefüllt werden können. Sie haben die japanische und US-Luftwaffe um Unterstützung gebeten: Der Plan ist, per Hubschrauber Wasser auf das Abklingbecken zu werfen.

15:32 Uhr: Der japanische atomare Notstand setzt in Deutschland einiges in Bewegung: Uraltmeiler Neckarwestheim 1 wird dauerhaft stillgelegt, sagt BaWüs Ministerpräsident Mappus im Stuttgarter Landtag. Der übereifrigste Verfechter der Atomkraft sagt einige Tage vor der Landtagswahl, es stelle sich die Frage der Verantwortbarkeit der Kernkraft.

13:24 Uhr: Die Strahlung im japanischen Kernkraftwerk in Fukushima ist weiter gestiegen. Die gemessenen Werte seien so hoch, dass das Personal nicht weiter in den Kontrollräumen des Reaktors bleiben könne, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

13:02 Uhr: Die Explosion im Block 2 des Atomkraftwerk Fukushima I hat sich offenbar nach einem teilweise fehlgeschlagenen Notfallmanöver ereignet. Das erklärte Wolfgang Sandner, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, in einem Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Er berief sich dabei auf Informationen japanischer Kollegen. Demnach war das Trockenfallen des Reaktors eine bewusste Aktion. Sie sollte möglich machen, dass Meerwasser zur Kühlung über eine Feuerwehrleitung eingeleitet werden kann.

12:56 Uhr: Aktueller Stand in Reaktor 2 von Fukushima Daiichi: Die Brennstäbe hätten sechs Stunden lang völlig frei gelegen, berichtet der TV-Sender NHK unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco. Es habe einen Druckabfall in dem Wasserbecken unterhalb des Reaktorkerns gegeben. Mittlerweile seien die Brennstäbe wieder zur Hälfte mit Wasser bedeckt. Es sei nicht auszuschließen, dass eine Kernschmelze eingesetzt habe und der Druckbehälter beschädigt sei. Die Explosion hatte sich am Montagabend um 22.10 (Dienstag 6.10 Uhr Ortszeit) ereignet.

12:20 Uhr: Die sieben ältesten AKWs werden während des Moratoriums von drei Monaten abgeschaltet. Und was kommt nach diesem Zeitraum?

12:00 Uhr: In der Wand von Reaktor 4 des Atomkraftwerks Fukushima Eins klaffen zwei acht Quadratmeter große Löcher. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji Press unter Berufung auf die Nukleare Sicherheitsagentur des Industrieministeriums. Der Kraftwerkbetreiber Tepco hatte den Behörden die Löcher in der Nordwestwand des Reaktors gemeldet.

10:06 Uhr: Der Wind dreht sich: Radioaktive Partikel drohen, nach Tokio zu wehen. In Reaktor 4 von Fukushima Daiichi scheint das Wasser im Abklingbecken zu kochen; der Wasserstand geht zurück. Im Becken werden abgebrannte Brennstäbe aufbewahrt.

9.40 Uhr: Bezugnehmend auf Regierungssprecher Edano, schreibt spiegel.de, dass die Radioaktivitätswerte am AKW Fukushima 1 gesunken seien. So wurden am Haupttor um 6:30 Uhr (MEZ) etwa 0,6 Millisievert pro Stunde gemessen. Sechseinhalb Stunden zuvor seien es 11,9 Millisievert gewesen.

Vor einigen Stunden war von der japanischen Regierung allerdings ein Strahlenwert von 400 Millisievert pro Stunde herausgegeben worden.

9:00 Uhr: Kyodo News meldet, dass es offenbar auch Probleme bei der Kühlung der Reaktoren 5 und 6 im AKW Fukushima 1 gibt.

8:50 Uhr: "Im Reaktorblock 4 des Unglückskraftwerks Fukushima 1 brannte nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ein Becken mit gebrauchtem Brennstoff. Radioaktivität sei von dort direkt in die Atmosphäre entwicken, teilten japanische Behörden der Uno-Behörde am Dienstag mit. Nach Angaben der IAEA ist der Brand inzwischen gelöscht", berichtet spiegel.de.

8:20 Uhr: Spiegel.de berichtet: "Nach offiziellen Angaben ist die radioaktive Strahlung im Osten Russlands leicht gestiegen, bewegt sich aber noch innerhalb erlaubter Grenzwerte. In Wladiwostok, etwa 800 Kilometer nordwestlich vom AKW Fukushima, sei die Strahlung innerhalb von sechs Stunden um ein Mikroröntgen gestiegen."

6.15 Uhr: Spiegel.de meldet: "Der Betreiber Tepco hat mitgeteilt, die vier Reaktoren im AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) seien erfolgreich heruntergefahren worden. Die Kühlprobleme in der Anlage seien offenbar unter Kontrolle, berichtet der "Guardian"."

6.00 Uhr: 30 km um Fukushima wird eine Flugverbotszone eingerichtet. (Quelle: Kyodo)

5.00 Uhr: Leicht erhöhte Strahlenwerte in Tokio gemessen. Das AKW Fukushima 1 ist ca. 250 Kilometer von Tokio entfernt. Der Wind weht laut spiegel.de Richtung Tokio, soll sich aber im Laufe des Tages nach Westen drehen.

4:15 Uhr: Kyodo News meldet, dass der Brand in Reaktor 4 des AKW Fukushima 1 gelöscht sei.

3:45 Uhr: Stark erhöhte Strahlung laut Kyodo-News vor Reaktor 3 des AKW Fukushima 1: Sie übersteigt das 400-fache des jährlichen gesetzlichen Grenzwertes (1 Millisievert pro Jahr für Zivilpersonen). Zur Einordnung: In Deutschland würde ab einem Wert von 100 Millisievert pro Woche evakuiert werden.

3:20 Uhr: Premier Kan äußert sich zu Fukushima 1: weitere Strahlungslecks sind möglich, alle Menschen in einem Umkreis von 20 bis 30 km sollen in ihren Häusern bleiben.

3:10 Uhr: Feuer im Reaktor 4 des AKW Fukushima I.

2:35 Uhr: Widersprüchliche Aussagen, ob der Reaktordruckbehälter beschädigt ist oder nicht. Die Regierung sagte zunächst Ja, die Atombehörde etwas später Nein. Auch der Betreiber schließt solche Schäden aus (Spiegel online).

2:22 Uhr: Die radioaktive Strahlung am Reaktor 2 des Atomkraftwerks Fukushima I hat wieder abgenommen. Nach Angaben von Tepco wurden am Kraftwerk etwas mehr als 2000 Mikrosievert gemessen (Tagesschau.de). Zum Zeitpunkt der Explosion soll Nordwind geherrscht haben. Dies würde bedeuten, dass radioaktive Teilchen nach Süden in Richtung Tokio gelangen konnten (SZ). Die japanische Hauptstadt liegt 260 Kilometer südwestlich von Fukushima-1.

1:45 Uhr: Bei der Explosion soll es sich laut japanischer Atombehörde um eine Wasserstoffexplosion gehandelt haben, der Betreiber Tepco hält für möglich, dass die Reaktordruckkammer zerstört wurde.

0:55 Uhr: Südlich von Fukushima 1 ist nach der Explosion in Reaktor 2 erhöhte Strahlung gemessen worden. Ein Teil des Personals wurde aus der Anlage evakuiert. 50 Leute sind noch dort und versuchen, die Anlage stabil zu halten (Kyodo News, BBC).

0:15 Uhr: Im Reaktor 2 soll es eine Explosion gegeben haben.

Atomarer Notstand in Japan (Teil 1)

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